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Vader, Melechesh, Sterbehaus, Wild (Mühltal 2013)

Vader, Melechesh, Sterbehaus, Wild

14.4.13 - Mühltal, Steinbruchtheater

 

 

Um die Jahrtausendwende waren Vader ja wirklich überall und andauernd zu sehen, mittlerweile sind einige Jahre ins Land gezogen und meine letzte Livebegegnung mit dem polnischen Panzer schon länger her. Also warum nicht mal wieder hingehen, zumal auch Melechesh noch mit an Bord waren. Der Frühling hatte nach einem sehr langen Winter endlich Einzug gehalten, als ich am frühen Sonntagabend gen Mühltal gurkte. Leider war ich für die erste Vorband Wild zu spät dran; als ich um 20.00 Uhr den Steinbruch enterte, waren die Roadies bereits fleißig am umbauen. Somit waren Sterbehaus die erste Truppe des Abends für mich.

 

 

images/live-pic/2013_04/Sterbehaus.JPGSterbehaus

 

Der Name mag deutsch klingen, die Band kommt jedoch aus Schweden. Und was macht man im Elchland so? In diesem Fall eine Mischung aus Death und Thrash Metal, die mit einer angemessen wilden Bühnenshow dargeboten wurde, qualitativ allerdings keine Bäume ausriß. Nein, schlecht waren sie nicht, aber für mehr als eine Dröhnung zur Begrüßung taugte der Sterbehaus-Auftritt nicht. Dafür war es einfach zu sehr Standard in einem Genre, wo viele Bands ohnehin ähnlich klingen. Vielleicht geht da in Zukunft noch mehr, aber heute war der klangvolle Bandname noch das Beste an der Truppe.

 

 

Melecheshimages/live-pic/2013_04/Melechesh.JPG

 

Eine andere Dimension stießen dann Melechesh auf. Zum einen aufgrund des musikalischen Qualitätsanstiegs um etwa 300%, zum anderen aufgrund des Zaubers, welchen diese Band auf Platte und live verbreitet. Orientalische Düfte und Klänge erfüllten den Steinbruch, als die mesopotamischen Black Metaller die Bühne enterten und mit „Illumination: The face of Shamash“ loslegten. Arabische Riffs und Rhythmen, vermengt mit pechschwarzem, sinistrem Metal, tight und atmosphärisch und energisch dargeboten, so mag ich Melechesh. Ihr Stilmix ist sicherlich gewöhnungsbedürftig aber auch nahezu einzigartig; Beduinenmetal sozusagen, was durch die Kufiya des Gitarristen – zumindest beim ersten Song, danach wurde es wohl zu heiß – unterstrichen wurde. Das Quartett verzauberte uns u.a. mit „Triangular tattvic fire“, „Ghouls of Niniveh“, „Ladders to Sumeria“, „Sacred geometry“ und „Defeating the giants“; eine Dreiviertelstunde stand Melechesh zur Verfügung, diese nutzten sie jedenfalls weidlich und wurden vom Publikum verdientermaßen abgefeiert. Die Band zeigt seit geraumer Zeit, daß Black Metal auch weitab von nordischen Eiswüsten und kaltem Geklirre funktionieren kann, in ihrer Sparte sind sie jedenfalls schon lange ungeschlagen, was auch heute eindrucksvoll demonstriert wurde. Als das Set mit „Rebirth of the nemesis“ beschlossen wurde, hinterließen Melechesh wie gewohnt ein begeistertes Publikum.

 

 

images/live-pic/2013_04/Vader.JPGVader

 

Und dann nach vielen Jahren ein Wiedersehen mit Vader, welche Freude. Erster Eindruck: Peter ist in die Jahre gekommen, der Bart ist reichlich ergraut. Die drei anderen Typen in der Band kenne ich nicht, da wurde mal wieder fleißig umbesetzt. Und während seinerzeit Tarnklamotten angesagt waren, sind Vader heutzutage mit Nieten, Leder, Ketten und Patronengurten ausgestattet, als ginge es darum, den Old-School-Preis des Monats zu gewinnen. Das war schon etwas gewöhnungsbedürftig, aber schließlich zählt die Musik. Und meine Fresse: Was da heute geboten wurde, war der absolute Hammer. Eine derartige Präzision habe ich noch bei KEINEM anderen Death Metal-Konzert zuvor erlebt. Vader, bereits früher eine starke Liveband, sind 2013 sowas von tight, daß es schon beängstigend ist. Der verstorbene Doc war ja schon ein Killerdrummer, aber der neue Mann verprügelte sein Kit mit der Genauigkeit einer Atomuhr, Mensch oder Maschine, wer weiß das schon. Songtechnisch war eine Zeitreise in die alten Tage angekündigt; Vader hielten Wort und setzten die Setlist fast ausschließlich aus ihren beiden Klassikeralben „De profundis“ und „Black to the blind“ zusammen. Das war sehr fein und, wie bereits erwähnt, derart präzise und ultrabrutal, daß einem förmlich der Kopf abgerissen wurde. Nach ich ihn am Ende des Auftritts wieder auf den Hals montiert hatte, verließ ich mit offenstehendem Mund den Steinbruch. An diese Mördershow werde ich noch lange denken. 

 

Bericht und Fotos: Till


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