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totentanz nr. 29

Totentanz on

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Mit ihrer Mischung aus Stoner, Psychedelic und Retrorock treffen die Jungs von All Them Witches momentan den Geschmack einer immer größer werdenden Fanbase. Es war also nur eine Zeitfrage, bis die Band das erste Mal den Sprung über den großen Teich schafft und nach Europa kommt. Im Gespräch mit Sänger und Bassist Michael Parks Jr. wird klar, All Them Witches sind weniger an ihrem Bekanntheitsgrad interessiert, dafür umso mehr an allem, was es an Vorteilen mit sich bringt eine immer größere Masse an Menschen anzusprechen. So verwundert es wenig, dass sich die Band sehr darauf freut zum ersten Mal in Europa zu sein.

 

Ihr kommt gerade wieder aus eurer Tour durch die Staaten. In ein paar Tagen geht es für euch zum ersten Mal Richtung Europa. AllThemWitchesBand.jpgWas reizt euch am meisten?

Ich will so viel wie möglich sehen. Nicht diesen ganzen Touristenkram, ich will wirklich wahrnehmen, was um mich herum passiert. Ich will alles genau sehen.

Spricht man Michael auf das neue Video an, so stellt sich schnell heraus, dass alles mit Liebe zum Detail entstand und die Zusammenarbeit mit Cartoonist Chad VanGaalen die Musik der Band um die visuelle Komponente bereichert.

 

Ich bin ein riesiger Cartoon-Nerd und ich habe gesehen, dass ihr mit Chad VanGaalen zusammenarbeiten durftet, der euer letztes Video animiert und produziert hat. Warum habt ihr euch für die Zusammenarbeit mit ihm entschieden?

Ich bin ein großer Fan von Chad VanGaalen. Ich mag seine Musik, seine Animationen, einfach alles was er macht ist Handarbeit und detailverliebt und psychedelisch. Ich kenne und schätze seine Arbeit nun schon sechs oder sieben Jahre. Wir haben uns bewusst für die Arbeit mit ihm entschieden.

 

Der visuelle Stil des Videos erinnert mich an Adventure Time und Regular Show. Mögt ihr diese Art von Cartoons?

Ich persönlich liebe Cartoons und halte sie für die ehrlichste Art von TV Sendung. Ich mag sowohl Adventure Time, als auch Rick and Morty.

Schnell wird klar, dass sich bei  All Them Witches eine Ablehnung eingeschlichen hat gegenüber allem, was ohne Message und ohne Liebe zum Detail entstand. Wir reden minutenlang darüber, dass man in der modernen Gesellschaft einer Menge belangloser Zerstreuung ausgeliefert ist. Die Flucht heißt Kunst, dabei ist es egal ob diese Kunst gezeichnet daher kommt oder in audiophilerer Form, wie auf den Tonträgern von All Them Witches. Erlaubt ist alles, was den Geist anregt, was uns für neue Ideen öffnet und uns befreit vom Einheitsbrei der Massenmedien. Michael Parks Jr. ist hier ganz klar der Ansicht, dass ein Medium das andere befruchten kann.

 

Was haltet ihr von der Symbiose aus Musik und Bildern? Bist du der Ansicht, eine Geschichte sollte in einem Medium erzählt werden, oder denkst du dass die Bilder des Videos das Gesagte im Song unterstreichen und bereichern?

Ich sehe Dinge gerne aus allen möglichen Perspektiven. Das bringt uns alle ein klein Wenig näher zusammen. Ich mag es zum Beispiel wenn Leute zu mir kommen und mir erzählen, was ein bestimmter Song ihnen bedeutet.

 

Hört ihr eine Menge Stories darüber, wie eure Musik das Leben von Menschen oder deren Ansichten geändert oder beeinflusst hat? Was war die beeindruckendste dieser Stories?

Ja das kommt sehr oft vor. Bei jeder Show erfahre ich viele Geschichten der unterschiedlichsten Menschen. Zum Beispiel erzählte mir ein Typ, wie er auf Meth durch Montana fuhr, eine andere Person erzählte mir, wie sie eine schwere Krankheit überwinden musste, viele dieser Menschen schätzen das neue Album sehr. Ich liebe jede einzelne der Stories. Aber ich höre auch viele Sätze immer und immer wieder, führe die selbe Konversation oft mehrmals. Zum Beispiel kommen oft Leute zu mir und sagen "Hey ich mag deine Band, woher kommt ihr?". Du musst dich immer und immer wieder vorstellen, dich vor manchen Menschen sogar für deine Motivationen rechtfertigen. Du fängst an Hände zu schütteln und dabei auf Autopilot zu schalten. Ich versuche so aufmerksam wie möglich zu sein und ich möchte mich nicht beschweren, denn ich liebe das Touren sehr.

In jeder Zeile der Musik, in jedem Gesprächsfetzen während des Interviews wird eines immer deutlicher: dieser Mann will alles vom Leben und die immer selben Eindrücke sind nicht das, was er sich vorstellt. Musikalisch beschreiten All Them Witches mit jedem Album, mit jeder EP einen neuen Weg, erfinden sich neu, experimentieren. Mit einer solchen Lebenseinstellung sind neue Eindrücke vorprogrammiert. Klar also, dass es viel interessantes zu berichten gibt.

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Vor kurzem gab es auf eurer Facebookseite ein Bild einer Kamera zu sehen, die ihr offensichtlich nutzt um Teile der Tour zu filmen. Was können wir davon erwarten? Eine Live-DVD? Oder einfach nur ein paar Eindrücke dessen, was auf eurer Tour passiert für euren Youtube Kanal?

Peter liebt es zu fotografieren. Wir haben über zwei verschiedene Touren hinweg eine Menge gefilmt und wir werden definitiv in Europa weiterfilmen. Aber wir machen das aus Spaß an der Sache und haben noch keine konkreten Pläne für das Material. Vielleicht schneiden wir irgendwann etwas daraus zusammen.

Mit ihrem sich stetig steigernden Erfolg sind die Jungs teilweise noch etwas überfordert. Alles ist neu, alles ist interessant und genau wie es den Jungs am liebsten ist. Auf ihrer Reise versuchen sie das Beste aus den Gegebenheiten zu machen und ihre Kunst jedem zugänglich zu machen, der ein offenes Ohr für sie hat.

 

Vor einiger Zeit gab es von eurer Seite eine Entschuldigung für zu hohe Ticketpreise auf einer Show und ihr kamt nicht drumherum auf Fugazi anzuspielen, die sich ebenfalls für faire und niedrige Ticketpreise einsetzten. Ihr scheint sehr begeistert von der ganzen Do It Yourself Mentalität und wollt eure Shows jedem zugänglich machen. Wo seht ihr die Grenzen einer Do It Yourself Band wenn es darum geht eine bestimmte Publikumsgröße zu erreichen und auf Tour zu sein?

Ich ging auf Shows, die 15 Dollar kosteten und dachte mir jedes Mal - scheiß drauf. Wir arbeiten mit dem was wir haben und langsam merken wir, dass etwas Geld hängen bleibt und versuchen herauszufinden, wie wir das Meiste aus diesem Geld machen. Wir wollen uns nicht wie Rockstars benehmen, so sind wir nicht. Wir wollen nur reisen und eine gute Zeit haben.

 

Das neue Album wurde in Pigeon Forge aufgenommen. Was kannst du uns darüber sagen, wie das Album entstand und aufgenommen wurde?

Wir versuchen jeden erdenklichen Schreibstil auszuprobieren und in unseren Arbeitsfluss einzubinden. Dann weben wir die Einzelteile zu einem Ganzen. Wir lieben es für Stunden zu jammen, haben aber auch fertig geschriebene Songs. So bleibt alles aufregend und erfrischend.

Und dann fällt gegen Ende noch der Satz, der keinen mehr überrascht, aber der das Bild abrundet, das diese Band abliefert: Ich bin mehr der Typ für Liveshows. Alles ist ausgerichtet auf die Erfahrung, auf das einmalige und immer neue Zusammenspiel der einzelnen Komponenten. Aus jeder Note, aus jeder Textzeile und aus jedem Teil unseres Gesprächs spricht die pure Lust am Experiment, am Abenteuer Leben an sich.

 

Marvin

 

http://www.allthemwitches.org/


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