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DeeSnider_WeAreTheOnes.jpgDee Snider – We Are The Ones
Metalville
 
2016 haben sich TWISTED SISTER nach 40 Jahren getrennt und Rock-Geschichte geschrieben. Diese großartige Band wird sicherlich nicht vergessen werden. Damit Heavy Metal Fans nach dem Ende der verdrehten Schwestern auch in Zukunft nicht auf die Stimme und hoffentlich die energiegeladene Live Performance des charismatischen Frontmannes verzichten müssen, haut DEE SNIDER mit „We Are The Ones“ ein brandneues Soloalbum raus. Dee Snider wird auf ewig mit TWISTED SISTER in Verbindung gebracht werden aber er hat auch abseits seiner Stammband einige geile Sachen veröffentlicht. Da wäre vorneweg das arschtretende und auf ganzer Linie überzeugende „Never Let The Bastards Wear You Down” (No Fillers All Killers!) zu nennen aber auch die starke WIDOWMAKER Scheibe „Blood And Bullets“ („Emaheevul“, „The Widowmaker“, „Blood And Bullets“) und einige starke Tracks vom WIDOWMAKER Zweitwerk „Stand By For Pain“ (bspw. „The Iron Road“, „Killing Time“, „Protect And Serve“). Den Songs und den Alben ist gemeinsam, dass Dee Snider auf ihnen eher wenig Experimente wagte und überwiegend seinen musikalischen Wurzeln treu geblieben ist. Dieses Songmaterial hätte auch zum großen Teil unter dem Label TWISTED SISTER erscheinen können. Dass er auch anders kann, über den musikalischen Tellerrand hinausschaut und über einen breiten musikalischen Horizont verfügt, hat er mit seinem Herzensprojekt „Dee Does Broadway“ bewiesen. Hab mich auch recht lange davor gesträubt aber die bekannten Big Band Songs im Sniderhaften Metal Sound präsentiert zu bekommen hat schon was und machen richtig Laune (wer es nicht kennt, You Tube macht´s möglich).
Und eben diese Brücke habe ich gebraucht um auf das aktuelle DEE SNIDER Album zu sprechen zu kommen. Er hätte es sich leicht machen können und ein Album in bester TWISTED SISTER Manier veröffentlichen können. Die Fans hätten ihn wahrscheinlich dafür geliebt. Ähnlich wie er in den 80ern und mit TWISTED SISTER im Transenlook provozierte und polarisierte wird wohl auch „We Are The Ones“ polarisieren und die Metalfans in ihrer Meinung spalten. Mit Metal hat das ganze nämlich sehr wenig am Hut. „We Are The Ones“ ist ein zeitgenössisches und modernes Rock Album geworden. Wenn man es kategorisieren und in eine Schublade stecken möchte, trifft der Begriff „Contemporary-Rock-Musik“ das ganze sehr treffend und genau. Irgendwie fühlt man sich an Bands wie COLDPLAY (Würg, Sorry für den Vergleich) erinnert, wenngleich es ganz anders und um Längen besser ist. Das Album startet mit dem Titeltrack, der mein absoluter Favorit ist und zugleich der rockigste und härteste der ganzen Scheibe. Weiter geht es mit dem Ohrwurmlastigen und leicht catchigem „Over Again“. Mit dem für mich eher schwer einzuordnenden aber gutem „Close To You“ geht es weiter um dann sehr Modern und Contemporary-Rock mäßig mit dem Hymnenhaften „We Rule The World“ in bessere COLDPLAY Gefilde zu driften. Mit der sehr ausdrucksstarken und emotional dargebotenen Pianoversion von „We´re Not Gonna Take It“ wird für Gänsehautmomente gesorgt (am besten richtig Laut aufdrehen). Nachdem die Gänsehaut abgeklungen ist kann der Kopf zum flotten „Crazy For Nothing“ mitwippen. Sehr modern geht es mit „Believe“ weiter. Der Song klingt anfangs irgendwie unrund steigert sich aber mit der Zeit und setzt sich dann problemlos im Gehörgang fest. Mit „Head Like A Hole“ hat sich Dee Snider einem NINE INCH NAILS Song gewidmet und diesen gecovert. Die Coverversion kommt satter und kraftvoller aus den Lautsprechern. Wie im Original dominieren und verstören zu Beginn die Techno/Synthiesounds. Auf „Superhero“ verwirrt Dee Snider seine Hörer dann mit einem beinahe Rap im Synthie-Rock-Gewand. Der Song braucht definitiv die längste Zeit um beim Hörer anzukommen. „So What“ schließt dann den Reigen und ist der letzte Track des Albums. Diesen sollte man sich ebenso wie „We´re Not Gonna Take It“ sehr laut anhören. Nur von Streichern begleitet kotzt sich Dee Snider richtig aus und lässt das heimische Wohnzimmer erbeben.
Dee Snider hätte den einfachen Weg gehen können und ein traditionelles Rock-Metal Album in TWISTED SISTER Art machen können. Er hat mit „We Are The Ones“ den eher steinigen Weg gewählt. Obwohl er auch hier zeigt, dass er Ohrwürmer, Hymnen und einfach geile Songs schreiben kann, wird sich zeigen müssen ob alte Fans so offen und aufgeschlossen reagieren werden. Mir gefällt´s jedenfalls aufgrund der sehr frischen Art und dem Ausbruch aus dem Einheitsbrei. Kaufempfehlung!
 
(Zvonko)
 
http://deesnider.com

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