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totentanz nr. 29

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Amorphis - Queen of TimeAmorphis - Queen of Time

(Nuclear Blast)

 

Bei Amorphis weiß man ja eigentlich mehr oder weniger immer, woran man ist. Zwar bauen sie mal die harte und grimmige, mal die gefühlvolle, melancholische und auch poppige, dann wieder die epische und bombastische Schiene weiter aus, aber im Großen und Ganzen bleiben sich die Finnen treu. Eigentlich ist es erstaunlich, wie diese Band, die sich schon seit Jahren im selben Fahrwasser bewegt und sowohl musikalisch als auch textlich auf dasselbe Rezept setzt, es immer wieder schafft, packend, energetisch und irgendwie doch auch abwechslungsreich zu bleiben, wie das nach den Hitalben Eclipse und Silent Waters auch mit den letzten vier Alben bestens funktioniert hat. Klar gab es da immer wieder auch Durchschnitt, aber die Hitdichte war hoch, die Melodien schienen nie auszugehen und es gab immer wieder Überraschungen, gerade in Sachen zunehmender Härte. Queen of Time kann da leider nicht mithalten, obwohl es verdammt gut anfängt: Der grimmige Midtempo-Opener „The Bee“ wartet mit hervorragenden Gesangslinien und Phrasierungen auf und bleibt sofort hängen. Auch bei „Daughter of Hate“, „The Golden Elk“, „Wrong Direction“, „Heart of the Giant“ und „We Accursed“ gibt es starke Passagen, aber so richtig packen diese Nummern nicht. Vielleicht liegt es gerade daran, dass Amorphis zu sehr bemüht sind, die alten Pfade zu verlassen, denn das Album klingt wie ein einziges Experiment: Sehr sperrige progressive Riffs, arabische Themen und quirlige Klangfolgen machen das Album ziemlich anstrengend, während Flötenklänge selige Hobbit-Erinnerungen wecken oder mit fröhlichen Mittelaltermelodien gearbeitet wird, wobei die Grenze zum verträumten Kitsch auch überschritten wird („Message in the Amber“), dazu gibt es Bombast-Chöre der Marke Carmina Burana und teils auch elektronische Gesangsverfremdungen. Auf der anderen Seite wirkt vieles wieder zu geradlinig und austauschbar, wie etwa das maßgeblich von Anneke Van Giersbergen (The Gathering) gesungene „Amongst Stars“, das so auch von Evanescence hätte kommen können. Amorphis loten die Grenzen ihres Sounds aus und das ist absolut in Ordnung, aber so richtig funktioniert das hier nicht. Mich lässt das Album eher ratlos zurück.

 

(Torsten)

 

http://amorphis.net

 


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