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Bullets, Blood & a Fistful of Ca$hBullets, Blood & a Fistful of Ca$h

(Koch Media)

 

Ja, was haben wir denn hier?! Bullets, Blood & a Fistful of Ca$h ist ein Film, der mit Sicherheit von so manchem geliebt werden wird, aber definitiv von mindestens ebenso vielen verabscheut…

Es geht um Ca$h, der sich – gerade erst wieder in Freiheit – dafür rächen will, dass er die vergangenen zehn Jahre hinter Gittern verbringen musste. Seinerzeit wurde er bei einem Banküberfall von seinen Kumpanen verraten und wanderte so in den Knast. Die Liste an Leichen, über die er bei seinem Feldzug nun zu gehen hat, ist verdammt lang, und so wären wir auch bei einem der dicksten Kritikpunkte: Sam Akina webt hier eindeutig zu viele Figuren in sein Feature-Debüt ein, sodass sich recht bald eine gewisse Verwirrung beim Zuschauer einstellt. Die Stadt wird von den verschiedensten Verbrechersyndikaten regiert, welche allesamt untereinander Krieg führen. Doch irgendwie muss Ca$h sie alle wegpusten, bevor er seine Rache vollenden kann. Ganz offensichtlich orientierte sich Akina an Standardwerken von Tarantino & Co, meinte es dann mit den vielen Figuren und unterschiedlichen Handlungsebenen aber doch zu gut und überfrachtet seinen Film dadurch, was auch zu der – einem Debütfilm in aller Regel nicht zuträglichen – opulenten Spielzeit von über zwei Stunden führt. Dabei erreicht er das inszenatorische Niveau seiner Vorbilder selbstredend zu keiner Zeit, was sicher nicht ausschließlich dem offensichtlich hauchdünnen Budget geschuldet ist.

Dennoch erreicht Bullets, Blood & a Fistful of Ca$h durch die vermutlich nicht immer beabsichtigte Rohheit in den Shootouts und den Gangsterdialogen eine gewisse, undergroundige Ästhetik, die dem Film nicht schlecht zu Gesicht steht. Nur muss sich der Zuschauer hier aber unbedingt damit abfinden, in einem immer hart an der Grenze zur Peinlichkeit wandernden Film zu sitzen, der aufgrund der hanebüchenen Fehler und der unglaublich schlechten Qualität des Filmmaterials nahezu flächendeckend den Eindruck eines Amateurstreifens vermittelt. Dann, und nur dann funktioniert Bullets, Blood & a Fistful of Ca$h zu einhundert Prozent und sorgt mit anspruchsloser Ballerei und unnachahmlichen Dialogen für saugeile Unterhaltung! Wie viele Streifen bieten heute noch Stilblüten vom Format „Es gibt zwei Dinge, die ich gut kann. Das eine ist Töten. Das andere habe ich vergessen.“ Oder – für mich der neue Satz des Jahrhunderts – als Ca$h, nachdem er sich wie in einem Videospiel durch drei Dutzend Gangster geballert hat und durch die Wand des Boss-Büros bricht, in bester Rambo-Pose und im trockensten Ton wissen lässt: „Ich bin wieder da, du Schweineficker!“

All das wird den stilbewussten Mainstreamgucker mit tödlicher Sicherheit zutiefst anekeln. Jene, die an einem lockeren und bierseeligen Abend interessiert sind und mit gewollter sowie ungewollter Selbstironie umgehen können, werden aus dem Feiern kaum noch herauskommen…

 

Die Qualität der DVD ist verdammt durchwachsen, was aber im Prinzip nicht viel zur Sache tut. Hätte der Film ein besseres Bild, wäre die Wirkung möglicherweise eine völlig andere, von daher möchte zumindest ich die grausame Qualität um nichts in der Welt missen. Die Bonusabteilung hingegen zeigt sich recht spendabel, gibt es doch mit Making of, Behind the Scenes, Premiereneindrücken und Interview das ein oder andere zu entdecken. Dazu gesellen sich Slideshow, Trailer und Trailershow, was die Veröffentlichung optimal abrunden würde, wenn, ja wenn die Verkaufsversion (im Gegensatz zur Leih-DVD) nicht drastisch gekürzt wäre.

 

(mosher)


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