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Party.San Metal Open Air 2014

                                                                 Party.San Metal Open Air 2014 (7.-9.8., Schlotheim/Flugplatz)

 

Zum mittlerweile 19ten Mal heißt es „Hell is Here“ beim Party.San. Zum vierten Mal ist die Hölle nun im schönen Schlotheim zu finden, dass die Metalheads mit offenen Armen willkommen heißt und alles zu bieten hat, was das Metallerherz begehrt – es sei denn man benötigt eine Luftmatratze, dann hat man echt gelosed, aber dazu ein andermal.

Als nunmehr wohl unangefochtenes Lead-Festival der Extreme-Metal-Szene bietet das Party.San eine immer gelungene Mischung zwischen Qualität und Quantität. Es gibt eine große Auswahl an verschiedensten kulinarischen Angeboten(Afghanisch, Chinesisch, uvm.), allerlei Verkaufsständen inkl. einem Gitarrenbauer und gute günstige Getränken. Nach wie vor genieße ich den Campground und die kurzen Wege. Wer einmal das Trauma hinter sich gebracht hat, von Wacken-Zeltplatz Z14 zur Stage gelaufen zu sein – und vielleicht auch noch ohne Blasen-Pflaster – der weiß wie cool kurze Wegen zwischen Zelt, Lokus und Stage sind.
Zusätzlich war das Wetter in diesem Jahr wirklich ok. Nicht zu heiß, aber auch nur ein wenig Regen… Nach einem kritischen Absturz in der Metal Disco ging es direkt ins Gefecht:

 

1Donnerstag 07.08.14


NECROWRETCH
Opener ist oft ein undankbarer Job - nicht aber auf dem PartySan. Hier wir oft bereits die erste Band abgefeiert. Nicht in diesem Jahr. Es war eine Schade und wirklich frech, denn das gezeigte Niveau lag auf Augenhöhe einer Schulband (ohne Gymnasiale Oberstufe). Katastrophales Zusammenspiel, schlechter Sound und zu allem Überfluss die peinlichste Coverversion aller Zeiten. SCREAM BLOODY GORE war zum Verzweifeln schlecht gespielt. Einfach nur peinlich und eben nicht oldschool...


GOD MACABRE
Heilten die mir von NECROWRETCH angetane martialische Gewalt zumindest im Großen und Ganzen. Seriöser Death Metal mit wenig Höhen aber auch keinerlei Tiefen. Eben eine nette Nummer zwei. Mehr gibt es da nicht zu sagen.


SKELETONWITCH
Waren einfach phantastisch. Eine Mischung aus Black und Death Metal mit Power Metal Einflüssen in der Gitarrenarbeit in Spitzenqualität vorgetragen rissen mich förmlich weg. Dazu die charismatische Frontsau und viel Bewegung auf der Bühne... Auch der Sound unterstützte den Vortrag. Transparent und ausgewogen, dabei absolut mächtig. Der erste Festivalhöhepunkt des PartySan 2014. Very well done!


ATLANTEAN KODEX
Stand jetzt nicht auf meiner Liste, aber mein mitreisender Gitarrist wollte unbedingt… Ich persönlich finde, dass der melodische Power Metal der Bayern hier nichts zu suchen hat. Damit war ich wohl nicht allein, denn es wurde immer leerer. Dennoch handwerklich eine gute und seriöse Sache.


GRAVE
Habe ich nun doch schon einige Male gesehen. Leider war der Sound doch recht schlecht. Dennoch war eine gute Show genau das, was die ausgehungerten und von ATLANTEAN KODEX verstörten Headbanger brauchten und was geliefert wurde. Gerade beim dem Song “Into The Grave” flippe alles aus. (Olaf)

 

ENTOMBED A.D.

Entombed direkt nach Grave auftreten zu lassen ist natürlich ein extrem gelungener Plan und hätte im Normalfall für die ultra Party am Donnerstag gesorgt. Leider machten sowohl der Sound, als auch die Band selbst nicht gerade das Beste aus der Situation. Der Sound, weil er leider viel zu leise und auch blutarm daher kam. Die Band, weil sie leider nicht ihren besten Tag erwischt hatte und mehr wie eine Cover Band agierte (böse Zungen behaupten ja nach den ganzen Querelen um den Namen, sei die Band sowieso genau dies) und irgendwie etwas unbeholfen wirkten. Das riss auch eine Göttergabe wie „Left Hand Path“ nicht raus. Sehr schade… (Dän)


WATAIN
Habe ich das erste Mal als Vorband von Dissection in Münsters Live Arena gesehen. Sowohl die Konzerthalle, als auch die damaligen Headliner sind Geschichte. Nach längerer Zeit Umbaupause ging es dann endlich los, wobei fast ausschließlich Songs des letztjährigen Erfolgsalbums “The Wild Hunt” lagen. Dazu noch die Evergreens “Outlaw” und “Holocaust Dawn”. 2Dennoch sprang der Funke bei mir einfach nicht über.

 

 

Freitag, 08.08.14


JIG-AI
Nach anfänglichen technischen Schwierigkeiten, die doch fünfzehn Minuten Verspätung brachten, gab es eine Runde Gore Grind für alle. Seit meiner letzten Show auf einem andern Party.San mag ich die Jungs echt gerne und wurde auch diese mal nicht enttäuscht - inkl. Konfetti und jede Menge guter Laune! (Olaf)

 

HAVOK

Die gute Laune blieb dann auch bei Havok oben, die mit ihrem Thrash Metal zwar ein gänzlich anderes Klientel ansprachen, trotzdem aber eine energiegeladene Show auf die Bretter legten und auch vor der Bühne für ordentliche Bewegung sorgten. Starker Auftritt!

 

LOST SOCIETY

Dasselbe lässt sich im Prinzip auch über die darauf folgenden Lost Society sagen, wobei ich die schwer gehypten finnischen Jungspunde nicht ganz so geil fand wie noch Havok davor. Woran das lag? Möglicherweise daran, dass die Bühnenaction etwas zu gewollt und einstudiert wirkte… Trotzdem ne solide Nummer.


AHAB
(Funeral) Doom und die gnadenlos runterknallende Sonne passen ja nur bedingt zusammen, dennoch wurde es bei Ahab dann richtig voll vor der Bühne. Viel Bewegung oder gar ein Moshpit gab es hier erwartungsgemäß natürlich nicht, trotzdem wurde die Band ordentlich gefeiert und man kann diesen Auftritt zweifellos als erfolgreich verbuchen. Zum Abschluss gab es noch eine schweinegeile Coverversion („Wölfe“) der leider kürzlich verblichenen Omega Massif, die dann doch noch für etwas Bewegung im Pit.

 

INQUISITION

 Nun wurde es richtig voll vor der Bühne, denn das 2- Mann Kommando Inquisition bat zum Tanz. Wobei, als wahrer Black Metaller darf man das ja vermutlich nicht. Nichtsdestotrotz ging es vor der Bühne gut ab und Songs wie das hypnotisch walzende „Desolate Funeral Chant“ wurden gnadenlos abgefeiert. (Dän)


ABORTED
Waren nicht so geil wie auf dem Eisenwahn 2013, aber dennoch eine runde Sache. „The Doctor came in“ und ging ab Was soll man da noch sagen? Vor allem die sympathische Frontsau Svencho macht mich immer wieder glücklich. Klasse Show, 3an der man sich einfach nicht satt sehen kann. (Olaf)

 

BENEDICTION

Und weiter ging es mit Benediction. Die englischen Szene-Veteranen sieht man ja auch nicht an jeder Steckdose spielen, aber wenn man sie dann doch mal vor die Nase bekommt, dann liefern sie immer solide Kost ohne nennenswerte Höhen und Tiefen ab. So auch an diesem Freitagnachmittag. Wobei man an dieser Stelle durchaus anmerken könnte, dass die Show der Briten gegen das vorige Inferno von Aborted fast schon altbacken wirkte.

 

MISERY INDEX

Alles andere als altbacken kam dann der darauf folgende Auftritt von Misery Index daher. Der Baltimore Vierer ist live einfach eine absolute Macht und machte auch diesmal keine Gefangenen. Egal ob altbewährtes wie „Traitors“ oder neues wie „Conjuring The Cull“, Band und Publikum gingen gemeinsam steil und hatten sichtlich Spaß.

 

REPULSION

Spaßig ging es dann auch weiter. Die Extrem Metal Urväter von Repulsion gaben sich bei einem ihrer seltenen Europa Auftritte die Ehre und erteilten mal eine 45-minütige Nachhilfestunde in Sachen Death und Grind. Leider wohnten dieser nicht übermäßig viele Headbanger bei, die die da waren erlebten aber eine absolut geile Show!

 

THE HAUNTED

Auch bei The Haunted blieb es dann leider verhältnismäßig leer. Dabei legten die fünf Schweden mit Rückkehrer Marco Aro am Mikro eine solide Thrash Show hin und zeigten mehr als eindrucksvoll, dass auch in Zukunft wieder mit ihnen zu rechnen ist.

 

SUFFOCATION

Nun folgte mein persönliches Festival Highlight! Mit einem ultrabrutalen Sound und einer genialen Setlist (u.a. „Catatonia“, „Pierced From Within“, „Liege of Inveracity“, „Funeral Inception“) zerlegten Frank Mullen & Co. erbarmungslos die Bühne. Apropos Mullen, dieser ließ sich ja beim letzten Europa Abstecher noch von Dying Fetus Brüllwürfel John Gallagher ersetzen und freute sich nun umso mehr wieder auf europäischen Bühnen zu stehen, was er mit einer bockstarken Performance zum Ausdruck brachte. Hammer!

 

MARDUK

Marduk sind Marduk sind Marduk. Soll heißen, wer die Band in den letzten Jahren mal live gesehen hat, der weiß was er bekommt. Nämlich eine Black Metal Show, die rasend schnell und gleichzeitig tonnenschwer über dich drüber fährt und dich dann ohne Blick zurück im Staub liegen lässt. Je nach Standpunkt findet man das entweder saugut oder saulangweilig. (Dän)


SATYRICON
waren nicht der Headliner, für den ich sie gehalten habe. So selbst inszeniert und narzisstisch, zu langweilig und gewöhnlich. Musikalisch rund, aber ohne wirklichen Höhepunkt ging die Show an mir vorbei, ohne dass ich bangen wollte. (Olaf)

 

 

Tentstage:

INCARCERATION

Die Ehre die Tentstage zu eröffnen, fiel in diesem Jahr Incarceration zu. Die Formation um Exil-Brasilianer Daniel Silva machte dann auch keine Gefangenen und ballerte ab der ersten Sekunde aus allen Rohren und das gut gefüllte Zelt ging sofort ordentlich mit. Lediglich die geschrienen Ansagen waren etwas nervig, ansonsten gab es hier aber nichts zu meckern.

 

ROGASH

Etwas weniger energiegeladen, aber trotzdem solide, gingen im Anschluss Rogash zu Werke. Die Formation aus Jena genoss natürlich Heimvorteil und lieferte eine ordentliche Death Metal Show vor einem beachtlich gefüllten Zelt ab.

 

SPHERON

4Die Burschen aus Ludwigshafen mussten leider ohne ihren Etatmäßigen Sänger Daniel anreisen und ernannten somit kurzerhand ihren Bassisten Matze zum Brüllwürfel, der aber (auch angesichts der ungewohnten Doppelbelastung und des nicht gerade straighten Materials) eine absolut starke Performance bot und dieses “Manko“ nahezu vergessen machte. Somit konnte die Band mit ihrem progressiven Death Metal nicht nur mich überzeugen und spielte ein sehr gutes Set.

 

THULCANDRA

Bei Thulcandra handelt es sich um den Dissection Worship von Obscura Mastermind Stefan Kummerer. Die Musiker können also was und brachten das Zelt mit ihrem Melodic Death/Black Metal ordentlich in Wallung. Eine gute Wahl für den Headliner!

 

 

Samstag, 09.08.14

 

CASHLEY

Nachdem im letzten Jahr Bonsai Kitten den Spot des Samstagmorgen Acts im Frühstückszelt übernahmen, sind nun wieder Cashley an der Reihe. Die durch den Rockabilly Fleischwolf gedrehten Coverversionen bekannter Rock- und Pophits sind sicherlich nicht jedermanns Sache, aber wie auch in den Jahren zuvor wird die Band wieder tierisch abgefeiert und darf mehrere Zugaben gaben.

 

NOCTURNAL

Auf der Hauptbühne startet der letzte Tag dann recht pünktlich um 12:00 Uhr mit den Mainzer/innen von Nocturnal. Die Black/Thrash Formation um Frontfrau Tyrannizer agiert engagiert und erfüllt ihre Aufgabe als erster Weckruf optimal.

 

MUMAKIL

Im Anschluss gibt es dann eine Portion Grindcore von Mumakil. Die Schweizer Formation besteht auch schon seit 10 Jahren und kann auf eine Vielzahl von Auftritten zurück blicken, was man auch hier merkt, denn der Energieaustausch zwischen Band und Publikum ist trotz früher Uhrzeit bemerkenswert hoch.

 

PROTECTOR

Kultig geht dann mit Protector weiter. Szene Urgestein Martin Missy und seine Schweden bieten dann dem Kuttenträger das komplette Thrash Metal Paket und feiern eine ordentliche Old School Party. Es fehlte eigentlich nur das Dosenbier. (Dän)


IMPERIUM DEKADENZ
Waren sehr geil. Eine schwarzmetallische Mär, die mir die Seele aus dem Leib saugte. Für mich zusammen mit SKELETONWITCH das Festival-Highlight. Komplexe Songs, die gut funktionieren und dazu ein professionellen Stage-Acting. Eben sehr geil.


MALEVOLENT CREATION

Habe ich das letzte Mal schon zerrissen. Auf Platte ein absoluter Klassiker, auf der Bühne einfach zweitklassig. Den anwesenden Fans schien es dennoch zu gefallen – jedem das seine.


GRAND MAGUS
War die nächste musikalische Fehlbesetzung für das Lead-Festival im Extrem-Bereich. Noch eine Runde klassische Heavy Metal mit teutonischen Texten konnte und wollte ich nicht ertragen und ging angewidert ein Bier trinken.

NAPALM DEATH
Fickten mit der Axt. Es war einfach nur gut und überwältigen. Der Pit kochte und ich kochte mit. (Olaf)

 

KATATONIA

Als krasser Kontrast folgte auf englischen Grindcore dann schwedischer Düster Rock. Katatonia war/ist ja auch so eine Band bei der man sich auf den ersten Blick fragt, was sie denn im Schlotheim zu suchen hat, aber Blackheim, Renske und Co. kommen überraschend gut an und können spätestens zum Ende hin mit „Brave Murder Day“ Material punkten. Ich fand’s gut!

 

OBITUARY

Sind wir mal ehrlich. Die ersten 3-4 Obituary Alben sind Meisterwerke und gehören zu recht zu den Meilensteinen der Szene. 5Alles was danach kommt ist, wenn man mal die Fanboy Brille weg lässt, eher verzichtbar. So wundert es auch nicht wirklich, dass die Band sich bis auf eine Ausnahme nur auf ihre Frühphase konzentriert. Bei fantastischem Sound liefert der Florida Fünfer eine richtig geile Show ab, die ich so definitiv nicht erwartet hätte, da ich die Band bislang leider noch wirklich gut erleben durfte. Hut ab!

 

KREATOR

Zum Abschluss gab es dann noch mal eine Portion Thrash von Kreator. Früher mal eine meiner absoluten Lieblingsbands, können Mille Mannschaft mich heute trotz hervorragender Alben zumindest live nur noch bedingt begeistern. Klar gibt es eine monströse Bühnenshow, natürlich hat man einen Haufen Hits im Gepäck und selbstverständlich wird das ganze extrem professionell dargeboten. Aber wer Kreator in den letzten Jahren schon mal live gesehen hat, der bekommt eigentlich fast immer dasselbe geboten. Dieselben Ansagen, dieselben Hits, … Es ist einfach zu vorhersehbar. Das ist letztlich natürlich meckern auf hohem Niveau, mit 3 Tagen Festival in den Knochen, schaut man sich eine solche Show aber eher nicht bis zum Ende an.

 

 

Tentstage:

 

ABYSSOUS

Die Chemnitzer kannte ich bisher nur dem Namen nach, aber dem Füllstand des Zeltes nach zu urteilen war ich da wohl der einzige. Die Chemnitzer boten eine feine Mischung aus Death- und Black Metal, der für ordentlich Bewegung vor der Bühne sorgte.

 

ARROGANZ
aus Cottbus prügeln einen klassisch-frischen Death Metal nach vorne. Fett, präzise und einfach aufs Maul. Vom aktuellen Album “Tod & Teufel”, welches Ende des Jahres erscheinen soll, wurde schon mal in Teilen vorgestellt und hat Laune auf mehr gemacht. Ich hoffe wir erhalten es in der Redaktion!

 

UNLIGHT

Dass deutscher Black Metal nicht immer zwingend peinlich sein muss, beweisen schon seit Jahren die Baden Württemberger Unlight. Nicht nur deren Alben sind großartig, auch die Show ist mehr als fett und kommt, von Corpsepaint und Spikes mal abgesehen, ohne große Klischeereiterei aus. Auch eine gelungene Coverversion von „Der Wachturm“ untermauert dies.

 

BÖLZER

Bei Bölzer wird es dann knackevoll im Zelt und die Two Man Show wird von den anwesenden gnadenlos abgefeiert. Es ist aber auch wirklich faszinierend was die Herren KzR und HzR da für eine fette Black/Death Soundwand aufbauen. Sollte man auf jeden Fall im Auge behalten. (Dän)

 

 


Fazit Olaf: Und das PartySan war vorbei. Die Kritik in aller Kürze: Zu viel klassischer Heavy Metal, zu viele Spaßleute und ein wirkliches Highlight mehr bitte. Vielleicht mal eine Show von Emperor!

 

Fazit Dän: Viel zu meckern gibt für mich auch in diesem Jahr nicht. Dass es ein paar traditionellere Heavy Metal Bands in das Billing geschafft haben stört mich nicht wirklich, da sie doch auch ein wenig Abwechslung in das ganze Geballer gebracht haben. Wie jedes Jahr würde ich mich über 2-3 Bands aus dem Brutal Death Metal Bereich freuen, ansonsten war ich auch 2014 wieder mal zufrieden.

 

 

Fotos mit freundlicher Genehmigung von hell-is-open.de


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