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Meyer Lansky - Das Gehirn der MafiaMeyer Lansky - Das Gehirn der Mafia

(3-L Films)

 

Ein Mafia-Film im Low-Budget-Bereich - wer hier gleich ein mulmiges Gefühl in der Magengegend hat, dem möchte man an und für sich nur ungern widersprechen. Denn es gibt einfach Genres, die förmlich nach einer Mainstreamproduktion schreien und ohne das für markante und glaubwürdige Schauspieler, detaillierte Ausstattung und den richtigen Look nötige Kleingeld ihre Stärken nicht richtig ausspielen können. Zu diesen gehört der Gangsterfilm - zumindest so lange er in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts spielt - ohne jeden Zweifel. Was wären die großen Werke von Coppola, Leone oder Scorsese ohne das penibel rekonstruierte Ambiente der 1920er, -30er und -40er Jahre? Trotz erstklassiger Geschichten wären die Filme aufgrund der mangelnden Strahlkraft nichts weiter als Schatten ihrer selbst.

Warum nun sollte man sich also einen TV-Film über das "Gehirn der Mafia" Meyer Lansky ansehen, der zwar mit Richard Dreyfuss und Eric Roberts respektabel besetzt ist, aber schon auf den ersten Blick jeden Glamour dieser romantischen Ära der Anzug- und Hutträger, der feuchten und dampfigen Nebengassen und der verrauchten Hinterzimmer vermissen. Nichtsdestotrotz bemüht sich der Film, den Zuschauer mit einer interessanten Story zu fesseln, was ihm sogar zum Teil gelingt. Dennoch bringen die drei Zeitebenen, auf denen Meyer Lansky wandelt, auch so ihre Probleme mit sich. Allen voran die Enttäuschung, wenn es aus der Prohibitionszeit mit jenen dampfigen Nebengassen wieder ins trockene Israel der 70er geht. Hier treibt sich der gealterte Lansky nämlich unter anderem rum, um dem Arm des Gesetzes zu entgehen. Dreyfuss spielt zwar großartig, doch kann dieser Teil der Handlung einfach nicht begeistern. Die Rückblenden haben da schon etwas mehr zu bieten und überzeugen ebenfalls mit ihren jeweiligen Schauspielern, doch alles in allem bleiben die knapp zwei Stunden einfach zu blass. Neben der typischen Gangster-Atmosphäre vermisst man auch eine richtige Identifikationsfigur, welche die Titelrolle zwar ansatzweise bietet, dabei aber schon aus moralischen Gründen eher fragwürdig bleibt. Ebenfalls zu Lasten der Atmosphäre geht der beim Paten zusammengeklaute Soundtrack, den der Zuschauer sofort als solchen erkennt.

Mit Meyer Lansky ist HBO sicherlich nicht der große Wurf gelungen, allerdings präsentiert er sich durchaus als leidlich unterhaltsamer Streifen. Aber ganz ehrlich - warum einen TV-Kompromiss im beschnittenen 4:3-Format kaufen und gucken, wenn die Standardwerke der eingangs erwähnten Regisseure auch nach dem zehnten Durchlauf nichts an Intensität, Spannung und Klasse verloren haben? Zumal die DVD auch rein gar nichts raushaut: Das Hauptmenü sieht aus wie die Dos-Version eines animierten Menüs, das Bild wie die Kopie einer VHS-Kopie und an Extras findet sich nichts weiter als eine Trailershow.

 

 

 

(mosher)


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