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ENFORCER, SKULL FIST, VANDERBUYST, GENGIS KHAN (Mühltal 2014)

ENFORCER, SKULL FIST, VANDERBUYST, GENGIS KHAN Mühltal / Steinbruchtheater 16.02.2014

 

Mit dieser Tour tingelte, schon recht früh im Jahr, ein absolutes Highlight durch die Lande. Ein Package mit jungen und hungrigen Bands, die live zu überzeugen wissen und das mächtig viel gute Laune verbreitet hat. Das Publikum im Steinbruch war dankbar und ließ sich von den Bands mitreißen. Auch die lockere Art der Bands, die vor und nach ihrem Gig in der Halle ansprechbar waren, tut sein übriges dazu. Dass sich die Frontmänner von SKULL FIST und ENFORCER erst mal trockenlegen mussten, damit Rücksicht auf ihre Stimme nahmen, bevor sie in der Halle auftauchten, zeigt auch die Professionalität der Bands. Ein ganz starker Abend, für den das Steinbruch-Theater genau die richtige Location war. Das Steinbruch-Theater in Mühltal (bei Darmstadt) ist übrigens eine Location, die schon seit über 30 Jahren als Live und Disco Betrieb die Region mit Rockmusik aller Arten versorgt. Zudem besitzt die Location, als eine der wenigen, mehr als ausreichenden Parkplatz.

 

Der Openerposten auf der Tour, fiel den Italienern GENGIS KHAN zu, deren Debüt "Gengis Khan was a Rocker" letztes Jahr bei MDD erschien. Zwar haben die Jungs eine ordentliche Bühnenpräsenz, ihr etwas biederer Heavy Metal ist aber noch nicht der Weisheit letzter Schluss. Die Songs sind wenig originell und auch der Fronter könnte noch einige Übungsstunden gebrauchen. Dafür besitzen die Enforcer_SkullFist Vanderb.jpgGENGIS KHAN einen echt starken Drummer, der nicht nur eine gute Show macht, sondern auch mit sattem Punch und exzellenten Breaks punkten kann. Das verhilft den Songs  zwar zu einem guten Drive, kann aber nicht alles retten.

 

 

VANDERBUYST hatten leichtes Spiel. Kaum hatte Willem Verbuyst die ersten Akkorde rausgehauen, gingen in den ersten Reihen auch schon die Hände hoch. Das tourfreudige Trio hat einfach eine sympathische Ausstrahlung und dementsprechend auch viele Anhänger. Ein befreundetes Pärchen sah die Holländer heute zum 27. Mal und wollen noch nach Leipzig zum 28. Gig mit der Band. Der Gute-Laune Hard Rock kam zwischen den härteren Bands gut an, was auch an der energiegeladenen Show lag. Den Titel des Most-banging-Man kann definitiv Willem Verbuyst für sich beanspruchen, der auch während seiner Leads die Lockenmatte schüttelte. Für Schlappe 7€ gab es am Merchandise die 7" Single "Little Sister", die nur für die Tour aufgelegt wurde. Sehr starker und unterhaltsamer Gig, einer sehr sympathischen Band.

 

Was SKULL FIST auf der Bühne veranstalten, ist schon sehr beeindruckend. Bei aller technischen Finesse, ist die Band dauernd in Bewegung. Ausflüge ins Publikum, bei denen crowdsurfend noch fehlerfrei gespielt wird, sind ebenso an der Tagesordnung, wie die Huckepack-Nummer der beiden Gitarristen. Dabei sitzen noch alle Leads, die nicht zu selten zweistimmig aus der Hüfte geschossen werden. Beim Opener "Ride The Beast" war vor der Bühne noch etwas mehr los, als bei VANDERBUYST. Die etwas dünne Stimme von Fronter Jackie Slaughter, ging zwar etwas im Gesamtsound unter, was der Stimmung aber keinen Abbruch tat. Die speedigen Hymnen der beiden Alben, sowie der EP, sind Party-Metal pur, kombiniert mit dem 80er lastigen Outfit der Band, kann nichts schief gehen. Vom starken neuen Enforcer_SkullFist SkulBass.jpgAlbum „Chasing The Dream“ wurden passenderweise auch genug Songs zum Besten gegeben. „Hour To Live“ und „Chasing The Dream“ wurden gleich nach dem Opener abgefeuert. Weiterhin gab es „Mean Street Rider“ und „You`re gonna Pay“, zu dem die Band ein extrem unterhaltsame Low-Budget Video gedreht hat, zu hören. SKULL FIST, besonders Fronter Jackie, sind immer ein wenig over the top, allerdings ohne aufgesetzt zu wirken….und das macht live richtig Spaß!

 

Richtig Spaß machen auch ENFORCER. Die Schweden sind technisch nicht ganz das Kaliber von SKULL FIST, haben aber definitiv die besseren Songs am Start. Auch der charmante Rumpelfaktor, der ENFORCER auf der Tour zum „Diamonds“ Album noch anhaftete, gehört größtenteils der Vergangenheit an. Das Zusammenspiel ist wesentlich tighter geworden, ohne das die enthusiastische Bühnenshow darunter leiden muss. Besonders Frontmann Olof scheint mit der Doppelbelastung Gesang/Gitarre mittlerweile besser umgehen zu können. Seine Parts kommen sauberer rüber und die Stimme wirkt live nicht mehr so angestrengt, wie auf der Tour zum „Diamonds“ Album.  Mit dem Doppelpack „Death Rides this Night“ und „Mesmerized by Fire“ vom aktuellen Album, stiegen die Jungs stark in das Set ein. Es folgte mit „Live for the Night“ und  dem geilen „Katana“ ein weiterer Doppelpack (vom „Diamonds“ Album), nach denen das Debut ebenfalls mit zwei Songs zum Zuge kam („Into the Night“ und „Scream of the Savage“). Die ENFORCER konnten die Stimmung von SKULL FIST locker halten und präsentierten sich auf der Bühne Enforcer_SkullFist Joseph.jpgsouverän, aber nicht zu abgeklärt. Fronter Olof ist nicht unbedingt der Typ der großen Worte, die Ansagen waren souverän, aber nicht zu ausufernd. Nach seiner Aufforderung zum Stagediven, war auch nicht nur vor, sondern auch über der Bühne etwas los. Der Anteil der Diver war sogar locker zu 1/3 weiblich, die zum Teil sogar richtig divten und sich nicht nur tragen ließen. Im Set ging es mit „Take me out of this Nightmare“ und „Fire walk with me“ weiter, gefolgt von einem kurzen Drum Solo und „Run for your Life“. „Silent Hour“, der nächste Song, gehört zwar nicht zu meinen Favoriten der Band, das darin übergehende Instrumental „The Conjugation“ allerdings schon. Ein ganz starkes Stück, mit tollen Harmonien, das nur für zwei Gitarren arrangiert ist und ohne etliche Overdubs fesselt. Mit „Satan“ wurde das reguläre Set beendet. Die geforderten Zugaben wurden selbstverständlich mit „Midnight Vice“ und dem VENOM Cover „Bursting Out“ gewährt. Eine ganz starke Vorstellung!

Ganz klar, wer diese Tour verpasst hat, der hat wirklich was verpasst!

(Schnuller)

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