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Svart Crown - AbreactionSvart Crown - Abreaction

(Century Media)

 

Die Franzosen SVART CROWN aus Nizza, Provence-Alpes-Côte d'Azur, die sich im Jahr des Herrn 2004 zu einer infernalischen Allianz zusammenschlossen, veröffentlichen mit „Abreaction“ dieser Tage ihr viertes Studiobrachialwerk. Die, von Blasphemie getriebene, schwarz angehauchte, brutale Death Metal Oper ist sehr komplex gehalten und dürfte sich dem Hörer wohl kaum beim ersten Durchgang in seiner vollen, zerstörerischen Blüte entfalten. In den veranschlagten 54:40 Minuten gibt es weiß Gott eine Menge zu entdecken.

 

„Abreaction“ bietet elf ausgeklügelte und interessante blackened Death Metal Tracks, die stets um die Aufmerksamkeit des Hörers buhlen. Die Songs, die eine Art musikalische Geschichte erzählen, sind als weitreichend und progressiv zu bezeichnen und mit den passenden, dunklen Growls von Sänger und Gitarrist JB Le Bail ausgestattet, der seine starke Gesangsvorstellung zu jedem Zeitpunkt unter Kontrolle hat, auch wenn sie mal in Screams, in gutturales Geraune oder in den Sludgegefilde ausschweift. Svart Crown - Band1 300x200Das Opus bietet also keinesfalls Musik zum einfach nebenbei hören, kann dadurch aber zweifelsohne schon mal anstrengend werden. Die beiden Gitarren von Sänger JB Le Bail und Kevin Verlay erzeugen eine dichte Atmosphäre, die absichtlich noisy gehalten wird, was ein gewisses, zerstörerisches Kolorit entwirft.

 

Der abweisende, eher kalt gehaltene, aber top produzierte Sound wurde „Abreaction“ in etwas über einem Monat von Francis Caste im Studio Sainte-Marthe in Paris eingehaucht. Das bestialisch anmutende, brutal schnelle Geknüppel, schickt den ICE von Hamburg nach Berlin in nur zwei Minuten. Der Hörer hat allerdings zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, das geschehe aus reiner Willkür oder gar unbedacht. Man hat hier nämlich auch so einige doomige Parts mit einfließen lassen, die nicht zuletzt beim Opener „Golden Sacrament” zum Teil schon mal an alte CELTIC FROST erinnern. Der bedrohliche Unterton geht auch ein wenig Richtung ULCERATE. Die Gesangsrange reicht dabei von wildem Screaming bis hin zu dunklem, gutturalem Growling. Die modern ausgerichtete Instrumentalfraktion zeichnet sich durch Ideenreichtum und eine gewisse Extravaganz aus, die stets darum bemüht ist, für Kurzweil zu sorgen. Der teuflische Wechselbalg „Abreaction“ setzt auch gerne mal auf morbide Dissonanzen. Blastbeats en Masse reihen sich an ruhigere Sequenzen, die in gesundem Kontrast zueinander stehen.

 

Svart Crown - Band2 300x200Es gibt auch diverse, mal kürzere, mal längere Intros und Interludien zu den einzelnen Songs, wie das 3:34 minütige „Tentacion“, die ich als interessant gestaltet und auch sehr gut gesetzt empfinde. Der Soundmix ist ohnehin durchgehend variantenreich gehalten und wird Crossover Fanatikern sicherlich sehr zupasskommen. Im zerstörerischen siebten Track „Orgasmic Spiritual Ecstasy” haben die Franzosen all ihre Stärken zu einer Symbiose aus zielgerichteter Gewalt und doomiger Schwere ausgebreitet. Und nicht nur im vierten Track “Upon This Intimate Madness” wurden häufig poly- und crossrhythmisch veranlagte, vielschichtige Songstrukturen eingebaut. SVART CROWN 4.0 verzichtet fast gänzlich auf eingängige Arrangements. Dadurch dauert es auch ein wenig, bis man mit dem modrig fauligen und kalten Material so hundertprozentig warm wird. SVART CROWN geben sich experimentell, innovativ und kreativ, wobei ich mich das ein oder andere Mal ein wenig an ältere OPETH erinnert fühlte. Mit dem Rauswerfer „Nganda“ hat man an den Schluss noch ein knapp über 6-minütiges weiteres Highlight gesetzt.

 

(Janko)

 

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