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totentanz nr. 29

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Hail or Kill Review (mehrere TT Redakteure bewerten ein Album)

 

ACCEPT – Blind RageAccept – Blind Rage

(Nuclear Blast Records)

 

Nachdem “Stalingrad” ein starker Nachfolger für das erstklassige Reunion Album “Blood Of The Nations” war, konnte man gespannt sein, ob ACCEPT vom Erfolgsrezept abweichen würden. Und in der Tat, „Blind Rage“ kommt ganz entgegen dem aggressiven Titel und Cover, eher etwas zahmer aus den Boxen. Statt größtenteils wieder auf teutonischen Stampf-Metal zu setzen, geht besonders Mark Tornillo mit viel mehr Mut zur Melodie an das Album ran. Das erhöht die Langzeitwirkung und sollte das Album mindestens so nachhaltig machen, wie die Vorgänger. Der schon vorab im Netz veröffentlichte Opener „Stampede“ ist ein typischer ACCEPT Song, aber mit Abstand nicht der beste auf „Blind Rage“. Insgesamt würde ich das Album in der Nähe von „Russian Roulette“ einordnen. Zwar gehen ACCEPT etwas melodischer, aber nicht langsamer mit weniger Biss zu Werke. „Dark Side Of My Heart“ wird manchen vielleicht zwar etwas zu harmlos erscheinen, dafür wird mit dem schleppenden „Fall Of The Empire“ umgehend entschädigt. Dem schnellen „Trail Of Tears“ folgt das melancholische „Wanna Be Free“, eins meiner Highlights auf „Blind Rage“. „200 Years“ zieht das Tempo im „Restless And Wild“ Rhythmus wieder etwas an. „Bloodbath Mastermind“ erreicht, nach „Stampede“, als zweiter (und letzter) Song nicht ganz das hohe Niveau der anderen Titel. Auch gegen Ende, geht dem Album nicht der Saft aus. „From The Ashes We Rise“ und „The Curse“ sind mit starken Refrains gesegnet, bei denen Tornillo zeigt, das er definitiv mehr Gefühl in der Stimme hat, als Udo. Der Rausschmeißer „Final Journey“ entpuppt sich als flotte Uptempo Nummer, die auch wieder mit einem großen Refrain bestückt ist. Das Schmankerl an der Nummer stammt von Edvard Griegs „Morgenstimmung“, das Wolf Hoffmann im Solo adaptiert hat.

ACCEPT schaffen nach ihrer dritten Reunion, das dritte Hammeralbum am Stück zu veröffentlichen, was zu diesem späten Karrierezeitpunkt nur sehr wenigen gelingt. Mein einziger Kritikpunkt ist die Produktion, die nahezu identisch wie „Blood Of The Nations“ und „Stalingrad“ ausgefallen ist. Zwar hat Andy Sneap hier, wie immer, einen Bombenjob gemacht, aber eine eigene Note bekommt „Blind Rage“ dadurch nicht. Die Alben „Breaker“ bis „Russian Roulette“ kann ich am Gitarren- oder Drumsound unterscheiden,  das wird mir mit den letzten drei ACCEPT Scheiben leider nicht gelingen. Dennoch, ein klares „Hail“ für „Blind Rage“.

 

(Schnuller)

 

Als ich Schnuller’s Review las war ich entsetzt. Nicht weil es falsch ist, sondern nur wegen dem Gedanken, was soll ich da noch hinzufügen? Es stimmt einfach 100% was er sagt. Der Großteil der Songs prescht nicht mehr mit schneller Geschwindigkeit nach vorne, sondern hält sich im Midtempo auf, die Songs verlieren aber dadurch keineswegs an Druck. Mark kann tatsächlich variabler singen als Udo (wobei ich mir bei den alten Sachen auf dem Wacken die härtere, druckvollere Udo Stimme doch gewünscht hätte, aber andere Baustelle) und auch für mich ist der beste Song „Wanna Be Free“, der mir schon beim ersten Durchhören auffiel, durch seinen starken Refrain.
Einzig die Produktion ist genau das Manko, das Schnuller beschrieben hat. Mir ist schon auf „Stalingrad“ aufgefallen, dass man nicht wüsste, welcher Song auf welchem Album steht, da sich alles wie aus einem Guss anhört. Das ist nicht gerade ein Überfehler, kann aber mit der Zeit zu solchen Kommentaren wie bei AC/DC oder Running Wild führen, dass die Band die selbe Platte immer wieder aufnimmt. Klar, wie oben beschrieben merkt man über den Gesamtspielraum schon den Unterschied, aber trotz hoher Qualität könnte es in der Zukunft etwas langweilig werden, wenn sich daran nicht ändert.
Aber momentan ändert es nichts daran, dass „Blind Rage“ eine gute Platte geworden ist. Hail.

 

(Röbin)

 

Mit „Stalingrad“ haben ACCEPT bewiesen, dass die Qualität von ihrem Reunion Hammer „Blood Of The Nations“ kein Zufall war, wobei ich mit etwas zeitlichem Abstand feststellen muss, dass „Stalingrad“ zwar einige sehr geile Songs („Stalingrad“, „Hung, Drawn and Quatered“, „The Galley“, „The Quick And The Dead“) besitzt, aber irgendwie wirkt als hätte man zum großen Teil Material verwendet , dass nicht den Weg auf den bärenstarken Vorgänger gefunden hat. Wirkt mittlerweile bisschen wie, schnell Material nachschieben, so lange noch jeder begeistert ist. Die neue Scheibe „Blind Rage“ zeigt sich da ganz anders. „Blind Rage“ zeigt sich in einem anderen Gewand. Trotz sehr ähnlicher Soundwand zu den letzten beiden Scheiben, kommt „Blind Rage“ weniger schleppend und stampfend, sondern  frischer und wilder und trotz wütendem Albumtitel beinahe schon fröhlich und ja durchgehend ACCEPT mäßig eben sehr melodisch. Kann nur sagen, dass mir Songs wie „200 Years“, „Fall Of The Empire“, „Dark Side Of My Heart“, „Stampede” und vor allem „Dying Breed” (hoffentlich ne feste Nummer in kommenden Live Sets) einfach nicht aus dem Kopf wollen. ACCEPT haben bewiesen, dass die Flamme noch immer brennt, sie sich wieder gefunden haben und richtig Bock haben. Und auch wenn Mark Tornillo von Anfang an prima zu der Bande gepasst hat, wirkt es als wäre er noch enger im Bandgefüge integriert. Hier ist was zusammengewachsen was zusammengehört. „Blind Rage“ hat Oberwasser gegenüber „Stalingrad“ und kann definitiv mit „Blood Of The Nations“ mithalten. Klares Hail!

 

(Zvonko)

 

Ich kann Schnuller voll und ganz zustimmen, das dritte Accept Album der „Mark Tornillo Phase“ hat tatsächlich ganz hervorragende Refrains mit starkem Melodic Touch und der „Russian Roulette“ Vergleich des langhaarigen Kollegen passt absolut. „Wanna be free“, „Trail of Tears“ oder „Dark Side of my Heart“ gehen mir ganz besonders gut rein. Ich habe das Gefühl die Songwriter Baltes und Hoffman könnten noch 10 Alben raushauen die qualitativ nicht schwächeln. Accept lassen 2014 nicht nach sondern stehen immer noch „Voll im Saft“ mit verdammt geilem Heavy Metal. Wer die zwei Vorgänger klasse fand kann auch bei „Blind Rage“ bedenkenlos zugreifen. Am Besten den Digipack mit vollständiger Konzert Bonus DVD bzw. Bluray. Hammer! Ganz Klar Hail!

 

(Arno)

 

Ich muss zugeben, dass ich kein so großer „Stalingrad“-Fan bin: Zu viel Strickmuster, zu wenige Überraschungen und die eher uninspirierte Fortsetzung der Kriegsthematik sorgten dafür, dass das Album kein allzu häufig gesehener Gast in meinem CD-Player war. Entsprechend haut mich das neue Album vollkommen aus den Schuhen: Accept schaffen es, den urtypischen Heavy Metal, für den man sie kennt, in Reinform zu zelebrieren, ohne dabei allzu sehr auf das bekannte Erfolgsrezept zu setzen. So vielseitig, kreativ und abwechslungsreich habe ich Accept selten erlebt. Die Melodien sind Gänsehaut pur, die Gesangsleistung von Mark Tornillo ist Weltklasse, und das Album wird bis zum Schluss nicht eine Sekunde langweilig. Für mich das stärkste Album der Tornillo-Ära und ein echter Höhepunkt!
 
(Torsten)

 

http://www.acceptworldwide.com/


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