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Crashdiet, Sister, Sleekstain (Frankfurt 2013)

Crashdiet / Sister / Sleekstain

12.05.2013 Nachtleben Frankfurt

 

Die Jungs von Crashdiet hat es wieder mal gebeutelt. Kaum hat die Band zwei Alben im gleichen Line-Up auf den Markt und kann ausgiebig touren, kommt ihr Manager (u. a. Backyard Babies) bei einem Unfall ums Leben. Laut der offiziellen News, hat der Mann das Management alleine geführt, so dass die Band bezüglich diverser Verträge, Zahlungen und organisatorischer Dinge für die laufende Tour in der Luft hängt. Um die Tour zu finanzieren und weiterführen zu können, hat die Band, ähnlich wie für ihre DVD-Produktion, zu einer Spendenaktion aufgerufen. Als Gegenwert bekommt man u. a. seinen Namen in den Special Thanks erwähnt oder spezielle „I saved the Tour“ Shirts mit eigenem Namen. Auf diese Weise konnte die Band innerhalb von 12 Stunden die Tour sichern. Der zu erreichende Betrag wurde innerhalb von 2 Tagen sogar mehr als verdoppelt. Auf eine solche Fanbasis kann man wirklich bauen. Das kleine Nachtleben in Frankfurt, ist der vierte Termin der Tourdates im Mai. Wie auch schon in Hamburg und Dortmund, hieß es „ausverkauft“, was im Nachtleben zwar nur geschätzte 200 Leute bedeutet, das eine oder andere Ticket wäre man aber bestimmt noch losgeworden. Die sehr enge und niedrige Location wurde vom Veranstalter aber nicht bis unter die Decke mit Leuten vollgestopft. Es gab noch genug Platz zum atmen und auch die Klimatisierung im Untergeschoß war OK. Das Publikum war, bei der Stilrichtung nicht anders zu erwarten, locker zur Hälfte weiblich. Aber auch diverse Glam Fans, die auch schon in den 80ern dabei waren, fanden den Weg ins Nachtleben.

 

12_05_Sleekstain.jpgDen Anfang machten Sleekstain aus Frankreich. Die Jungs von der Schweizer Grenze, nutzen ihre 30 Minuten, um die Anwesenden auf Betriebstemperatur zu bringen. Mit ihrem flotten, sleazigen Hard Rock, hatte das Quartett damit auch keine Probleme. Blickfang ist definitiv Lockenkopf und Frontmann Ryff Raff. Der Junge hat ordentlich Feuer im Hintern, eine gute Stimme und turnt auf der Bühne rum, als ob er noch nie was anderes gemacht hat. Live vermisst man allerdings hier und da eine zweite Gitarre, die einige Soundlöcher stopfen könnte. Die Jungs sollte man allerdings im Auge behalten.

 

Sister sind gute Kumpels von Crashdiet und sind (mittlerweile) auch in Stockholm zu Hause. So war12_05_sister.jpg es nur eine Frage der Zeit, bis die Beiden zusammen auf Tour zu sehen sein würden. Sister sind immer noch mit ihrem 2011er Album „Hated“ im Rücken unterwegs und dass sie bei Live Shows keine Gefangenen machen, ist auch bekannt. So auch im Nachtleben. Man stieg mit „Body Blow“ in das Set ein und Sänger Jamie gab auf der kleinen Bühne Vollgas. Der Typ ist selbst auf einem Quadratmeter nicht zu bremsen und ein absolutes Energiebündel. Auch mit dabei, Neu-Gitarrist Tim, der den ausgestiegenen Lestat ersetzt. Tim ist zwar mit einer beeindruckenden Matte gesegnet, steht aber noch etwas unauffällig auf der linken Bühnenseite rum. Zum fast kompletten „Hated“ Album, gesellten sich mit „Slay Yourself“ eine neue Nummer, sowie mit „I Don’t Mind If You Die“ noch eine Nummer der „Dead Boys Making Noise“ EP. Nach 45 Minuten und „Too Bad For You“, war dann Schluss. Eine geile Liveband, egal ob im Club oder auf der großen Bühne.

 

12_05_crashdiet.jpgCrashdiet sind schon etliche Wochen auf Tour. Nach den USA mit Crucified Barbara, ging es nach England mit Jettblack, wo auch schon Sleekstain mit von der Partie waren. Den kompletten Mai geht es durch Europa. Der Abstecher nach Japan wurde, wegen der Situation der Band nach dem Tod des Managers, kurzfristig abgesagt. Als Einstieg in den Set, gab es gleich einen Dreier vom neuen Album „The Savage Playground“; „Change The World“, „Circus“ und „Anarchy“, gefolgt von „Alive“ und „Chemical“.  Sänger Simon, der gerne mal etwas planlos über die Bühne tanzt, gab sich heute etwas gediegener und nicht ganz so zappelig. Zudem gab er gleich die Frage ans Publikum, ob noch jemand so betrunken wäre, wie er. Das erklärt zum einen das ruhigere Stageacting, sowie die etwas entspanntere Kommunikation mit dem Publikum. Allerdings war Basser Peter London auch nicht mehr so ganz frisch und hatte wohl auch schon das eine oder andere Bier geleert. Martin Sweet (Git) und Drummer Eric waren noch im Vollbesitz ihrer Koordination, so dass spielerische Ausfälle ausblieben. Die komplette erste Hälfte des Gigs, bestand nur aus Songs der letzten beiden Alben, sogar das 7-minütige „Garden Of Babylon“ kam zum Zuge. Mit „Riot In Every One“ und „Queen Obscene“ fanden leider nur zwei Songs der Pre-Simon Ära in der Setlist Platz, das wird hoffentlich nicht zur Gewohnheit. Das Debut „Rest In Sleaze“, kann man schon bei den Klassikern einsortieren und „The Unattractive Revolution“ steht zu unrecht im Schatten der anderen Alben. Auf der anderen Seite war die Stimmung durchgehend gut, da auch auf den letzten beiden Alben genug potentielle Hits zu finden sind. „Anarchy“, das poppige „Circus“, „Generation Wild“ oder „Native Nature“ sind richtig starke Nummern. Nach gut 70 Minuten war der Spaß auch vorbei. Als Rausschmeißer diente die Video-Single „Cocaine Cowboys“, nach der auch gleich das Licht anging. Große Versuche, die Band noch zu einer Zugabe zu bewegen, blieben aus. Zum einen wollten die meisten an diesem Sonntagabend zügig nach Hause, zum anderen war das jüngere Publikum in den ersten Reihen glücklich und zufrieden und strömte gleich in Richtung Merchandise. Ich hätte in dem kleinen und ausverkauften Nachtleben allerdings etwas mehr Stimmung erwartet. Soundmäßig erwischten Crashdiet allerdings auch nicht den besten Tag. Zwar klang alle etwas fetter, als bei Sister und Sleekstain, dafür aber auch nicht so klar und es wummerte doch recht häufig. Trotzdem ein sehr gelungener Abend, mit schlanken 14.50€ (incl. VVK) Eintritt. Die Preise im Nachtleben sind, mit 3.50€ für ein 0,4l Wasser oder 4,50€ für eine Apfelschorle in gleicher Größe, schon eher sportlich.

 

(Schnuller)


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