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Cradle Of Filth, Obituary, God Seed, Macabre, Psycroptic, The Amenta, Blynd (Geiselwind 2012)

Cradle Of Filth, Obituary, God Seed, Macabre, Psycroptic, The Amenta, Blynd

7.12.12 - Geiselwind, Eventzentrum

 

Leider war es auf Grund von Verbindungschwierigkeiten nicht möglich, meine aktuelle Favorit-Band Psycroptic auf ihrer Australientour zusehen, da wir erst einige Tage nach deren Gig Sydney erreichten. Sehr schade, da die Verwandtschaft vom Konzert des Jahrzehnts sprach und dies mit blauem Auge und leichten Prellungen belegte. Umso froher war ich, dass es hier endlich klappte, zumal ich die Deutschlandgigs im Februar 2012 schlichtweg verschlafen hatte... Da schien auch der Weg nach Geiselwind im heranziehenden Schneesturm nicht zu weit, zumal nur noch Trier oder Leipzsch möglich waren. Warum nichts in der Rhein-Main-Ebene ging, ist mir schlichtweg nicht begreiflich. Umso froher war ich, dass mich der Kollege Till unterstützte, denn spätestens der Heimweg von einem Konzert mit knappen 90 Minuten Fahrdauer zieht sich. Nun aber zur Sache. (O_v_O)

 

 

images/live-pic/2012_12/Blynd.JPGBlynd

 

Das Billing mit nicht weniger als sieben Bands machte einen frühen Beginn notwendig...16.30 stand auf der Karte, Blynd mußten sogar noch eine Viertelstunde früher ran, quasi wenige Augenblicke nach dem Einlaß. Ich fühlte mich an alte Hafenbahn-Zeiten und No Mercy-Touren erinnert, nur daß heute nicht Cannibal Corpse, Vader oder Marduk auf der Bühne standen. Nun denn, Blynd zockten die ihnen zustehende knappe halbe Stunde erwartungsgemäß vor etwa einem Dutzend Zuschauer herunter, gaben sich trotzdem redlich Mühe und waren auch nicht schlecht. Der groovebetonte, teilweise etwas melodische und leicht moderne Death Metal war zwar nicht wirklich mein Fall, als Eröffnung des Abends taugte das jedoch schon mal, und tatsächlich wärmten ein paar Leute schon zu solch früher Stunde ein wenig die Nackenmuskeln auf. (Till)

 

 

The Amentaimages/live-pic/2012_12/TheAmenta.JPG

 

Eine kleine Mogelpackung dann bei der zweiten Band des Nachmittags. Optisch waren The Amenta klar Black Metal, gesanglich ebenfalls, zu meiner Überraschung präsentierten die Australier sich musikalisch jedoch ganz anders; sperriger, etwas komplexer Death Metal stand auf dem Programm. Das war ebenfalls nicht ganz verkehrt, das Bemühen der Band um Originalität ist lobenswert, aber so richtig packen wollte mich das nicht, dazu fehlten dann doch die überzeugenden Ideen. Showtechnisch war es gelungener, denn die Truppe spielte engagiert auf, insbesondere der Sänger war sehr bemüht, die bereits Anwesenden für The Amenta zu begeistern. Bei seiner Papiergewichtsfigur stellte sich mir eher die Frage, ob Abend für Abend für die Vorbands nichts vom Catering übrigbleibt. Begeisterung erweckte da schon eher Schlagzeuger Dave Haley, der bei seiner Exband aushalf und gleich sitzenbleiben konnte, da er anschließend mit Psycroptic für offene Mäuler sorgen mußte. (Till)

 

 

images/live-pic/2012_12/Psycroptic.JPGPsycroptic

 

Psycroptic traten leider vor recht leerer Halle auf, was bei dieser Uhrzeit (17:50 Uhr) und dem vorliegenden Wetter (in Hessen war der erste Schnee des Jahres gemeldet und in Bayern - Verzeihung Franken (hihihi) - hatte es bereits geschneit) nicht schön, aber zumindest verständlich war. Nichts desto trotz, eine super motivierte Show der Tasmanier aus dem schönen Hobart. Die dargelegte Leistung an Instrumenten wie auch Stimme ließ keine Wünsche übrig - außer vielleicht auch mal ein solches Übertier von Schlagzeuger zu finden. Am Start fanden sich Songs des aktuellen Albums "The Inherited Repression" wie auch des legendären Vorgängeralbums "(Ob)Servant". Zuletzt folgte noch der Titelsong des vorletzten Albums "The Colour Of Sleep". Ein absolut gnadenloser Gig mit durchaus transparentem Sound, der einfach nur Spaß und glücklich machte. (O_v_O)

 

 

Macabreimages/live-pic/2012_12/Macabre.JPG

 

Macabre habe ich das erste Mal 2003 auf dem Obscene Extreme und zuletzt 2010 im Steinbruch sehen dürfen. Leider war dies ihr definitiv schlechtester Gig - was aber nur zum Teil an den Jungs aus Chicago, Illinois selbst lag. Vor allem die Mikrofonprobleme von Corporate Death (er spielt immer mit Headset) sorgten dafür, dass die Show nicht ins laufen kam. Dazu kamen in der Mitte der Show noch Drumprobleme, die der flinke Rowdy jedoch kurzfristig lösen konnte. Dabei war die Playlist durchaus solide. „Zodiac“, „Vampire Of Düsseldorf“ und „Three Men In A Tub“ waren genauso am Start wie viele weitere mörderisch gute Hits. Aber eins merkt man doch deutlich: Zehn Jahre Touren gehen in die Knochen. Die Jungs wirkten doch recht fertig. Sei‘s drum, Freude gemacht hat es allemal. (O_v_O)

 

 

images/live-pic/2012_12/GodSeed.JPGGod Seed

 

Damit waren meine Hauptbands quasi vorbei. Die Ex-Gorgoroth-Dushs von God Seed langweilten mich von Minute eins, zumal das pathetische Keyboard mit den lächerlichen 70er Hammond-Orgel-Sounds nicht nur bei mir despektierliche Kommentare hervorrief. Der Rest der Musik(er) war alter Wein in neuen Schläuchen der Marke norsk arysk Black Metal raaar. Für alle geneigten Leser dennoch ein paar Hintergrundinfos: God Seed ist eine Norwegische Black Metal Band aus Bergen. Die ehemaligen Gorgoroth-Leute Gaahl und King ov Hell haben sich 2009 nach dem Ende von Gorgoroth zum Weitermachen entschlossen und God Seed gegründet. Nach nur wenigen Gigs verließ Gaahl die Band bereits 2009 wieder. King beendete danach die Arbeit am ersten Album mit dem Sänger Shagrath und veröffentlichte es unter dem Namen Ov Hell. Gaahl schloss sich 2012 wieder der Truppe an und tourt jetzt fleißig mit. (O_v_O)

 

 

Obituaryimages/live-pic/2012_12/Obituary.JPG

 

Das Florida-Urgestein habe ich in den letzten Jahren doch einige Male gesehen, aber langweilig werden Obituary so schnell nicht. Auch der heutige Gig war schön brachial; zwischen God Seed und Cradle Of Filth wirkte das Quintett umso bodenständiger. Keine Bühnenklamotten, kein Intro, keine Effekte, einfach nur auf die Bühne und ein urzeitliches Riff. Wo die anderen Death Metal-Bands des Abends entweder technisch komplex (Psycroptic) oder durchgeknallt (Macabre) waren, sind Obituary eben in erster Linie stumpf. Death Metal aus dem Paläolithikum, gewaltig wie Fred Feuersteins Dampfwalze, dazu paßt John Tardys nach wie vor unmenschliche Stimme, vor der jeder Säbelzahntiger im Nu flüchtet. Songs? „I’m in pain“, „Back to one“, „Stinkupuss“, „Find the arise“, „Turned inside out“ und vieles mehr, zum Abschluß der Gnadenschuß “Slowly we rot”. Die hübsche Dame neben mir meinte sichtlich begeistert: “Das ist, wie zu seiner eigenen Beerdigung zu gehen”, und widersprechen möchte ich ihr nicht. Wer Death Metal in erster Linie mit Blastbeats, Schweinequietschern oder Core-Einflüssen assoziiert, wird über Obituary und ihre orthodoxe Herangehensweise an die eigene Musik weiterhin die gepiercte Nase rümpfen, die Old School-Fraktion freute sich heute umso mehr, zumal die Floridianer gut aufgelegt waren und eine gewohnt kraftvolle Show ablieferten. Geile Sache, mehr davon. (Till)

 

 

images/live-pic/2012_12/CradleOfFilth.JPGCradle Of Filth

 

Ja und dann als Headliner noch Cradle. Habe ich zum letzten Mal vor zehn Jahren gesehen, damals mit nahezu komplett anderer Besetzung und fetter Show mit fettem Sound. Das sah heute anders aus und klang auch so. Vorne war der Sound kompletter Matsch, das Keyboard war nur zu hören, wenn die Gitarren mal Pause machten, diese wiederum kamen äußerst undifferenziert rüber. Laut Kollege O_v_O war es hinten etwas besser aber auch nicht gerade gut. Vielleicht lag es daran, daß das Publikum eine ganze Weile brauchte, um in Fahrt zu kommen, oder aber nach der Florida-Dampfwalze war erstmal Erholung notwendig. So ab der halben Spielzeit ging es dann aber nochmal gut ab, vorne tobte ein Moshpit und so mancher Crowdsurfer segelte gen Bühne. Cradle zockten einen eineinviertelstündigen Querschnitt ihres Repertoires, „Her ghost in the fog“, „From the cradle to enslave“, „Summer dying fast“, „Ctulhu dawn“, „The forest whispers my name“ und „Funeral in Carpathia“ sind mir noch in Erinnerung. Einziger Showeffekt blieb das unablässige Einnebeln Danis, wenn er sich im hinteren Bühnenbereich auf sein Podest stellte. Alles in allem war es nicht schlecht, aber Cradle können mehr und waren schon besser drauf. Heute mußten sie sich God Seed (die mich deutlich mehr begeistern konnten als O_v_O), Psycroptic und Obituary geschlagen geben. Ein andermal, liebe Vampyre. (Till)

 

Zusammengefasst lässt sich sagen: trotz der Höhen und Tiefen ein gelungener Abend. Die Lokalität in Verbindung mit der entsprechenden Infrastruktur setzt durchaus Maßstäbe. Wo sonst findet man eine kompetente Stage mit Chillout-Bereich und mannigfaltigen Essensmöglichkeiten und Parkplätzen in Hülle und Fülle!? Zumindest nicht in der Rhein-Main-Ebene. (O_v_O)

 

Fotos: Till


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