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El MarEl Mar

(cmv)

 

1936 in Spanien zur Zeit des faschistischen Franco Regimes. Die zwei Jungs Ramallo, Manuel und das Mädchen Francisca sind alle noch im Kindesalter, als sie Zeuge werden, wie Francos Schergen Regimegegner Hinrichten. Aus Rache töten sie den Sohn eines Franco Anhängers. Nach etwa 1 ½ Dekaden treffen sich Ramallo, Manuel und Francisca als mittlerweile Zwanzigjährige wieder. Aber das Treffen ist kein besonders freudiges, schon gar nicht der Ort an dem sie sich wiedersehen. Dieser ist nämlich ein Sanatorium für Tuberkulose Kranke, aus dem die meisten nicht lebendig entlassen werden. Francisca ist Nonne und kümmert sich um die Patienten. Ramallo ist der Neue im Sanatorium und spielt den Macho und verheimlicht sein Leben als Stricher, Manuel ist gefangen in seiner unterdrückten Homosexualität und seinem extremen katholischen Glauben. Der geht soweit, dass er sich selbst geißelt und schwere Verletzungen zuführt, sobald er seine Lust nicht unterdrückt und sich ihr hingibt. Ramallo erweist sich als echter Unruheherd in dem Sanatorium. Einerseits gibt er den anderen Patienten mit seiner selbstsicheren Art Mut um gegen die Krankheit anzukämpfen und andererseits lässt ihn seine Vergangenheit nicht los. Um dieser zu entfliehen dreht ein paar krumme Dinger um seinem kriminellen Gönner eins auszuwischen, bringt damit aber nicht nur sich, sondern auch den ihn liebenden Manuel gerne mal in Schwierigkeiten. Alles steuert auf ein dramatisches Ende hinzu, das in dieser Form in etablierten Filmen alles andere als gängig ist.

Regisseur Augusti („Im Glaskäfig“) Villaronga hat mit „El Mar“ einen weiteren kontroversen - meist Sinnfreien - Film zu verantworten. In „El Mar“ greift er die Themen des faschistischen Franco Regimes, extremen katholischen Glaubens und Homosexualität auf. Er verbindet diese Themen und schmiedet eine Geschichte, die alles andere als leichte Kost, vielmehr äußerst verstörend ist. Es sind die einerseits – nicht wirklich expliziten aber dennoch krassen Darstellungen der Homosexualität, und des stumpf irrsinigen extremen Glaubens die den Zuschauer den Kopf schütteln lassen. Warum und was das Ganze mit dem Franco Regime zu tun hat, erfährt man nicht wirklich, wird das Thema doch nur anfangs kurz angeschnitten. Für mich ein komischer Film, der sich extrem in die Länge gezogen hat und nicht wirklich anspruchsvoll sondern einfach nur verstörend war. Mit seiner ganzen Aufmachung passt der Streifen eigentlich perfekt in die Kino Kontrovers Reihe, dann weiß der potentielle Zuschauer auch in etwa was ihn erwartet. Auf alle Fälle keine leichte Kost, die einem Augusti Villaronga bietet, kein Film zum einfach mal so schauen und sicherlich keine Kaufempfehlung.

Die DVD erscheint in Amaray Hülle mit Wendecover. Es ist lediglich die spanische Tonspur auf der Disc enthalten. Leute, die dem spanischen nicht mächtig sind, müssen sich „El Mar“ mit deutschen oder englischen Untertiteln anschauen. An Extras gibt es neben einer Bildergallerie und dem Originaltrailer – zum Glück – nichts mehr außer ein paar Trailern zu Filmen, bei denen ebenfalls das Thema Homosexualität im Vordergrund steht.

 

(Zvonko)


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