Aktuelles Magazin

totentanz nr. 29

Totentanz on

Aktuell sind 267 Gäste und keine Mitglieder online

Destruction – Under Attack (Hail or Kill Review)Destruction – Under Attack (Hail or Kill Review)

(Nuclear Blast Rec.)

 

Ein wenig hin und her gerissen war ich vom neuen DESTRUCTION Output schon. Dem Vorgänger „Spiritual Genocide“ attestierte ich eine Steigerung zu „D.E.V.O.L.U.T.I.O.N“, auf „Under Attack“ stagnieren DESTRUCTION etwas. Die Produktion läuft mir wie beim Vorgänger super rein, das Durchschnittstempo wurde vielleicht etwas zurückgenommen, was mir fehlt ist aber mal wieder ein richtiger Hit. Starke Songs gibt es zu genüge. Der Titeltrack knallt bestens rein, „Generation Nevermore“ besticht durch tolle, etwas andere Riffs und das mit cleanen Gitarren verzierte „Getting Used To The Evil“ ist eine gelungene Abwechslung. Alle anderen Songs liegen irgendwo dazwischen und bleiben mal besser im Ohr, rauschen leider auch gerne mal daran vorbei. Die Lead- und Rhythmusgitarrenarbeit von Mike wird zurzeit ja in allen Reviews (zu Recht) gelobt, allerdings war Mike schon in den frühen 80ern in der Lage mehr als drei zusammenhängende Noten unfallfrei zu spielen. Das hatten DESTRUCTION der Ruhrpott-Konkurrenz schon immer voraus, man höre sich besonders das geile „Live Without Sense“ Album (1989) an, wo sich Mike mit seinem damaligen Partner Harry schon feine Leads um die Ohren haut. Unter dem Strich reicht das natürlich für ein „Hail“, auch wenn die Luft zum „Kill“ etwas dünner wird. Das es nach über 30 Jahren Karriere nicht mehr so leicht ist Klassiker zu veröffentlichen, haben auch Sodom merken müssen, das es aber durchaus noch möglich ist, haben Kreator mit ihren letzten beiden Werken bewiesen. Ich bin sicher, das DESTRUCTION da auch noch einen in petto haben. Ich bin gespannt.

 

(Schnuller)

 

Als Ü 40 Thrash Fan assoziiere ich mit Destruction natürlich in erster Linie alte Klassiker wie „Mad Butcher“, „Curse the Gods“ oder „Bestial Invasion“. Die Songs blieben trotz aller Härte und Rotzigkeit im Ohr hängen und waren kleine 80er Metal Hits. Über die Jahre wurden Schmier und Mike mit ihren wechselnden Drummern natürlich immer besser, technisch versierter und sauberer. Da war auch immer wieder viel Gutes bei, aber den Charme der alten Veröffentlichungen konnten sie meiner Meinung nach nicht wieder erreichen. Schnuller hat natürlich Recht wenn er schreibt das dies auch z.B. Sodom (genannt werden kann hier auch Exumer, Tankard oder Holy Moses) so ging, Kreator aber auch nach Jahrzehnten noch Top Material raushauen. Deswegen sind Mille & Co. halt auch die größten Thrasher Deutschlands, bzw. sogar Europas. Doch zurück zu Destruction – vorliegende „Under Attack“ CD hat auf jeden Fall ein paar gute Hauer wie den Titeltrack, „Dethroned“ oder „Pathogenic“ am Start, ist saugut gespielt (Mike: Wahnsinn!) und produziert. Aber ich steh halt trotzdem mehr „auf früher“. Wer aber mit den letzten paar Scheiben der Patronengurt Träger gut zurechtkam, der hat sicher auch an dem neuen Brett viel Freude! Deswegen im Sinne das dies eine starke 2016er Thrash Platte ist „vom Alten“ ein HAIL.

 

(Arno)

 

Daran, dass ich mit Destruction noch nie so recht etwas anzufangen wusste, wird auch deren 14. Release in 34 Jahren Bandhistorie nichts mehr ändern, wobei ich neidlos anerkennen muss, dass sie schon schlechtere Outputs am Start hatten. Um es gleich vorweg zu sagen: "Under Attack" ist ein grundsolides, gelungenes Album, dass Thrash- und vor allem Destruction Fans sicherlich gut rein gehen dürfte. Die drei Teutonen haben ihre, über all die Jahre erworbenen Stärken, Erfahrungen, Fähigkeiten, Kräfte und Trademarks in diesem neuerlichen Output gebündelt. Sie zeigen ihre Wandlungsfähigkeit und dass sie deutlich mehr drauf haben, als stupides Thrashgeballere. Da bin ich voll bei unserem Rezensenten Schnuller. Davon mal ganz abgesehen, dass ich mit Schmiers Stimmfarbe noch nie wirklich etwas anfangen konnte, stört mich allerdings, dass im Destruction Sound diverse Hooklines zu oft wiederholt werden oder mir einfach zu ähnlich klingen. Dies äußert sich in zu vielen Chorussen und Refrains, die oftmals nicht so wirklich meins sind. Damit stehe ich eventuell ziemlich alleine da, aber ich bekenne mich ganz offen dazu. Auch ich bin der Meinung, dass die hymnisch anmutenden Halbballade " Getting Used to the Evil", mit ihrer fein geschranzten Gitarrenwand oder auch das geil eingesungene "Generation Nevermore" hervorzuheben wäre. Nebenher noch der schnelle Speed/Thrash Metal Hybrid „Dethroned“, wie auch das ziemlich coole „Pathogenic“. Die Baden-Württemberger Thrash Stilikone Destruction schafft es ansonsten nur selten mich aus meiner lethargischen Grundeinstellung zu reißen. Außer den vier genannten Tracks, weist "Under Attack" in meinen Ohren keine wirklichen Höhen oder Tiefen auf. Da geht es mir erneut wie Schnuller. „Under Attack“ ist sicherlich alles andere, als ein schlechtes Album, aber eben nicht so ganz mein Geschmack. Da ziehe ich Slayer, Kreator oder Sodom deutlich vor. Von mir daher ebenfalls ein recht zwiespältiges Hai...Ki…Hail!!!

 

(Janko)

 

Ich bin weit entfernt Destruction-Fan zu sein.  Die letzten Platten sind nur leidlich spannend, die Produktionen tendenziell zu modern und Schmier ist – da kann man jeden lokalen Konzertveranstalter fragen – die Mariah Carey des Thrash Metals. Und damit spiele ich sicher nicht auf sein Stimmvolumen an. Trotz alledem muss ich aber sagen, dass der Vorabtrack „Dethroned“ mich beeindruckt hat, vor allem aufgrund des hammereinfachen, aber cool akzentuierten Riffings. So hätte es dann gerne weitergehen dürfen, aber der Rest schmiert (Sorry, für den Kalauer) dagegen ziemlich ab. Lediglich „Elegant pigs“ ist teilweise noch ähnlich zwingend, was man vom dahingeraunten, unfertig klingenden Refrain dann wiederum nicht sagen kann. Und sonst? Einige ordentliche Songs, vergleichsweise wenig Tempo, viel Gitarrenaction, aber nicht allzu viel was hängen bleibt- macht unterm Strich ein ganz, ganz hauchzartes hail.

 

(Chris)

 

Was soll man hier noch groß schreiben was nicht schon gesagt wurde? Es gibt ja eigentlich keine wirklich schlechten Destruction Songs oder Alben, allerdings sind die richtig geilen Sachen auch mit den 80igern fast vollständig verschwunden (Außnahmen bestätigen wie immer die Regel). Hier herausstechen tun für mich eigentlich nur zwei Songs:  „Generation Nevermore“ bringt einen zwar simplen, aber im Ohr bleibenden Refrain mit und begeistert mit überwitzigen Gitarrenläufen im Soloteil  und “Second To None“ ist zwar ne ganze Ecke härter und auch ein wenig schneller als Schmiers Zweitspielwiese, erinnert aber mit seinem coolen Gitarrenlauf an das geile Headhunter Debüt Album.
Ansonsten ballert einem da ein gewohnt brachiales Thrash Album um die Ohren, bei dem aber wiedermal nicht viel hängen bleibt und bei dem man gespflegt vor Freude austicken will.
Also „Kill“ wäre zu hart, aber richtig „Hail“ ist das Ganze auch nicht. Leider, die Hoffnung nach ein paar Jahren Pause war wirklich da….

 

(Röbin)

 

Der Nuclear Blast Trailer zum neuen Longplayer von Destruction hat mich zugegebenermaßen recht neugierig gemacht. Denn was dort von „Under Attack“ gezeigt wurde klang endlich mal nach etwas Abwechslung. Im Gegensatz zu Schnuller fand ich nämlich die letzten 2-3 Alben von Destruction eher nicht so gut. Es waren für sich genommen zwar alles solide Thrash-Alben, aber klangen alle ziemlich gleich.

„Under Attack“ durchbricht diesen Kreislauf endlich einmal, auch wenn nicht alle experimentellen Elemente gut in den Songs funktionieren (z.B.: „Getting Used To The Evil“). Der Titeltrack und „Generation Nevermore“ können allerdings voll überzeugen. Mit „Pathogenic“ gibt’s dann auch wieder einen klassischen, aber dennoch sehr guten Destruction Song (schön schnell und voll auf die Fratze, Haha). Die restlichen Songs bewegen sich im oberen Mittelfeld und zeigen immer wieder Elemente, die man so nicht von der Band kennt. Der Sound ist meiner Meinung nach auch wieder besser als auf der „Spiritual Genocide“. Dort klangen die Instrumente doch ein bisschen matschig.

Von mir bekommt „Under Attack“ allein schon wegen der Experimentierfreudigkeit ein „Hail“. Trotzdem ist es noch ein typisches Destruction-Album, also auch für Traditionalisten durchaus empfehlenswert.

 

(Larc)

 

http://www.destruction.de/


Musik News

Movie News

Bücher