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Destruction/Flotsam & Jetsam/Enforcer/Nervosa, Mannheim 2016

Destruction, Flotsam & Jetsam, Enforcer, Nervosa

16.10.2016 - 7er Club/Mannheim

 

Ein wirklich starkes Line Up, das hier im Herbst unterwegs war. Mit DESTRUCTION und den Mädels von NERVOSA wurde die Hau drauf-Fraktion bedient, während FLOTSAM & JETSAM und ENFORCER den Abend mit etwas weniger Speed und mehr Melodien abwechslungsreich gestalteten. ENFORCER sind beim zahlreich anwesenden Jungvolk schon seit längerer Zeit die Band der Stunde und natürlich hätten sich viele der Anwesenden eine höhere Position (und damit mehr Spielzeit) für die Schweden gewünscht. Mit einer Legende wie FLOTSAM & JETSAM im Line Up, müssen die Jungster da aber leider schon als zweite Band ran.

Allerdings hatte der Tourtross auf dem Weg von Belgien nach Mannheim eine Panne und traf erst gegen 20 Uhr am gut gefüllten Club ein. Das Konzert sollte trotzdem komplett durchgezogen werden. Die Bands kürzten ihren Set um ein paar Minuten und das anwesende Publikum verzog sich bei Ankunft der Bands größtenteils in den Raucherbereich, um einen schnellen Aufbau zu Destruction2016_Nervosa.jpgermöglichen. Tatsächlich konnte man schon knapp 40 Minuten später die ersten Töne vom Linecheck hören und kurz nach 21Uhr, mit knapp 2 Stunden Verspätung, sollte die letzte Show der Tour dann beginnen. Aufbau und kurzer Soundcheck innerhalb einer Stunde? Eine absolut reife Leistung!

 

Ohne großes Brimborium legten die Mädels von NERVOSA auch gleich los. Der Sound war zwar anfangs etwas basslastig, besserte sich aber nach 2-3 Songs. Dass sich die mehrheitlich anwesenden Herren nicht lange bitten ließen, wenn drei brasilianische Mädels auf der Bühne stehen, war klar und es gab gleich viele gereckte Fäuste vor der Bühne. NERVOSA brauchen ihren Damen-Bonus allerdings gar nicht groß auszuspielen. Wenn Bassistin Fernanda und Gitarristin Prika vorne ihre beeindruckenden Mähnen fliegen lassen, sieht das einfach stark aus und braucht keine weiteren Sperenzchen. Ihren eher simplen Thrash ballern die Mädels souverän in die Menge, wobei besonders der satte Gitarrensound von Prika positiv auffällt. Allerdings gibt es während der Leads doch einige Soundlöcher zu verzeichnen, die man vielleicht mit einer zweiten Gitarre stopfen könnte. Zwar rumpeln die Songs zum Teil ein wenig, Granaten wie „Death“, „Hostages“ oder „Into Moshpit" machen Spaß und funktionieren live bestens.

 Destruction2016_Enforcer.JPG

Auch ENFORCER hielten sich nicht lange mit Kleinigkeiten auf. Nach kurzem Line-Check ging es gleich mit "Desztroyer" in die Vollen, gefolgt von "Undying Evil" und dem Titeltrack des letzten Albums "From Beyond". An der zweiten Gitarre ist auf dieser Tour wieder Lethal Steel Gitarrist Jonte dabei, der schon letztes Jahr den verhinderten Joseph ersetzte. Jonta hat sich mittlerweile gut eingelebt und steht in Sachen Bühnenaction den anderen kaum nach. Posterboy Olof, sonst eher  der zurückhaltende Typ, geht auf der Bühne voll in seinem Element auf, steht wirklich keine Sekunde still und post was das Zeug hält. Er gibt die ganzen 40 Minuten Vollgas, ohne das die Doppelbelastung Gesang und Leadgitarre darunter leiden müsste. Gegen Ende der Tour ist die Stimme des Frontmannes zwar ein wenig strapaziert, was Olof locker mit Action und Souveränität meistert. Die meisten Passagen sitzen und nur bei wirklich schwer zu singenden Songs wie "Below The Slumber" wird es etwas eng. Das Debüt "Into The Night" hat heute zwar keinen Platz im Set, dafür wird "Diamonds" immerhin mit "Live For The Night" und "Midnight Vice" gewürdigt, außerdem gibt es ein unterhaltsames Misfits Cover ("I Turned Into A Marcian"). Als Highlights bleiben heute Abend "Take Me Out Of This Nightmare", was von allen mitgesungen wird, sowie das tierisch schnelle "Hell Will Follow" im Gedächtnis. Eine grandiose Vorstellung, die beweist, dass ENFORCER zusammen mit Evil Invaders wohl zurzeit die beste Liveband in diesem Sektor sind. Auf Konserve haben ENFORCER allerdings locker die Nase vorn.

 

Mit den Veröffentlichungen von FLOTSAM & JETSAM ist das immer so eine Sache. Da haut die Band mit "The Cold" 2010 ein Hammeralbum raus, um sich zwei Jahre später mit "Ugly Noise" wieder total in die Nesseln zu setzen. Die Neueinspielung des Bandklassikers "No Place For Disgrace" (2014) stieß, vorsichtig gesagt, nicht überall auf Gegenliebe. Das aktuelle, selbstbetitelte, Album ist wieder ein Kracher, der eine gelungene Brücke zwischen Neuzeit und den Bandklassikern schlägt. Konstant ist bei FLOTSAM & JETSAM allerdings die Liveperformance, die ist immer top! Auch am heutigen Abend sind die Arizona-Boys bestens in Destruction2016_Flotsam.jpgForm. Dass man mit "Seven Seals" gleich einen Song vom neuen Album präsentiert, tut der Stimmung keinen Abbruch. Der harte Song mit tollem Refrain reißt die Leute gleich mit und macht klar, dass man die Band nicht zu einer Retro-Veranstaltung degradieren darf. Auf der anderen Seite überwiegen natürlich die Songs der beiden Bandklassiker. Vom neuen Album findet man noch "Munky Veins" und das geile, von Sänger Eric als Lieblingssong des Albums angekündigte, "Iron Maiden" im Set. Die Klassiker werden heute Abend unter anderem durch "Dreams Of Death", dem unvermeidlichen "Hammerhead" und als  große Überraschung "She Took An Axe" (Yeah!!!) vertreten. "Hard On You" und das abschließende "No Place For Disgrace" runden die grandiosen 45 Minuten ab. Hervorzuheben sind die tollen Backings und zweiten Stimmen (!) von neu Drummer Jason Bittner. Der Shadows Fall Drummer ist ein Meister seines Fachs, wie er auch schon 2014 auf dem Keep It True als Drummer von Toxic bewiesen hat. FLOTSAM hatten bisher auch den lautesten und druckvollsten Sound des Abends. Beides wohl ein Effekt der getriggerten Bassdrums, die nicht hätten lauter sein dürfen. Die Gitarrenfraktion Gilbert/Conely konnte mit einem sehr sauberen Sound glänzen, der fast die Vermutung aufkommen lässt, dass hier mit Modeling-Amps etwas nachgeholfen wurde. Das soll den guten Eindruck der Show aber nicht schmälern...Flots till Death!!!

 

(Schnuller)

 

Als schließlich DESTRUCTION die Bühne entern, haben sich die Reihen etwas gelichtet. Was aber natürlich nicht an der Band liegt, sondern daran, dass manche schon in ein paar Stunden auf die Arbeit müssen. Es ist kurz vor Mitternacht, als es mit dem grandiosen Album Opener „Under Attack“ losgeht! Trotz der widrigen Umstände geben Schmier und Co. Vollgas und bescheren uns eine Abrissbirne nach der anderen! „Curse The Gods“ und „Nailed To The Cross“ brettern alles nieder, bevor der „Mad Butcher“ zuschlägt! Einer meiner Lieblingstracks vom neuen Album („Dethroned“), dieser fehlt genauso wenig, wie die Klassiker „Life Without Sense“, „Total Desaster“ oder „The Butcher Strikes Back“. Letztendlich ist mit „Bestial Invasion“ und nach 01:00 Uhr montagmorgens Schluss und der Konzertabend doch noch zu 100% gerettet!

 Destruction2016_Destruction.jpg

(Denis)

 


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