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Coreleoni, Mad Max, Redeem (Aschaffenburg, Colos-Saal, 14.11.2018)

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Coreleoni, Mad Max, Redeem (Aschaffenburg, Colos-Saal, 14.11.2018)

 

An diesem Mittwochabend ist das Colos-Saal vielleicht etwas mehr als halbvoll, so konnte man recht nahe der Bühne noch mit einigem Platz stehen. Der Altersdurchschnitt war allerdings relativ hoch. Unter 30 Jahre dürften heute die wenigsten gewesen sein, dafür war das Publikum auch bei den Vorbands nicht sparsam mit dem Applaus. Anbetracht der Tatsache, dass Gotthard wesentlich größere Hallen füllen, hätte ich aber dennoch mit einer besser gefüllten Location gerechnet.

 

Von REDEEM bekamen wir leider nur noch den letzten Song mit, der mit nur einer Gitarre, aber mit ordentlich Dampf aus der PA tönte. Die drei Jungs aus der Schweiz schienen beim Publikum mit ihrem zeitgemäßen Hardrock aber gut angekommen zu sein. Beim abschließenden Mitsingspielchen brauchte es keine größeren Anstrengungen, um die Leute zum mitsingen zu bewegen. Aschaffenburg-MadMax.JPG

 

 

MAD MAX  gehören mittlerweile zu den dienstältesten Deutschen Hardrock/Melodic Metal Bands und feiern zurzeit mit ihrem zwölften Album „35“ eben jenes Jubiläum. Streng genommen haben die Münsteraner noch ein paar Jahre mehr auf dem Buckel. Die Songauswahl wird bei so vielen Alben und nur 45 Min Spielzeit meistens schwierig, wenn man versucht mehr oder weniger alle Alben zu berücksichtigen. Hier gingen MAD MAX ziemlich pragmatisch vor und bedienten hauptsächlich die letzten beiden Alben. Nach dem Intro „The Hutch“ wurden mit „Running To Paradise“, „D.A.M.N“, „Beat Of The Heart“ und „Thirty 5” gleich vier Songs vom starken neuen Album präsentiert, die live eine Ecke knackiger aus den Boxen schallten. Das folgende „Fallen From Grace“ stammt vom „Another Night Of Passion“ (2012) Album und hat nicht ohne Grund eine leichte Dokken Schlagseite, wurde es doch zusammen mit Don Dokken geschrieben. Mit „Night Of Passion“ und „Lonley Is The Hunter“ zücken MAD MAX zwei Songs aus den 80ern, die auf dem vorletzten Album „Thunder, Storm and Passion“, zusammen mit zehn weiteren alten Songs, neu eingespielt wurden. Das Finale bestand aus dem Sweet Cover „Fox On The Run“, dass man für “Night Of Passion” (1987) seinerzeit aufgenommen hatte. Zwischen den Songs konnten sich Bandgründer Jürgen Breforth und seine Mannen über viel Zuspruch freuen, der weit über Höflichkeitsapplaus hinausging. Stark waren auch die lockeren Ansagen von Sänger/Gitarrist Michael Voss, dessen Stimme immer noch fast so jung und frisch klingt, wie in den Anfangstagen der Band. Ein starker Gig, mit toller treibender Rhythmusfraktion, bei wirklich sehr gutem Sound! Das darf noch einige Jahre so weitergehen.

 

Aschaffenburg-Coreleoni.JPGMit CORELEONI geht Gotthard Gitarrist Leo Leoni zurück in die Anfangstage seiner Hauptband und entstaubt Songs, die dort nicht mehr so im Fokus stehen. Das hätte er bestimmt auch mit Gotthard machen können, der Hintergedanke ist vermutlich noch ein anderer. Den Spaß, mal wieder ohne großes Brimborium durch kleine Clubs ziehen und einfach drauflos rocken, sieht man Leoni in jeder Sekunde an. Gotthard Drummer Hena ist zwar auf dieser Tour nicht dabei, wird aber durch Alex „Pornrabbit“ Motta würdig ersetzt. An der zweiten Gitarre steht mit Ex-U.D.O. Gitarrist Igor Gianola ein bekanntes Gesicht, der in den 90er schon als Live-Gitarrist bei Leonis Stammband tätig war. Der eigentliche Star im Line Up ist allerdings Sänger Ronnie Romero, der durch seinen Einstieg bei Rainbow von sich reden machte. Wenn man die Augen schließt, meint man tatsächlich da steht Steve Lee auf der Bühne, so nahe ist Romero stimmlich dem verunglückten Gotthard Sänger. Optisch lässt der vielfach tätowierte Sänger allerdings eher den harten Rocker raushängen, als den Charmeur. Leoni und Romero verstehen sich auf der Bühne blendend, albern viel herum, spielen sich bei den Ansagen gegenseitig die Bälle zu und interagieren viel mit dem Publikum. Überhaupt ist die Stimmung auf der Bühne ziemlich ausgelassen und im verlängerten Soloteil von „Firedance“ unternimmt die Band geschlossen (natürlich mit Ausnahme des Drummers) einen Ausflug ins Publikum, was natürlich eine große Menschentraube zur Folge hat. Nachdem kurz „Heaven And Hell“ eingeflochten wurde, verdrückt man sich geschlossen wieder auf die Bühne. Der Balladenteil ist heute eher kurz und kommt ohne akustische Gitarren aus. Leoni lässt sich nicht davon stören, dass der 12-saitige Hals seiner Doubleneck-SG verstimmt ist und ihm beim Aschaffenburg-Coreleoni1.JPGStimmen noch eine Saite reißt. Bei 12-Saiten kann man auch mal auf eine verzichten und so wird eine verkürzte Version von „One Live, One Soul“, sowie „All I Care For“ und „Let It Be“ halt nur mit 11 Saiten gespielt. Größtenteils greift man auf härtere Songs zurück und hat die vom CORELEONI Album bekannten neuen Songs „Get It While You Can“ und „Walk On Water“ im Set. Vor allem letzterer Song ist ein echter Kracher! Der Sound ist, wie schon bei Mad Max, erste Sahne. Beide Gitarren haben mächtig Dampf, wie es sich für solch erstklassige Hardrock Songs gehört. Das Openertriple aus „Higher“, „Standing In The Light“ und „Downtown“ ist Programm für den kompletten Set. Ein perfekter Hardrock-Abend im Colos-Saal!

 

(Schnuller)


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