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 Die 1984 gegründeten Ruhrpöttler Darkness gehören zu den Veteranen der deutschen Thrash Szene! Zwar waren die Jungs zwischenzeitlich mal aufgelöst bzw. haben als „Eure Erben“ Metal in deutscher Sprache gemacht, doch seit einigen Jahren hauen sie unter dem Darkness Banner wieder Thrash Granaten raus. Die neueste Veröffentlichung nennt sich „Over and out“ und sit eine EP, die zur Überbrückung dient bis 2021 wieder ein volles Album einschlägt! Drummer & Gründungsmitglied Lacky gibt Auskunft…

 

Hi Leute, bevor ich zur neuen EP zu sprechen komme würde ich gerne wissen inwieweit ihr mit eurem „Comeback“ als Darkness und den beiden Studioalben „The Gasoline Solution“ und „First Class Violence“ bisher zufrieden seit?

 

Lacky: Hallo zurück. Auch wenn das alles gar nicht so geplant war, verlief unser Neu-Anfang doch sehr positiv und wurde recht schnell gut angenommen. Sicherlich hofft man als Band, mit seinen Veröffentlichungen Aufmerksamkeit zu bekommen, aber mit der „Gasoline“-Scheibe kamen plötzlich Konzert-Anfragen aus aller Welt und haben uns sogar bis nach Japan gebracht. Mit der „First Class“ konnten wir den guten Eindruck verstärken und wenn die Corona-Zwangspause nicht gekommen wäre, würden wir jetzt noch ein großes Stück weiter sein. Ich persönlich finde beide Studio-Alben sehr gelungen, die Songs machen Spaß und die Produktion klingen so, wie ich finde, dass sich ein Thrash Metal-Album anzuhören hat.

 

Ihr habt euch jetzt mit „Over and Out“ für eine 7 Song EP als Überbrückung zur nächsten Scheibe entschieden. Die drei neuen Stücke darauf – sind das Überbleibsel vergangener Sessions oder ganz neu geschriebene Stücke?

 

darkness cd

Lacky : Die Stücke sind nagelneu. Eigentlich gab es die Idee, eine Split-Scheibe mit unseren Kumpels von Traitor zu machen, hat aber irgendwie zeitlich und Label-technisch nicht hingehauen. Naja, durch den Virus kommt man dann auf den Gedanken, eine eigene EP rauszuhauen und mit Bonus-Kram aufzufüllen. Sachen, die man gewöhnlich mit einem Album nicht macht. Alle sieben Songs sind neu recorded. Und dass zu einem fairen Preis auf den Markt zu bringen, Massacre Records hat da glücklicherweise mitgespielt und wir sind mehr als zufrieden mit der Veröffentlichung.

 

Überraschend für euch Thrasher ist die Unplugged Version von „Faded Pictures“ – wie kam es dazu?

 

Lacky : Der Song genießt einen besonderen Stellenwert in unserem Back-Katalog. Es ist der einzige Text, den unser verstorbener Sänger Olli damals verfasst hat. Der Song funktioniert als Thrash-Variante perfekt und hat jetzt in dieser Version eine völlig neue Perspektive eröffnet. Ich bekomme jedes Mal Gänsehaut. Die bisherigen Reaktionen sind toll, vielleicht kommen beide Versionen ins Live-Set.

 

Ebenso erstaunt war ich über die Skid Row Coverversion „Slave to the Grind“. Find ich aber voll cool, denn hättet ihr Slayer oder Motörhead gecovert wäre es einfach ganz normal erwartungsgemäß…

 

Lacky : Das sehe ich genauso. Und auch wenn nicht allen in der Band der Song vertraut war, mochte ich persönlich das Original eigentlich schon immer. Das Hauptthema in dem Song ist ein hammerharter Gitarrenriff, der höllisch knallt. Wir sind zwar eine waschechte Thrashband, aber halten es wie der Metzger an der Fleischtheke mit der Frage : Darf es ein bisschen mehr sein?! ;-)

 

Was gibt es noch über die 2 weiteren EP Stücke „Tinkerbell must die“ (Live in Japan) und die Neuaufnahme vom uralten „Armageddon“ zu berichten?

 

Lacky : Ich bin mit Live-Alben groß geworden, mag solche Aufnahmen sehr gerne. Leider reicht es bei uns nicht für eine schöne Live-Scheibe, denn bei der Action auf der Bühne passieren ja doch immer wieder Pannen und ich bin kein Freund davon, Sachen später glatt zu bügeln. Die Aufnahme von „Tinkerbell“ ist uns ziemlich fehlerfrei gelungen, und wir haben nur den Live-Sound im Studio neu abgemischt, das war’s. Tja, und „Armageddon“, das ist so ein Ding. Wenn wir auf irgendeiner Bühne spielen, hörst Du spätestens nach dem vierten/fünften Song schon jemanden „Aaarrr-maaaa-gedddooon“ rufen. Und da wir den Song schon mit jedem ehemaligen Sänger von uns aufgenommen haben, musste jetzt der Lee auch mal dran glauben, haha.

 

In Japan war es doch bestimmt total abgefahren – habt ihr gute Erinnerungen an den Trip?

 

Lacky : Was wir in Osaka erleben durften, hat sich für immer ins Gehirn gebrannt. Zwei Shows hintereinander, volle Hütte, und ganz darkness bandhöfliche Metal-Fans, die am Ende der Show völlig durchgedreht sind. Es war unglaublich und ich kann nur hoffen, da nochmal hin zu kommen.

 

Ihr arbeitet gerne mit Corny (u.a. Sodom, Disbelief) zusammen – ist er auch Producer der nächsten Langrille?

 

Lacky : Corny ist ein super Typ, der uns ja jetzt auch schon ziemlich lange kennt und genau weiß, wie wir ticken und wie er uns ran nehmen kann. Ich hab kein Problem, auch die nächste Scheibe wieder mit ihm zu machen. Der Sound auf „First Class Violence“ ist nahe an perfekt in meinen Ohren, auch die „Over And Out“ klingt fantastisch. Nicht überproduziert, immer authentisch und knallt trotzdem.

 

Apropos – wie viele Songs stehen schon und wann kann man mit der VÖ rechnen?

 

Lacky : Arnd hat ein reichhaltiges Ideen-Archiv, wir probieren eine Menge aus. Bis jetzt gibt es noch keinen weiteren fertigen Song, aber über die Feiertage werden wir einige Sachen aufarbeiten und im Proberaum werden dann aus den verschiedenen Fragmenten die Darkness-Songs. Diese Arbeitsweise hat bisher recht gut funktioniert, warum sollten wir was ändern.

 

Werdet ihr euren Stil beibehalten oder auch mal experimentieren wie auf der EP bei „Dawn of the Dumb“?

 

Lacky : Alle Songs entstehen bei uns durch ausprobieren und experimentieren. Wenn es zündet, wird es ein Darkness-Song, wenn nicht, kommt es in die Tonne. Wir komponieren nicht zwanzig Songs, um dann die besten 12 zu recorden. Was wir aufnehmen, ist von uns für gut befunden und fertig. Man hat uns ja sogar zu „Death Squad“ -Zeiten vorgeworfen, zu viel Experimente zu wagen. Langer Picking-Anfang auf der Scheibe, dann ein Song mit deutschen Titel, außerdem noch ein Instrumental und zu guter Letzt auch mit „Burial At Sea“ eine nicht Thrash-Nummer. Und im Nachhinein war alles gut so, die Platte hat den Langzeit-Test bestanden und die Stücke funktionieren Live immer noch !

 

Corona verhindert momentan jede Live Aktivität – seit ihr auch stark von Absagen betroffen?

 

Lacky : Oh ja, wenn ich darüber nachdenke, könnte ich echt kotzen. Wir hatten uns so auf 2020 gefreut, waren auf Festivals rund um den Globus gebucht. Russland war dabei, die USA, Frankreich, Spanien, Tschechien, Schweden und natürlich auch ein paar Sachen in Good Old Germany. Zum Glück wurden die meisten Sachen nur verschoben und werden irgendwann nachgeholt, aber wir werden alle nicht jünger, und die verlorene Zeit kriegt man nicht zurück.

 

Ich bedanke mich und geb euch noch ein Plätzchen für den „Last Comment“…………………..

 

Lacky : Ich habe mich zu bedanken, es macht mir immer wieder eine Freude, wenn ich Band-Fragen beantworten darf. Nach so vielen Jahren immer noch interessant zu sein ist eine große Ehre. Und danke an die Metal-Gemeinde da draußen, dass Ihr uns die letzten Jahre wieder so positiv ins Herz geschlossen habt. Thrash Metal lebt, mehr denn je, und das ist gut so !

 

(Arno)

 

http://www.darkness-thrash.de/


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