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Cup of My BloodCup of My Blood

(I - On New Media)

 

Seit dem Tod seiner Frau ist Jack vom viel versprechenden Akt-Künstler zum desillusionierten Pornophotografen mutiert und hat mittlerweile jede Hoffnung auf neue Inspiration verloren. Doch sein von Alkoholentzug und Flashbacks geprägtes Leben soll schon bald gehörig auf den Kopf gestellt werden. Als er Zeuge eines Autounfalls wird, erhält er von der sterbenden Frau in dem Fahrzeug eine Holzkiste und einige ominöse Anweisungen. So bezeichnet sie ihn als den Auserwählten und warnt ihn inständig davor, besagte Kiste zu öffnen. Etwa zur gleichen Zeit lernt Jack die schöne Iona kennen, die nicht nur seine Inspiration wiederzubeleben, sondern auch eine Verbindung zum Inhalt der Kiste darzustellen scheint – bei dem es sich um den sagenumwobenen Heiligen Gral handeln soll.

 

Was aufgrund des Veröffentlichungstermins der deutschen DVD wie ein Schnellschuss im Fahrwasser vom „Da Vinci Code“ anmutet, ist in Wirklichkeit bereits vor Ron Howards Film entstanden. Allerdings käme der Vergleich auch kaum über die Gralsthematik hinaus, könnten beide Filme doch kaum unterschiedlicher sein. Lance Catanias Regiedebüt verzichtet nämlich weitestgehend auf jede Art von Story und wechselt stattdessen vordergründige Gruselmotive mit pseudo-bedeutsamem Softsex ab. Dabei können sich erstgenannte Szenen noch ein stückweit besser aus der Affäre ziehen, wenngleich sie nichts anderes sind, als recht billige Kopien asiatischer Schockmomente jüngeren Datums. Denn nach der x-ten Gestalt, die zu einem plötzlichen Rums ebenso plötzlich durchs Bild huscht, hat sich dieses Element audiovisuellen Grusels wahrhaftig zu Tode geritten. Immerhin aber schaffen einige dieser scheinbar allgegenwärtigen Dämonen eine gewisse Atmosphäre, und zählen damit im Endeffekt zu den positiveren Erinnerungen an „Cup of My Blood“.

 

Ganz im Gegensatz zu den Szenen, die vom Regisseur offenbar als erotischer Bestandteil des Films geplant waren. Hier sind jedoch die - nicht unbedingt als perfekt zu bezeichnenden – Körper der Darstellerinnen noch das geringste Problem. Vielmehr sind es die viel zu schnellen Schnitte und der biedere Stil der (wenigen) Nacktszenen, die dafür sorgen, dass der Film nicht einmal als annehmbare Poppenparade durchgeht.

Was man Catania allerdings zugute halten muss, ist sein offensichtliches Talent für eine atmosphärische Beleuchtung, denn neben einzelnen Szenen wissen auch viele von Jacks, oft als Stills eingebaute Fotos zu gefallen. So verhindert also die Kombination aus inszenatorischen Defiziten und amerikanischer Prüderie einen optischen Leckerbissen, was einerseits zwar schade ist, andererseits aber auf Handlungsebene auch zum Film passt.

 

Denn als ernsthaft schlüssig mag man „Cup of My Blood“ nicht wirklich bezeichnen, dafür weiß Catania viel zu wenig, wohin er mit seinem Film will. Der Gral fungiert quasi lediglich als Mittel zum Zweck und wäre ebenso gut durch He-Mans Zauberschwert zu ersetzen gewesen, denn weder Hintergründe des Grals und seiner Macht, noch die Ziele seiner Jäger werden in irgendeiner Art herausgestellt.

 

Insgesamt will der Film mehr als er bieten kann und gerät damit zu einer oft zähen Angelegenheit. Einige, für das verhältnismäßig geringe Budget von etwa 450.000 $ recht ansehnliche Splattereien fangen dabei die unzureichende Spannung etwas auf und ab und an darf auch gelacht werden („Ein Typ namens Nibbles kommt dir zu Hilfe!?“). Ob allerdings die Szene, in der Janina Gavankar unmittelbar nach einem – ihre Brüste präsentierenden – Beischlaf ihren Körper kinotraditionsgemäß mit einem Bettlaken verhüllt, frei- oder unfreiwillig komisch ist, mag unter Umständen zu einem größeren Mysterium avancieren, als es der Heilige Gral hier je ist.

 

Die DVD aus dem Hause Splendid bietet neben dem Film (16:9 Bild / 5.1-Ton in Deutsch und Englisch) einige Featurettes zu den Effekten, eine Handvoll Interviews und Trailer sowie einen ganzen Batzen an Deleted Scenes (über 20 min.), die dieses inhaltlich halbgare, optisch aber streckenweise ansprechende Werk nur unnötig auf eine nahezu epochale Länge gestreckt hätten. Neben dem hübsch animierten Menü kann die DVD außerdem mit einem Metallschuber punkten.

 

(mosher)


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