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Severed – Forest of the DeadSevered – Forest of the Dead

(I-On New Media)

 

Irgendwo hoch oben in den nordamerikanischen Wäldern beschäftigt ein Großkonzern einen Trupp Holzfäller, die nichts davon ahnen, dass die Bäume in der Umgebung durch ihren Arbeitgeber genetisch manipuliert wurden. Als es zu einem Arbeitsunfall kommt, scheint sich der betroffene Holzfäller durch die seltsame rötliche Masse, die aus dem Baum austritt, infiziert zu haben und mutiert binnen weniger Minuten zum mordgierigen Zombie…

…den Rest kann man sich denken. Der Zombie infiziert einen Holzfäller nach dem anderen, die gegen die Ausbeutung der Natur demonstrierenden Hippies müssen ebenfalls dran glauben und irgendwann wird der Sohn des Konzernchefs in die Wälder geschickt, um nachzusehen, warum der Kontakt zum Lager abgerissen ist. Hier ist aber auch rein gar nichts irgendwie interessant, innovativ schon gar nicht. Was im Trailer noch nach schön hirnloser Splatter-Action in stimmungsvoller Kulisse aussieht, erweist sich bereits nach wenigen Minuten als ziemlich luft- und blutleerer Blödsinn. Zwar weiß die Umgebung mit ihren nebelverhangenen Riesenbäumen im Großen und Ganzen wirklich zu überzeugen, doch ist sie im Grunde auch nur aus einer alten „Akte X“-Folge geklaut. Darüber hinaus bietet der Film praktisch überhaupt nichts – Splatter sucht man vergebens, ein paar klitzekleine Fressszenen und ständig das Blut, das aus dem Off ins Bild spritzt (auf Dauer sehr nervig, zumal teils auch noch digital) - das war es dann auch schon, der einzige und sehr rudimentäre Plottwist ist von Danny Boyles „28 Days Later“ abgeguckt und die Darsteller samt Synchro finden praktisch nicht statt. Schlimmer noch – zwei der so genannten Charaktere müssen laut Drehbuch sogar eine Romanze anfangen, deren Unglaubwürdigkeit nur dadurch getoppt wird, dass der knirpsige Romeo einen Nebenbuhler mit den Ausmaßen eines Sumoringers durch einen Schlag in den Bauch (!) in die Flucht schlägt.

Immerhin befinden wir uns während dieser albernen Rauferei in der stärksten Phase des Films, wenngleich dem nicht allzu viel Bedeutung zugemessen werden sollte. Immerhin jedoch vermag „Severed“ ein wenig Fahrt aufzunehmen, als es unsere Protagonisten ins Lager einiger übrig gebliebener Holzfäller, darunter auch der Sumoringer, verschlägt, die sich durch Zäune vor den Zombies verschanzen. Hier finden sich dann zumindest einige wenige ansehnliche Szenen, die aber freilich allesamt abgekupfert sind und für den Film oder dessen Geschichte auch keine übermäßige Relevanz besitzen.

Und als ob das komplette Fehlen von Story, Charakteren und Gore immer noch nicht geng wäre, hat man auch noch das letzte Bisschen Atmosphäre durch die Auftritte der Zombies verhunzt. Das Make-Up wirkt für einen Low-Budget Film zwar durchaus passabel, tritt aber dadurch in den Hintergrund, dass die Zombiedarsteller einerseits einen sehr eigenwilligen Bewegungsablauf an den Tag legen – das ganze sieht mehr nach Rückenschmerzen aus als nach Untoten – und andererseits durch die unsäglichen Digitaleffekte, die über wirklich jede etwas rasantere Szene und praktisch jeden Auftritt der Zombies gelegt wurden. Zweifelsohne sollten hier zum Teil Regiefehler durch den Schnitt kompensiert werden, so bekommen wir Jump-Cuts und in mehrfacher Geschwindigkeit gezeigte Szenen zu sehen. Doch auch die schreckliche Wackelkamera bei jeder einzelnen Actionsequenz und die oft wirr wirkenden, viel zu schnellen Schnitte zeugen von der Furcht, der Zuschauer könnte zuviel von dem Gezeigten auch tatsächlich erkennen. Genau wie die Splattereffekte kann man auch einige Abläufe bei den verschiedenen Verfolgungen nur erahnen.

 

Schaut man sich Trailer, Cover und vor allem Szenenbilder an, darf man auf ein stilistisch schön anzusehendes, von einer marginalen Story zusammengehaltenes Wald- und Wiesen-Gemetzel spekulieren. Schade, dass die an sich gute Ausgangslage durch eine vollkommen dilettantische Regie komplett zunichte gemacht wurde und „Severed“ daher eigentlich niemandem irgendwie empfohlen werden kann. Die für den Film eigentlich viel zu gute DVD von I-On bietet sogar noch ein kleines „Behind the Scenes“, das zwar ziemlich uninteressant ist, das aber so mancher Film aus dem I-On Programm weit mehr verdient gehabt hätte.

 

(mosher)


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