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Macbeth - WiedergängerWenn es in den letzten Jahren eine deutschsprachige (und –singende) Metalband gegeben hat, der es gelungen ist einen vollkommen eigenständigen Sound fernab von gern zum Vergleich herangezogenen Szenegrößen zu erschaffen und gleichzeitig auch noch qualitativ hochwertige Alben zu veröffentlichen, dann sind das ganz klar die Thüringer von Macbeth. Die beiden letzten Werke „Gotteskrieger“ und „Wiedergänger“ sind zwei absolut empfehlenswerte Stücke Hartmetall, denn ihren bissigen und scharfen Metal gibt es ganz sicher nicht ein zweites Mal.

Der Totentanz´ler Michael unterhielt sich mit Gitarrist Ralf Klein.



Totentanz: Glückwunsch zum neuen Album! „Wiedergänger“ ist ein echtes Brett geworden!

Ralf: Hallo und Danke!

Welche Entwicklung liegt in euren Augen zwischen „Gotteskrieger“ und „Wiedergänger“?

Soviel hat sich da gar nicht getan. Gotteskrieger sehe ich als Bindeglied zwischen der ersten Scheibe (2006) und Wiedergänger. Beim ersten Album war das noch ein Herantasten und Ausloten, wohin die Reise gehen soll. Auf der Gotteskrieger zeichnet sich das schon ab mit Songs wie Hunde wollt ihr ewig leben oder Maikäfer flieg. Wiedergänger ist die konsequente Fortsetzung und auch in einem viel kürzeren Zeitraum entstanden.

Macbeth - WiedergängerIn der Zeit zwischen „Gotteskrieger“ und „Wiedergänger“ gab es eine Um- und Wiederbesetzung am Mikrofon, richtig? Wie kam es dazu und was war passiert?

Der große Fehler bei solchen Sachen ist zu schweigen. Da stauen sich Kleinigkeiten zu vermeintlich unüberwindbaren Problemen. Und dann kam es zum großen Knall. Das hat uns ungefähr anderthalb Jahre gekostet. Die Suche nach  einem deutschsprachigen Ersatz war nicht so einfach, wie wir dachten. Und da wir schon so lange Zeit auch durch schlechte Zeiten gegangen waren, stellten wir fest, dass uns mehr verbindet als trennt. Diese Erfahrung war für beide Seiten heilsam und jetzt wird es wohl bis zum bitteren Ende gemeinsam weitergehen.

Der Begriff „Wiedergänger“ passt perfekt zum Werdegang eurer Band – wie viel Macbeth steckt denn in diesem Titel?

Eine Menge! Wir sind ja auch schon mehrfach auferstanden. Beim dritten Anlauf allerdings besonders hartnäckig. Der Wiedergänger bringt das Böse immer wieder in die Welt. Das tun wir ja auf gewisse Weise auch, indem wir unsere bösen und abgründigen Geschichten erzählen.

Mit „Fritz H.“ habt ihr quasi die deutsche Variante von Macabres „Haarmann“ abgeliefert. Insbesondere der sehr ähnliche Kreuzreim im Refrain lässt natürlich daran denken. Kanntet ihr die Version der Amis vorher?

Nein, kannten wir nicht. Das werde ich aber nachholen. Uns inspirierte der Film mit Götz George. Der Totmacher war ein Abstieg in die Finsternis. Das war echt der Hammer und erst danach befassten wir uns intensiver mit der Materie. Der Reim basiert auf dem alten Schlager aus den 20ern, wie auch Teile des Textes

Macbeth - WiedergängerMacbeth haben einen absolut unverkennbaren Sound – welche besondere Zutat sorgt denn für diese Unverwechselbarkeit?

Es ist der Gesang von Olli, der unserer Musik den Stempel aufdrückt. Er polarisiert natürlich auch. Da gibt es kein Mittelding. Entweder man steht total darauf oder lehnt es komplett ab. Wobei ich immer sage, dass es schon seltsam anmutet, wenn gerade in Deutschland einige Leute ihre Muttersprache als seltsam empfinden. Deswegen freuen wir uns über die Verkaufszahlen aus Frankreich, die scheinbar weniger Probleme damit haben.

Als Bonustracks habt ihr drei eurer ältesten Songs („Bomber“, „Höllenfeuer“ und „Macbeth“ – alle bereits von 1985) eine Frischzellenkur verpasst. Gibt es denn Pläne noch mehr dieser Stücke neu einzuspielen und ggf. als EP oder so neu zu veröffentlichen?

Da muss ich Dich korrigieren. Es sind sogar vier Songs („Zeit der Zeiten“ fehlt in deiner Aufzählung) und diese stammen alle vom 1985er Demo. Da wir in der DDR keine Möglichkeit hatten die Songs unter Studiobedingungen einzuspielen, haben wir das jetzt nachgeholt. Weitere Songs haben wir schon eingespielt und werden sie eventuell auch als Bonus irgendwann unterbringen.

Dreh- und Angelpunkt des neuen Albums ist die Stalingrad-Trilogie. Gab es über die Thematik, die ja manche als heißes Eisen bezeichnen - bandinterne Diskussionen oder wart ihr euch schnell einig, dieses Thema zum Mittelpunkt zu machen?

Da gab es nie Diskussionen! Wir kennen den Krieg noch aus den Erzählungen unserer Großväter. Ich hatte zudem das Glück vor vielen Monaten mit einem Überlebenden von Stalingrad zu sprechen. Das war sehr beeindruckend und grausam und letztendlich der Startschuss für dieses Projekt.

Trägt eigentlich euer Maskottchen (der skelettierte König) einen eigenen Namen oder ist er einfach nur eure Interpretation von König Macbeth?

Nein, das ist „unser“ Macbeth und ganz klar unser Maskottchen.

In der Vergangenheit gab es weltweit bereits sechs weitere Bands mit dem Namen Macbeth – alle sind inzwischen aufgelöst. Was motiviert euch zum Weitermachen?

Wir haben so viel Scheiße und auch Sternstunden mit der Band erlebt, dass es einem Hochverrat gleich käme, wenn wir uns umbenannt hätten. Heute würden wir sicherlich einen anderen Namen wählen….Obwohl, wer die Geschichte des Macbeth kennt…..Das passt schon!!! Haha.

Neben euch gibt es derzeit nur noch eine italienische Gothic Metal-Formation mit dem Bandnamen Macbeth – habt ihr euch die Band schon einmal angehört?

Klar haben wir uns das schon einmal kurz angehört. Mit dieser Art Musik können wir allerdings nichts anfangen. Es ist nur manchmal ärgerlich, dass es da Überschneidungen gibt.

Welchen Wegpunkt markiert „Wiedergänger“ in der Historie von Macbeth? Wohin wird die Reise gehen?

Wiedergänger ist nur eine Station auf dem weiteren Weg. Wir sind noch nicht am Ende und werden solange weitermachen, wie es Fans gibt, die unser Zeug mögen.

Sehr gut! Ich zähle auf jeden Fall dazu! Vielen Dank für das kleine Interview!

 

(Michael)

www.Macbeth-Music.de


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