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Aus dem schönen Marburg kommen die Speed/Black/Punk Thrasher Knife, die mit ihrem selbstbetitelten Debut schon Staub aufwirbelten und jetzt mit dem neuen Werk „Heaven Into Dust“ so richtig loslegen wollen. Mir gefällt diese Old School Mixtur sehr gut und deshalb führte ich ein Interview mit Basser Gypsy. Wetzt die Messer!

 

  1. Erzähle doch mal bitte über euren Werdegang für alle die noch nie was von Knife gehört haben…

 

Gypsy: Hey und erstmal danke für das Interview! Wir sind eine vierköpfige Speed Black Metal Punk Band aus dem Herzen Hessens in Marburg an der Lahn. Wir alle vier standen schon Jahre zuvor in unterschiedlichen Beziehungen zueinander. Vince (v.) und Laz (g.) spielen seit mehreren Jahren in einer Action Rock ‘n’ Roll Band. Laz für seinen Teil ist auch schon einige Jahre mit Ferlis (d.) Band unterwegs. Ich selbst, mit meinen fast 10 Jahren Altersunterschied zu den alten Herren, war immer der Typ, der sich ihre Bands angeschaut hat. Davon abgesehen kenne ich Vince und Laz auch schon längere Zeit. Als Vince und Laz sich dafür entschieden, dass es Zeit für etwas Neues ist, brachten sie Knife auf den Tisch. Ferli begeisterte sich recht schnell mit dem was sich da anbahnte und machte sich direkt an die Schießbude. Ähnlich erging es mir. Als Nachfolger von Rook gesellte ich mich an den Bass, als die Jungs auf der Suche nach einem Viersaiter waren.

 

  1. Euer Debut erschien 2021 bei Dying Victim Productions. Wie kam das Werk bei Presse & Fans an?

 

Gypsy: Wir erhielten positive Resonanzen auf unser Debüt. Dadurch dass wir bereits zuvor 2 Tapes rausgebracht haben waren wir glaube auch zu besagtem Zeitpunkt kein unbeschriebenes Blatt, zumindest was den Underground anging. Skeptisch blieb ich wegen der damals explodierenden Corona-Situation in Deutschland und Europa. Ein Full-Time-Album, oder gar Debut,  zu promoten ohne Shows im dafür Rücken zu haben, klingt erstmal nicht geil. Die Energie und Kraft, die wir auf die Bühne hätten bringen können, steckten wir stattdessen in Social Media Promo - Zeit war ja da, der Ehrgeiz sowieso. In 2022 holten wir und die Szene dann den Live-Durst nach. Es war uns allen ein Fest!

 

 

  1. Ihr habt jetzt euer zweites Album am Start und seit beim Branchen Riesen Napalm Records untergekommen. Wie kam es dazu?

 

Knife – 1Gypsy: Die ersten Riff-Ideen für neue Tracks waren schon schnell geboren, Laz ist ein begnadeter und ehrgeiziger Gitarrist. Da wir auch trotz Arbeit, Familie und Privatem sehr eng vernetzt bleiben, nahm “Heaven Into Dust” mehr und mehr Gestalt an. Plötzlich, mitten in unserem Arbeitsprozess, überraschte uns Seb von Napalm Record mit seinem Kontakt und mit seinem Interesse. Da wir passenderweise ja tatsächlich was am Produzieren waren, passte es wie die Faust aufs Auge. Klar, einen Labelwechsel macht man nicht einfach über Nacht, es gibt immer Gründe, es zu besprechen und zu diskutieren, was wir taten. Unterm Strich hielten wir es für das Vorwärtskommen und Entwickeln der Band als wichtigen Bestandteil uns der Napalm-Familie anzuschließen . Wir freuen uns das “Heaven Into Dust” unter dem NR Logo geboren wird.

 

 

  1. Gibt es Stimmen die das jetzt vielleicht verurteilen werden das ihr bei einem so großen Label unterschrieben habt?

 

Gypsy: Ich für meinen Teil bin noch auf kein Statement solcherart gestoßen. Ich schließe sie aber auch nicht aus. Lass mich aber etwas mehr ausholen:Metal ist mittlerweile so facettenreich wie die Leute, die ihn hören. Letztlich soll es doch nur darum gehen, dass man das Gehörte geil findet oder eben nicht (oder irgendwas dazwischen). Heruntergebrochen also der gute alte Geschmack und dieser ist, wie wir alle wissen, einfach nunmal verschieden. Stützt dir ein riesiges Label den Rücken, können diesen Aspekt mit Sicherheit nicht alle Leute auseinanderhalten; sehen vielleicht nur das mit dem Label verknüpfte Image (was für jeden ja auch nochmal verschieden wahrgenommen wird). Vielleicht ist es aber auch gut so, dass das so ist. Würde ich Band XY, die mir gut gefällt, weiter supporten, würde sie bei einem Nazi-Label landen? Hell no, egal wie geil ihre Mukke ist! Ich glaube, in Diskussionen solcherart kann man sich ewig drin bewegen und wird dabei niemandem gerecht werden.

 

  1. Erzähle doch bitte bisschen was zur neuen Platte „Heaven Into Dust“…

 

Gypsy: Unser Anspruch für “Heaven Into Dust” war sehr eindeutig und klar formuliert: Genauso wie das erste Album nur von allem “mehr”. Und so taten wir es. “Heaven Into Dust” sehe ich als passenden Anknüpfungspunkt an unser Debut. Für mich persönlich sticht noch mehr Thrash und Punk Attitüde in den Songs heraus, aber jeder/jede mag das anders hören. Wichtig für uns war eine direkte visuelle Anknüpfung an den Vorgänger. Manche Stimmen behaupten das die Figur, die unsere Albencover ziert, mittlerweile unser "Maskottchen" geworden ist. Wir nennen ihn bisweilen liebevoll “Slasher” und freuen uns, dass sich die Fangemeinde an ihm erfreut. Hier arbeiteten wir wieder mit dem Künstler Timbul Cahyono zusammen, der wieder ein wahres Meisterwerk auf die Leinwand gebracht hat.  Mit den visuellen Elementen wie “Hölle” und “Feuer” legten wir auch eine gewisse konzeptionelle Richtung des Albums zugrunde, die sich in den Tracks auch wiederfinden soll. Besonders der Track “Heaven Into Dust” setzt sich kritisch mit den Gräueltaten der katholischen Kirche auseinander. Verantwortliche, die im Namen ihres Gottes Verbrechen begehen und in ihrer “himmlischen” Unantastbarkeit eigentlich in den “Staub” gehören. Mit unserer zweiten Single “Night Vision” setzen wir eine Hommage an “Das Schweigen der Lämmer” und lassen dabei auch gerne durchblicken, dass wir alle sehr große Horror-/Slasher-/Crime-Movie Fans sind. Alle weiteren Tracks behandeln ihre eigene kleine Geschichte aus den Reichen Dark-Fantasy, Horror, aber auch politisches Weltgeschehen und das Böse im Allgemeinen. Im Gegensatz zum Vorgänger haben wir diesmal auch eine Pre-Production durchlaufen, um entscheidende Feinheiten zu definieren und umzusetzen. Auch neu auf “Heaven Into Dust”: ein Mid-Tempo Track und damit auch eine neue Hörerfahrung für alle eingefleischten oder noch werdenden Knife-Hörer_innen.

                

  1. Für mich klingt ihr wie eine Mischung aus 80er Speed/Thrash und Black Metal und Punk alter Schule. Siehst du das genauso?

 

Gypsy: Jup, da gehe ich mit. Wenn es für dich so klingt, haben wir anscheinend auch alles richtig gemacht, hehe. Unsere Zutaten beziehen wir aus der ersten Black Metal Welle á la Venom und Bathory. Für mich als Thrash Metal Fanatiker aber auch immer schön, alte Slayer, Kreator und Sodom in unseren Songs wiederzufinden. Mit Punk haben wir natürlich alle vier was am Hut. Wobei es “den” Punk ja auch gar nicht so wirklich gibt. Der eine hört mehr Misfits, der andere MC5, beim nächsten wird gehört, was der Crust so hergibt, während sich der andere in Skandinavien bei den Hellacopters und Turbonegro verliert. Immer mit vorne dabei und ungebrochen: Motörhead! Ich glaube, unsere Bandbreite an Einflüssen und individuelles Hörverhalten ist in unseren Songs gut widergespiegelt. Wenn man sich dann zurück in die 80er teleportiert fühlt, kann ich nachts guten Gewissens einschlafen haha!

 

  1. Was sind denn so eure Faves?

 

Knife – Heaven into DustGypsy: Meine absolute Baustelle ist der Thrash Metal. Am Wohlsten fühle ich mich da in der Bay Area der 80er Jahre. Top Bands wären hier Testament und Death Angel. Gleichzeitig konnte ich skandinavischen Punk immer etwas abgewinnen, allen voran Turbonegro. Der Gesamtheit halber nenne ich natürlich Iron Maiden mit dem besten Album aller Zeiten “Somewhere in Time” hehe. Vince ist für sich genommen ein Metal-Lexikon und hat eigentlich alles mir und darüber hinaus Bekannte aus dem Metal Kosmos aufgesogen. Experte aber besonders in New Wave of British Heavy Metal und der größte Cirith Ungol Nerd den ich kenne. Laz hat besondere Affinität zum Classic Rock und Hardrock, großer Ozzy und Motörhead Fan! Ferli umgibt sich besonders mit Death Metal der alten Schule.

 

  1. Habt ihr gute Erinnerungen an den Gig auf dem Rock Hard Festival?

 

Gypsy: Für mich in meiner noch jungen Musikerlaufbahn war das Rockhard Festival einfach nur grandios! Auf und neben der Bühne hat einfach alles gestimmt, es war ein Fest! Neben den vielen kompetenten und netten Mitarbeiter_innen vor Ort sind wir auf eine sehr dankbare Zuschauer_innengemeinde getroffen die es sich hat nicht nehmen lassen, sich bei 30 Grad in die Sonne zu stellen und sich unsere Show anzuschauen. Meine Ehrfurcht vor dem Festival und der Ruhrpott-Szene ist sehr groß und wir sind froh, Bestandteil von diesem tollen Festival gewesen zu sein!

 

  1. Was steht jetzt Konzerte mäßig demnächst an?

 

Gypsy: Mit Hinblick auf das letzte Jahresviertel verabschieden wir uns auch so langsam von den Open Air Festivals und starten ab September mit den Clubshows. Mit Asphyx und Legion of the Damned haben wir Anfang September einen Weekender und machen bis zum Jahresende bei dem ein oder anderem geilem Event Halt. Zwischen den Jahren sind wir vier Tage lang mit Sodom, Soulburn und Imha Tarikat auf der “EVIL OBESSION”-Tour unterwegs; machen dabei Halt in Oberhausen, Heidelberg, Regensburg und Erfurt.

 

  1. Mit welchen Bands versteht ihr euch gut und könnt sie weiterempfehlen?

 

Gypsy: Da nenne ich gerne die Essener Jungs von “The Night Eternal”, welche auch dieses Jahr ihr zweites Album auf den Markt gebracht haben. Immer eine Freude mit ihnen die Bühne zu teilen und die Theken zu erobern. Unsere Freunde von “Ground2A” sind trinkwütige Hardcore Wildlinge und ihr Support einfach großartig (checkt unsere Gangshouts auf “Heaven Into Dust”). Nicht anders verhält es sich mit der Punkband “Fuel N Stuff”. Auch “Hyems” empfehle ich hier allen, die sich guten Black Metal anhören möchten.

 

  1. Hat Marburg eigentlich eine intakte Metal Szene?

 

Gypsy: Auf diese Frage würdest du von 1000 Marburger_innen, 1000 verschiedenen Antworten bekommen. Marburg zeichnet sich besonders dadurch aus, dass es eine Studentenstadt ist. Das Schöne daran ist die Fluktuation eines besonders jungen Publikums und das Kennenlernen vieler toller Menschen, die eine “fremde” Szene von außerhalb mitbringen und in Marburg einspeisen. Darin liegt aber meines Erachtens auch die Achillesferse für die Szene, weil sich eben nicht viele in Marburg und Umgebung niederlassen und letztlich weiterziehen. Was nicht weiter gepflegt wird, stirbt meist dann…ABER! Du wirst auf Marburger Bands treffen, die nahezu ein 20-jähriges Bestehen vorweisen können und immer noch den gleichen Ehrgeiz und die gleiche Leidenschaft für ihre Musik mitbringen, als sei es Tag eins ihrer Bandgeschichte. Kleinere Konzerte werden dann schnell zu Highlights für eine leider immer kleiner werdende Gemeinde und Insider-Tipps, wer, wo, wann spielt, machen immer mehr die Runde. Das macht die Marburger Metal-Szene insgesamt überschaubarer, aber auch familiärer. Und das darf doch auch was Schönes sein, oder?

 

 

  1. Euer letzter Kommentar………………………………..

Gypsy: Entstaubt euren Plattenspieler, schmeißt eure Lieblingsteller drauf,  drückt euch Bier ins Gesicht, schnallt den Patronengurt eng  und habt die Zeit eures Lebens! Besten Dank und Alles Gute!

 

(Arno)

 

https://knifeofficial.de/

 


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