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Die Kassierer, Blutwurst (Mühltal 2011)

Die Kassierer, Blutwurst

30.9.11 - Mühltal, Steinbruchtheater

 

Die Steinbruch-Crew wußte, worauf sie sich einließ: Statt Gläsern gab es heute nur Plastikbecher, die Leibesvisitation am Einlaß dürfte auch bei einem Flug nach Israel nicht gründlicher ausfallen. Das asoziale Volk war gekommen, um seine Helden zu feiern, der Steinbruch war jedenfalls sehr gut gefällt. Punks, Skins, Metaller und ein paar neugierige Normalverbraucher – alle wollten sie ihre Helden sehen und feiern.

 

 

images/live-pic/2012_10/Blutwurst.JPGBlutwurst

 

Vorher gab es aber noch Blutwurst aus Karlsruhe. Die Band hatte heute wirklich keinen Glückstag erwischt. Zuerst trafen sie aufgrund mehrer Staus und eines Unfalls mit deutlicher Verspätung ein und hetzten quasi aus dem Bus direkt auf die Bühne, dann gab es im Laufe des Sets auch noch diverse Probleme mit einem streikenden Baßamp und einer gerissenen Gitarrensaite. Sowas sorgt natürlich für Verzögerung, aber warum nimmt man auch kein Ersatzinstrument mit? Die Band mühte sich trotzdem redlich, ihren melodischen Punkrock unters Volk zu streuen, allerdings nahmen nur ein halbes Dutzend der bereits gut angeheiterten Anwesenden die Gelegenheit wahr, sich schon mal ein bißchen warmzupogen, der Rest sah dem Gig eher abwartend zu, trotz der spektakulär gestalteten Kunstblut-Einlage bei „The sausage“.

 

 

Die Kassiererimages/live-pic/2012_10/Kassierer.JPG

 

Ein deutlich anderes Bild dann beim Headliner, Deutschlands nach wie vor asozialster Punkband. Auf Ferkeleien in Form von ins Publikum geschleuderten Scheißhaufen oder ähnlichem wurde dankenswerterweise verzichtet, heute beschränkte man sich auf heruntergelassene Hosen und angedeutete Rammeleien auf der Bühne. Vor selbiger ging es gut ab, der Moshpit war unablässig am toben, so mancher Stagediver warf sich im Adamskostüm in die Menge. Wölfi präsentierte nicht ohne Stolz seinen mächtigen Bauch; offenbar hat sowas eine magische Wirkung auf die Fans, war ja bei Tankard-Gerre nicht anders, bevor er auf Bohnenstangenmaß abspeckte. Jedenfalls war das Poster mit dem splitternackten Sänger am Merchandisestand heute ausverkauft, was mich doch etwas bedenklich stimmte. Nun denn, die Kassierer legten mit „Besoffen sein“ einen Einstand nach Maß hin und gaben das Motto des Abends eindeutig vor. Weitere Highlights heute: „Arbeit ist scheiße“, „Sex mit dem Sozialarbeiter“, „Das Schlimmste ist, wenn das Bier alle ist“, „Blumenkohl am Pillemann“, „Ich töte meinen Nachbarn und verprügel seine Leiche“, ach war ein feiner Gig, die Stimmung war großartig, es ging nichts zu Bruch (bis auf ein paar Gehirnzellen), alle hatten ihren Spaß. Bademäntel und Teletubbies-Kostüme sind vermutlich im Moshpit nicht die ideale Ausstattung, aber Verletzte blieben entgegen aller Erwartungen nicht zurück. Wie ich zwei Tage später erfuhr, setzte die Bedienung heute für knapp 5000 € Bier ab, wo haben die Punks nur all die Kohle her? Bis zum nächsten Mal, ich bin wieder dabei.

 

Bericht & Fotos: Till

 


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