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Annihilator, Harlott, Archer (Aschaffenburg 2015)

Annihilator, Harlott, Archer

Colossaal, Aschaffenburg

29.10.2015

 

Drei Länder, drei Thrash-Bands .. Metal-Integration pur! Den Anfang durften die Kalifornier von Archer bestreiten, die alleine aufgrund ihrer Herkunft mit dem Bay Area Thrash der 80er vertraut sind. Deren Scheibe Harlott"Culling The Weak" konnte mich zwar technisch überzeugen, es fehlte mir jedoch etwas an Druck und Dynamik. Aber genau diese beiden Dinge entfachten Archer heute mehr als gekonnt. Sänger/Gitarrist Dylan Rosenberg erinnert dabei stimmlich immer wieder an Dave Mustaine, während man optisch zu glauben denkt, den jungen Zakk Wylde vor sich zu haben. Passend zur Stimme gab's dann auch noch "Tornado Of Souls" von Megadeth zu hören, wobei man zu keiner Zeit eine zweite Klampfe vermissen ließ. So entwickelte sich diese Dreierkombo zur echten Überraschung des heutigen Abends von der man zukünftig hoffentlich noch einiges hört.

 

In Sachen Schnellig- und Kompromisslosigkeit legten anschließend Harlott eine ordentliche Schippe drauf. Annihilator Jeff"Proliferation" nennt sich das erste Geschoss des heutigen Abends und ist zugleich der Albumtitel ihres Zweitwerks. Kreator und Exodus lassen mehrmals grüßen und das Publikum nimmt die enorme Spielfreude der Australier dankend an. Sechs weitere Tracks gemixt aus beiden Alben folgen und "Means To An End" bildet dann den Abschluss eines fulminanten Orkans aus Down Under, der teils rasend schnell an einem vorbei zog.

 

Dass Jeff Waters das "junge Gemüse" nicht zu scheuen braucht, ist bekannt. Jedoch hängt seit dem Abgang von Dave Padden wieder die Doppelbelastung von Gitarre und Gesang an dem Gitarrenweirdo.Während im HIntergrund "Rock Annihilator You Like A Hurricane" von den Scorpions den Showbeginn einläutete, machten sich Annihilator bereit, um gleich "King Of The Kill" abzuschiessen. Der fast ausverkaufte Colossaal zeigte sich vollends begeistert und schrie die markanten Textpassagen in das verschwitzte Rund. Im Anschluss gab es mit dem Titelstück "Suicide Society", dem ruhigeren "Snap" und dem starken "Creeping Alive" gleich drei Nummern aus dem aktuellen Album, während man im weiteren Verlauf des Sets auf eine ausgewogene Mischung aus rund 30 Jahren Annihilator zurück griff. Ohne Frage wurde "Alison Hell" frenetisch aufgenommen, aber hier hatte Herr Waters seine Problemchen bei den hohen Passagen. Die Spielfreude hat er allerdings auch nach drei Jahrzehnten noch nicht verloren und zwischen den Songs wurde zur Auflockerung immer mal wieder ein Witzchen gerissen. Allerdings wurde auch schnell klar, dass die Doppelbelastung für Jeff wirklich eine solche darstellt. Das Stageacting musste doch um einiges eingeschränkt werden und so fehlte mir schon ein wenig der Spirit der vorangegangenen Tourneen. Aber sind wir mal ehrlich: Wer "W.T.Y.D.", "Phantasmagoria" oder "Set The World On Fire" im Gepäck hat, muss nicht zwangsläufig ständig über die Bühne tänzeln. Trotz fast zwei Stunden Spielzeit hat man den einen oder anderen Klassiker vermisst, aber dies wäre selbst bei drei Stunden noch der Fall. Unzufrieden ging hier jedenfalls niemand nach Hause.

 

Text: Hansy

Pics: Thomas

 


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