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Mallevs Maleficarvm - Homo Homini LupusMallevs Maleficarvm - Homo Homini Lupus

(NoiseArt Records)

 

Die deutschen Melodic Black Metal Newcomer MALLEVS MALEFICARVM veröffentlichen dieser Tage mit „Homo Homini Lupus“ (Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf) ihren musikalischen Erstschlag. MALLEVS MALEFICARVM, was dem mittelalterlichen Werk „Hexenhammer“ von Heinrich Kramer und Jakob Sprenger zur Legitimierung der Hexenverfolgung entspricht, bezeichnet die schriftliche und unwiederbringliche Anleitung zur Verfolgung von Hexen und Zauberern, den Prozessen gegen selbige, deren Verurteilungen und letztlich auch dem Verfahren zur Umsetzung der gefällten Urteile, welche zumeist mit der Verbrennung der als Hexe oder Zauberer bezichtigen Person und deren Angehörigen endeten. Das Erstlingswerk der nordrhein-westfälischen/bayerischen Schwarzmetall Connection bewegt sich im Bereich modern interpretierten Oldchool Black Metals in Reinform, der stilistische Hilfsmitteln wie orchestrale Sounds oder Soundlayers kategorisch ablehnt. Lediglich die einen oder anderen Samples verirrten sich auf das Debüt. Leider ging dieser Aspekt im Falle von MALLEVUS MALEFICARVM arg zu Lasten von Dramaturgie und Atmosphäre. Gut produziert ist das Erstlingswerk allemal, aber auch mit etwas zu vielen unspektakulären und langatmigen, instrumentalen Passagen durchsetzt.

 

„Homo Homini Lupus“ verbindet verfrickelten, in den Geschwindigkeiten recht abwechslungsreichen Black Metal, mit vergleichsweise ruhigen, teils neurotisch wirkenden Bridges, die sich immer wieder klare True Metal Strukturen einverleiben. Von Midtempo Parts mit deutschem oder englischem Kreischgesang, bis hin zur absoluten Ekstase in Form unbändiger Raserei, ist hier alles vertreten. Das melodische Ziel nie aus den Augen verlierend, versucht man mit verschiedentlich ausgemalten Bridges und in der Hauptsache langgezogenem, kratzigem Kreischgesang zusätzlich Couleur und Atmosphäre zwischen die teils deftigen Passagen zu schieben. Das gelingt aber nur bedingt, denn bereits der überwiegend von wütender Raserei gezeichnete, leider aber nicht mehr als durchschnittliche Titeltrack und Opener „Homo Homini Lupus“ weist so einige deplatzierte, gar langweilige Passagen auf.

 

Ein erster verhaltener Drive macht sich in Form des zweiten Tracks „Der Widerchrist“ breit, der als Epilog ein cooles Riffing aufweist, das ich mir allerdings lieber als wiederkehrende Bridge gewünscht hätte. Als einziges echtes Highlight ist der darauffolgende, thrashig angehauchte Nackenbrecher „Under The Red Skies“ zu nennen, der erstmals so richtig Feuer unterm Arsch entfacht. Hier kommen neben unbarmherzigen Riffwänden auch die knarzenden Vocals von Robert "Robse" Martin Dahn von EQUILIBRIUM richtig fein zur Geltung. Dafür sind mir aber die verfrickelten Spielereien, die sicherlich nicht nur schmückendes Beiwerk darstellen sollen, auch hier wieder etwas zu langatmig geraten. Bei zehn überwiegend langen Tracks von 3:42 Minuten bis 8:51 Minuten kann das sicherlich schnell mal passieren. Sollte es aber eigentlich nicht. Hier wäre weniger sicherlich mehr gewesen. So werden die starken Ansätze, wie auch im durchsetzungsstarken Nachfolger und Brutalotrack „He Shall Bring No Light” immer wieder konsequent aus der Bahn gekickt. Und so lässt mich MALLEVS MALEFICARVMs recht seelenloser Black Metal absolut kalt in meinem Grabe verharren. Und auch darüber hinaus kann ich mit dem, 62:47 Minuten lang stupide um die eigene Achse nudelnden „Homo Homini Lupus“ leider nicht allzu viel anfangen.

 

Ursprünglich im Jahre 2011 von Marius Berendsen als One-Man-Project geplant, sammelte selbiger Ideen zu einem Black Metal Projekt zusammen, um Musik zu schreiben, die er selbst gerne hören würde. Mehrere Gastsänger aus allen Metalgenres wie z.B. der angesprochenen Robse von EQUILIBRIUM, der mittlerweile zum festen Line-Up zählt, Schmied von MOR DAGOR und Vesa Salovaara von VORNA haben dem Album ihre stimmliche Vielfalt geliehen. Leider können auch diese den festgefahrenen Karren kaum aus dem Dreck ziehen, denn man verrennt sich immer wieder in brutal nervigen, neurotischen Loops die viel zu leidenschaftslos und borniert vor sich hin plänkeln. Wenn der gesamte Prozess zu „Homo Homini Lupus“ tatsächlich ganze fünf Jahre verschlungen hat, dann frage ich mich tatsächlich, wie sich die häufig in den Vordergrund drängenden, monotonen Songstrukturen gegenüber den inspirativen Passagen so prägnant haben durchsetzen können. Schade eigentlich, denn da wäre sicherlich mehr drin gewesen.

 

(Janko)

 

www.facebook.com/mallevsmaleficarvmbm


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