Aktuelles Magazin

totentanz nr. 29

Totentanz on

Aktuell sind 845 Gäste und keine Mitglieder online

 „R.I.B.“ Listeningsession

 

tankard-logoWie schon beim letzten Album „A Girl called Cerveza“ 2012, konnten wir auch diesmal  zur neuen Tankard Scheibe „R.I.B.“, zur Listening Session erscheinen. Im Frankfurter Studio 23 haben die Alcoholic Thrasher erneut mit Produzent Michael Mainx zusammengearbeitet. Nach netter Begrüßung mit Bier und lecker Buffet öffneten Manager Buffo und Sänger Gerre die dicken Studiotüren und präsentierten die neuen Songs im fetten Sound. Totentänzer Schnuller saß ganz vorne bei den Boxen und wird euch nun seine Eindrücke schildern…

 

Der Opener von „Rest In Beer“ wird „War Cry“ sein. Textlich behandelt der Song das Thema Dronen. Musikalisch geht es mit einem kurzen akustischen Intro los. Zu Beginn hört man Gerre mit tiefem Sprechgesang, bevor der Song Fahrt aufnimmt. Es gibt viele Tempowechsel, einen sehr schnellen Refrain und zur Krönung ein melodisches Solo von Andy. Guter Opener.

 

Weiter geht es mit „Fooled By Your Guts“, einem von zwei Songs, bei denen Roadie und Bandkumpel Harald den Text geschrieben hat. Der Song basiert auf einer wahren Begebenheit, bei der durch einen besonderen Pilz im Magen, der Zucker in Alkohol verwandelt, ein Mann für alkoholkrank gehalten wird, bevor die eigentliche Ursache entdeckt wurde. Der Song beginnt mit einem fetten Thrash Riff, das sich in der Strophe wiederholt, und ist mit weniger Breaks gespickt, als der Opener. Zu dem Song wird es ein Animations-Video Australischer Studenten geben, die bei TANKARD angefragt hatten, ob sie bei Gelegenheit mal ein Video machen dürften. Bei dieser Story darf man auf den Clip gespannt sein.

 

Der Titelsong „R.I.B. (Rest in Beer)“, greift die Story des verrückten Professors der „Chemical Invasion“ Scheibe wieder auf. Diesmal verbündet er sich mit Satan, um die Welt mit Chemo-Bier zu überfluten. Der Song selber, erinnert vom Aufbau her etwas an „Time Warp“ vom „Volume 14“ Album. Sehr cool kommt der „Satans Choir“ in der Bridge, den ein paar Kumpels in Mönchskutten, bzw. Bademänteln im Studio eingesungen haben, wenn man Gerre glauben darf.

tankard-cov14

„Riders Of The Doom“ ist kein Cover von DEATHROW, mit denen TANKARD in den 80ern zweimal auf Tour waren. Der Song ist zum Teil im 6/8-Takt bzw. Riffing gehalten, was bei Gitarrist Andy öfter mal vorkommt. Teilweise erinnert das Stück gar an alte RUNNUNG WILD, da deren typischer Galoppel-Rhythmus hier vermehrt vorkommt. Etwas untypisch, aber ein sehr cooler Song. Inhaltlich lässt sich Gerre über die Macht der Großkonzerne aus.

 

„Hope Can’t Die“ ist ein sehr persönlicher Song, über dessen Inhalt Gerre nicht mehr verraten wollte. Nach einem Bassintro geht der Song etwas gediegener los und steigert sich bis zum melodischen Refrain etwas. Vor dem Solo gibt es einen etwas vertrackten Part, bevor es mit dem Bassintro wieder von vorne los geht. Toller Refrain!

 

„No One Hit Wonder“ erklärt sich schon im Titel. TANKARD waren immer am Start und sind keine kurzzeitig gehypte Band, ähnlich wie in „Not One Day Dead…“ vom letzten Album. Der Song ist ein knackiger Thrasher, nur beim Break in der Mitte, wird mal etwas vom Gas gegangen.

 

„Breakfast For Champions“ kommt etwas klassischer um die Ecke. Mit einem ACCEPT mäßigen Riff geht es los und wird dann etwas speediger. Quasi ein typischer TANKARD-Spaß Song, dessen Text sich am Titel selber erklärt. Übrigens der zweite Text von Bandkumpel Harald…

 

Mein persönliches Highlight, soweit man das nach einem Durchlauf sagen kann, ist „Enemy Of Order“. Definitiv der thrashigste Song des Albums, nur kurze Verschnaufpausen und fast durchgehend auf die Glocke. Dazu ein einfacher Refrain, der sich super zum Mitgrölen eignet. Gerne mehr davon!

 

Letzter Song des Albums wird aller Voraussicht nach „Clockwise To Deadline“ sein. Ein speediger Song mit viel Double-Bass und ohne große Schnörkel. Im Text geht es um Altern, und das die Zeit im Alter gefühlt immer schneller verrinnt. Passend dazu hustet und röchelt Gerre am Ende des Songs, als ob es schon bald soweit wäre.

 

Weiterhin haben TANKARD einen Partysong mit dem Titel „The Party Ain’t Over `til We Say So“ vorgestellt, der vermutlich irgendwo als Bonus Song auftauchen wird. Wie der Titel schon vermuten lässt, ein spaßiger flotter Song mit Punk und Rock’n Roll Elementen.

 

Auf „R.I.B“ bleiben TANKARD ihrer Linie komplett treu. Ihre Grenzen haben die Jungs mittlerweile ausgelotet und darin fühlt sich die Band sichtlich wohl. Die Ideen hinter den Texten sind immer wieder unterhaltsam und sprechen auch mal ernstere Themen an. Beides ist immer gut verpackt und ergänzt sich gut mit der Musik. Auch wenn es immer mal Songs gibt, die nicht so zünden, sind genügend potentielle Live Kandidaten auch auf „R.I.B.“ zu finden. In Sachen Produktion, hat sich zum Vorgänger „A Girl Called Cerveza“, nicht viel getan. Michael Mainx hat TANKARD wieder einen natürlichen Sound mit genügend Schub verpasst, zumindest soweit die noch ungemasterten Aufnahmen hier ein Urteil zulassen…oder wie Gerre so treffend meinte: 10 fillers, no killers, incl. no.1 Hit Single "No One Hit Wonder“!

 

Nach dem geilen Songdurchlauf hatten wir dann die Gelegenheit von Gitarrist Andy und Drummer Olaf noch ein paar Statements zum gerade gehörten einzufangen:

 

Ihr habt nun die Studioarbeit so gut wie beendet, wie ist euer Fazit zur geleisteten Arbeit?

 

Olaf: Es war eine anstrengende Vorbereitung und viel Arbeit im Studio – aber hinterher kommt dann eine neue Tankard Platte heraus. Und da warten wir nun gespannt auf die Reaktionen der Fans.

tankard-picAndy: Ich hab ungefähr 4 Monate Songwriting und Herzblut in die Scheibe gesteckt. Da wird mein ganzes Leben dann drauf fokussiert das die CD fertig wird. Das ist schon sehr zehrend. Wir machen ja ungefähr alle 2 Jahre eine Scheibe. So richtig daran werkeln tun wir aber immer erst kurz vor dem Termin in der heißen Phase. Jetzt sind wir fertig und ich falle in ein riesiges Loch, Ha Ha. Nee also ich bin auch sehr gespannt auf die Reaktionen…

 

Gerre hat in einem Interview mal voll des Lobes erwähnt das bei dir immer kurz vorher ein Run entsteht in dem du die Songs im Alleingang raushaust. War das diesmal auch so?

 

Andy: Diesmal kamen 2 Songs von Frank und er war auch immer zugegen wenn wir die Stücke zusammen geschustert haben. Das fand ich super dass ich da nicht wie ein Einzelkämpfer alles stemmen musste. Da war diesmal mehr Teamwork drin. Auch gestern beim Mix und sehr wichtigen Entscheidungen waren wir alle Vier zugegen. Das freut mich unheimlich.

 

 Habt ihr dieses Mal im Vorfeld schon drüber nachgedacht wie alles klingen soll?

 

Olaf: Hier in Frankfurt haben wir einfach Heimvorteil. Wir können jederzeit hier nochmal antanzen und Dinge korrigieren oder verändern. Das ist ein riesiger Vorteil. Wenn du woanders aufnimmst musst du hinterher einfach damit leben können.

Andy: Wir haben uns jetzt nicht groß Gedanken gemacht wie genau der Sound sein soll. Wir sind ja mit dem Klang der letzten sehr zufrieden, aber mit dem der vorletzten nicht so ganz.  Beim Mix haben wir dann richtig detailliert darauf geachtet das alles gut zur Geltung kommt und knallt. Michael Mainx ist schon ein Typ dem wir voll vertrauen können…

Olaf: Er ist ein Typ der ja nicht aus der Metal Ecke kommt und dann nur dahin produziert. Der macht erst mal sein eigenes Klangbild und wir können dann entsprechend ändern bzw. zustimmen…

 

Habt ihr schon Lieblingslieder auf „R.I.B.“?

 

Andy: Ich auf jeden Fall den Titelsong. Für die „Mönchschöre“ hab ich ein paar Bekannte aus dem Freundeskreis rekrutiert, die können alle ganz gut singen und hatten auch Mönchskutten, haha. Bis auf einen – der kam im schwarzen Adidas Bademantel! Michael meinte nur „Ihr seid komplett verrückt“, haha. „Enemy of Order“ ist mein zweiter Favorit. Er ist einfach und kommt direkt auf den Punkt.

Olaf: Ich brauch noch ein bisschen Abstand. Ich kann erst dann einen Fave Track auswählen wenn ich das fertige Ding mal in Ruhe zuhause höre. Ich bin momentan noch zu dicht dran.

 

„R.I.B.“ ist eure zweite Scheibe für Nuclear Blast. Eine verdammt große Firma, die bestimmt auch große Erwartungen hat. Diese sind mit „Cerveza“ ziemlich gut erfüllt worden hört man…

 

Olaf: Die Jungs machen eine Super Promo, die tun richtig was für das Album. Klar, das Vertrauen will man dann auch erfüllen. Bei denen läuft alles viel besser als bei den Firmen vorher…

Andy: „Cerveza“ war Platz 32 in den Charts, das ist schon cool. Olaf hat natürlich Recht das da viel mehr passiert. Da gibt es vor der Veröffentlichung schon Studio Videos im Netz und wir machen etliche Interview Geschichten. Jeder der sich für Tankard interessiert erfährt definitiv dass die Scheibe kommt.

 

Wisst ihr schon in welchen Formaten die Scheibe kommt? Digipack? Bonuszeugs?

tankard-pic2

Olaf: Da gibt es Gespräche, ich persönlich bin da aber kein Freund von. Ich find das immer bisschen schräg wenn da noch so allerlei Bonus mit rauf muss. Da bin ich zwiegespalten…

Andy: Es war angedacht dass im Studio mitgefilmt wird. Das stellte sich dann aber als zu aufwendig heraus. Vielleicht beim nächsten Mal. Ich fände so ein paar Filmchen über die Zeit im Studio echt interessant als Bonus. Das muss man aber gut vorbereiten, das muss gut geplant sein. Solche Aufnahmen sind natürlich immer Konzentrationssache, da kann ein Kameramann auch mal schnell nerven, haha. Wie gesagt, das muss gut vorbereitet sein.

 

Auf der letzten CD gab es ja ein Duett von Gerre mit Doro. Für die neue Scheibe war aber in der Richtung nichts angedacht, oder?

 

Andy: Da hat sich nichts entwickelt. Auf der letzten CD hat sich das mit „Metal Ladyboy“ natürlich angeboten da eine weibliche Stimme zu integrieren…

Olaf: Und Doro war in Gerre´s Schuld, haha.

 

Ja prima, dann wären wir durch soweit….

 

Andy: Ich hätte noch gerne ein Schlusswort!

 

Nur zu….

 

Andy: Holger (Schnuller) – du hast vor ungefähr 30 Jahren zu mir gesagt ich solle nicht aufgeregt sein, als ich nervös vor meinem 2. Gig ever (damals mit der Band Lightmare) am Fingernägelkauen war. Ohne diesen guten Spruch wäre ich jetzt wahrscheinlich nicht hier. „Mach dich locker, ich hab auch schon 12 Konzerte gespielt“ haste mir gesagt und mir damit echt weitergeholfen, haha.

 

Na wunderbar – mit dieser herrlichen Anekdote schließen wir hier ab und freuen uns schon mal auf das neue Album, das am 20. Juni erscheinen wird. Das Teil wird sicherlich keinen Tankard Fan enttäuschen, diese Gewissheit nahmen wir vom Besuch in Frankfurt mit!

 

(Arno/Schnuller)

 

www.tankard.info

 


Musik News

Movie News

Bücher