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Halloween III – Die Nacht der EntscheidungHalloween III – Die Nacht der Entscheidung
(NSM Records)

 

Ein offensichtlich verwirrter Mann wird in die Notaufnahme eingeliefert, in der Hand eine Halloweenmaske, die er panisch umklammert. Seine Warnungen, dass „sie kommen werden“, nimmt niemand ernst und erst als in der darauf folgenden Nacht eine mysteriöse Gestalt in das Krankenhaus eindringt, den Patienten ermordet und sich anschließend selbst in seinem Auto mit Benzin übergießt und in die Luft jagt, beginnt der behandelnde Arzt Dan Challis zu ahnen, dass seltsame Dinge vorgehen. Gemeinsam mit der Tochter des Opfers, der hübschen Ellie Grimbridge, folgt er den Hinweisen bis zu einer obskuren Spielzeugfabrik, von der eine noch viel gigantischere Gefahr auszugehen scheint, als es die beiden je geahnt hätten.


Nach zwei hochklassigen und hochgradig erfolgreichen Halloween-Filmen wagte man 1982 eine völlig unkonventionelle Herangehensweise an den dritten Teil. Statt den zur Slasher-Ikone avancierten Michael Myers ein weiteres Mal auf jugendliches Kanonenfutter zu hetzen, war der Plan, von nun an jedes Jahr einen Horrorfilm mit einer gänzlich eigenständigen Story zu produzieren. Lediglich die Halloween-Thematik sollte als loses Band zwischen den einzelnen Streifen dienen. Diese Entscheidung erwies sich sehr schnell als finanzielle Vollkatastrophe, denn das Publikum, das in Erwartung eines weiteren Myers-Metzel-Marathons in die Kinos strömte, fühlte sich verarscht und betrachtet den Film bis heute als das schwarze Schaf des Franchises und einen der meistgehassten Horrorstreifen überhaupt. Objektiv betrachtet hat Halloween III dabei allerdings sogar mehr Qualitäten als die meisten der folgenden Halloween-Filme, die sich dem Willen der Fans beugten und wieder altbekannten Slasher-Einheitsbrei ablieferten – was freilich kein Adelsprädikat darstellt.

Losgelöst vom Korsett der Reihe würde man vermutlich von einem netten, kleinen, belanglosen Mystery-Horror sprechen. Die Geschichte um einen Spielzeugfabrikanten, der sich einem alten Druiden-Glauben verbunden fühlt und auf äußerst eigenwillige Art tausende von Kindern den alten Göttern opfern will, darf durchaus auch belächelt werden. Doch eine gewisse unheilvolle Atmosphäre, einige gute Effekte und bei allen Längen auch eine halbwegs schwungvolle Inszenierung kann man Halloween III nun wirklich nicht absprechen. Filmhistorisch sowieso interessant und allein aufgrund der marketingstrategischen Kamikaze-Story sehenswert, darf der Film eigentlich in keiner Sammlung fehlen. Kräftigen Punktabzug gibt es allerdings für den zur Weißglut treibenden Ohrwurm-Werbesong, der in einer gefühlten Dauerschleife den Film untermalt!


NSM bringt den Film in einer nahezu perfekten Edition auf den deutschen Markt, die in Sachen Bild, Ton und Extras mit dem überteuerten Mediabook identisch ist. Schärfe und Farbwiedergabe sind schlichtweg atemberaubend und der Ton überzeugt im Original wie im deutsch synchronisierten Stereosound. Die Extras sind dann die Krönung: Neben zwei Audiokommentaren und diversem Promo-Material gibt es ein ausführliches und auch kritisches Making of sowie ein aufwändig gedrehtes Feature zu den Drehorten. Hier bleiben einfach keine Wünsche offen.

 

(mosher)


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