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Lady Justice – Im Namen der GerechtigkeitLady Justice – Im Namen der Gerechtigkeit

(Tiberius Film)

 

Farmer Dobbe beschäftigt auf seiner Plantage ausschließlich mexikanische Einwanderer, bei denen es der gutmütige Senior mit der Frage nach legalem oder illegalem Aufenthalt nicht immer so genau nimmt. Oscar und Maria arbeiten schon lange für Dobbe und haben bereits zwei gemeinsame Kinder, die auf amerikanischem Boden geboren und damit US-Bürger sind. Das dritte Kind der beiden kam jedoch während eines kurzen Aufenthaltes in der Heimat zur Welt. Damit gilt das kleine Mädchen bei den Behörden als illegal und soll nach Mexiko abgeschoben werden.

Dobbes Tochter Karen ist eine erfolgreiche Anwältin einer streng konservativen Kanzlei. Obwohl sie ein mehr als schwieriges Verhältnis zu ihrem Vater hat, setzt sie ihre Karriere aufs Spiel, um die Verteidigung des Mädchens zu übernehmen.


2013 gedreht, veröffentlicht Tiberius Film Lady Justice sicher nicht ganz zufällig zu einer Zeit, in der die amerikanische Einwanderungspolitik im Inland sowie weltweit für Zündstoff sorgt. Wenn auch chronologisch nicht als direkte Antwort, ist der Film als klare Absage an Trumps Amerika zu verstehen. An einigen Stellen ohne Frage ein wenig zu schwülstig und naiv, arbeitet der Film dennoch sehr schön heraus, dass auch ein Gericht das Gesetz nicht über die Menschenrechte stellen sollte. Die Schwarz-Weiß-Malerei, die nur anständige, integre Immigranten und auf der Gegenseite nur durch und durch rassistische und unbarmherzige Staatsdiener zulässt, darf man dem Film vorwerfen, doch im Gegensatz zu dieser Dampfhammer-Moralkeule punktet Lady Justice an anderer Stelle gerade mit den ruhigeren Tönen, sowohl vor Gericht, als auch im Familien- und Privatleben der Protagonisten. Wesentlich dazu bei tragen Bruce Dern als verschrobener alter Farmer, der sich selbst im Zeugenstand nichts erzählen lässt und Kristanna Loken als dessen Tochter, von der man eine solch charaktertiefe Darstellung nicht zwingend erwarten musste.

 

Das Bild ist stellenweise herausragend und in den zahlreichen unterschiedlich beleuchteten Szenen stets der Stimmung angepasst. Synchro und Sound wissen ebenfalls zu gefallen, schade ist lediglich, dass es einmal mehr keine Extras außer Trailer und Trailershow auf die Disc geschafft haben. Gerade bei einem derart bewegenden Film, der noch dazu auf wahren Begebenheiten beruhen soll, wäre es immens spannend gewesen, mehr zu den Hintergründen zu erfahren. Besonders das überraschende, sehr abrupte Ende hätte eigentlich unbedingt einer Erklärung bedurft, um aus diesem ansonsten großartigen Film nicht mit einem etwas mulmigen Gefühl entlassen zu werden.

 

(mosher)


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