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Helloween, Gamma Ray, Shadowside (Langen 2013)

Helloween, Gamma Ray, Shadowside

10.4.13 - Langen, Neue Stadthalle

 

Das Konzept der Doppelspeerspitze des Hamburger Metals gemeinsam auf Tour lief ja vor ein paar Jahren schon mal ziemlich erfolgreich, also warum nicht eine Neuauflage. Prinzipiell eine richtige Schlußfolgerung, allerdings war die Stadthalle heute doch nur anständig gefüllt, da hätte noch einiges mehr gepaßt.

 

 

images/live-pic/2013_04/Shadowside01.jpgShadowside

 

Als Opener gab es zunächst die Brasilianer Shadowside, die sich redlich mühten, ihre 30 minutes of fame zu nutzen. Stilistisch irgendwo zwischen traditionellem und modernem Metal verortet kam ihr Material beim Publikum recht gut an, gepost wurde amtlich, war schon ok, auch wenn mich der Auftritt nicht vom Hocker riß. Ebensowenig sehe ich eine Notwendigkeit, mir CDs der Band zuzulegen, dazu gab es zuwenig memorable Details in den Stücken. Und das zwar kompetent dargebotene aber doch vollkommen überflüssige „Ace of spades“-Cover machte die Sache auch nicht besser. Selbstverständlich haben Motörhead nur diesen einen Song, den demzufolge jede zweite Band totdudelt, klare Sache. Es wäre vermutlich eine recht öde halbe Stunde geworden, hätte Sängerin Dani Nolden nicht die Kohlen aus dem Feuer geholt. Stimmlich fit, mit Frontfrauqualitäten ausgestattet und attraktiv anzuschauen ist sie Dreh- und Angelpunkt der Band, um die sonst wohl nicht viel Aufhebens gemacht würde. Mit jedoch reicht das langfristig nicht.

 

 

Gamma Ray

 

Gamma Ray hat vermutlich jeder schon öfters live gesehen, ich auch, aber Spaß machen sie immer. Nachdem Daniel Zimmermann mittlerweile ausgestiegen ist, verdrischt nunmehr images/live-pic/2013_04/GammaRay.jpgEx-Metalium-Drummer Michael Ehré Trommeln und Becken, was den Songs keinen Abbruch tut. Einziges Problem: Gamma Ray hatten heute nur eine Stunde zur Verfügung, weshalb viel Material unter den Tisch fallen mußte. Die Hamburger machten das Beste daraus und hämmerten ihr Set fast ohne Pausen durch, noch dazu bemühten sie sich um eine nicht allzu vorhersehbare Setlist, wie gleich das Eröffnungstrio „Anywhere in the galaxy“, „Men, martians and machines“ und „The spirit“ darlegte. Ich glaube, die letzten beiden Songs gab es seit über 15 Jahren nicht mehr zu hören. Und sonst? “Empathy“, “Send me a sign“, “To the Metal“, “Empire of the undead”, “Master of confusion”, “Rise”, “Dethrone tyranny” “Future world”, eventuell noch mehr, ich bin nicht sicher. Spielfreude und Bühnenpräsenz waren da, Kai Hansens Gesangsleistung heute hingegen war bestenfalls eine 3-4 wert. Man wird halt nicht jünger. Was soll’s, Gamma Ray sind noch lange nicht am Ende; freuen wir uns auf das im Januar erscheinende neue Album und ein Wiedersehen auf der Bühne im kommenden Jahr.  

 

 

images/live-pic/2013_04/Helloween.jpgHelloween

 

Helloween hatten anschließend keine Probleme, das Stimmungslevel im Publikum aufrechtzuerhalten, als sie mit „Wanna be god“ einstiegen. Nach fast 30 Jahren und unzähligen Konzerten macht ihnen wohl auch keiner mehr was vor. Mein Verhältnis zu Helloween ist gespalten: Seinerzeit eine der Bands, die mich zum Metal brachten und großen Einfluß auf meine musikalische Entwicklung ausübten, büßten sie mit dem Einstieg Andi Deris‘ und der damit einhergehenden Veränderung viel Reiz ein. Das letzte Helloween-Album, welches mich wirklich begeisterte, war jedenfalls „The time of the oath“, und das hat nun auch schon bald zwei Jahrzehnte auf dem Buckel. Nun denn, das Kürbisquintett bot einen angemessenen Querschnitt images/live-pic/2013_04/Helloween1.jpgaus alt und neu und berücksichtigte die alten Zeiten mit „Eagle fly free“, „I’m alive“ und „Dr. Stein“ – bei denen Michael Kiske einmal mehr schmerzlich vermißt wurde, denn Deris‘ Stimme paßt auch nach 20 Jahren bei Helloween nicht zu dem Material. Eine bessere Figur machte er bei den Songs aus seiner Ära; in Erinnerung sind mir noch „If I could fly“, „Falling higher“, „Hell was made in heaven“, „Straight out of hell“, „Are you Metal?“, vielleicht auch „Where the sinners go“, ich weiß nicht mehr. Die Band spielte sauber und engagiert auf, sieht man einmal von Michael Weikath ab, der sich mal wieder demonstrativ langweilte und gleich beim ersten Song ein derart miserables Solo hinlegte, daß es eigentlich Absicht gewesen sein muß. Keine Ahnung was das sollte. Insgesamt war es aber eine solide Show, welche die Fans zufriedenstellte.

Was alle erwartet hatten, kam dann natürlich als letzte Zugabe: Sämtliche Gamma Ray- und Helloween-Mitglieder (minus Michael Ehré) gemeinsam auf der Bühne beim Zelebrieren der letzten Klassiker. Zum einen ein Medley aus „Halloween“, „How many tears“ und „Heavy Metal is the law“, zum anderen „I want out“. Doch ja, konnte sich durchaus hören lassen, auch wenn ich mich immer noch frage, ob da wirklich alle Instrumente zu hören waren, schließlich ist bei vier Gitarren auf einmal nicht mehr so einfach ein guter Sound hinzubekommen. Aber hier zählten die Show und die Nostalgie, also sei das mal verziehen. War auf jeden Fall ein netter Abschluß eines netten Abends.

  

 

Bericht: Till

Fotos: Britta Stippich


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