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Speedbottles - InterviewInterview mit Sebbi van Speedbottle (Sänger) von den Speedbottles

 

Totentanz: Hey, wie gehts?

 

Speedbottles:

Persönlich bin ich noch in der allwinterlichen Fress- und Saufstarre. Weihnachtspartys/Konzerte, Silvester stehen auf dem Terminkalender und dann hat auch noch unser Basser Simon Diamond kurz nach Neujahr Geburtstag. Das zieht an den Kräften von einer alternden Teenieband (Erklärung: Siehe drei Fragen tiefer).

 

TT: Beschreib doch mal kurz eure Musik für alle, die euch noch nicht kennen.

 

SB: Kickass Rock n' Rolll oder auch Turborock als Genrebezeichnung. Zusammengefasst eine Mischung aus Hardrock, Punk, Rock n' Roll, Hardcore und Metal. Die einzelnen Songs tendieren mal mehr in die eine als auch in die andere Richtung. In CD-Rezessionen vergleicht man uns gern mit Peter Pan Speedrock, The Hellacopters oder auch Turbonegro.

 

TT: Ihr habt ja neulich als Support für Grave Digger gezockt. Wie kam es dazu?

 

SB: Das war super kurzfristig abgelaufen. Also eigentlich hätte Motorjesus spielen sollen, da hat sich aber der Gitarrist den Arm gebrochen. Caschi der Besitzer der Live Music Hall in Weiher hat uns schon zweimal in seiner Location gebucht gehabt, Spaß mit uns auf der Bühne als auch hintendran gehabt und uns gefragt, ob wir einspringen wollen. Wir haben natürlich nicht „nein“ gesagt, obwohl unser Gitarrist schon einen Termin hatte und deshalb auch pünktlich 3 min. vor der Show erschienen ist.

 

TT: Wie lange gibt es euch denn überhaupt schon und wo kommt ihr her?

 

SB: Wir sind aus dem beschaulichen Idar-Oberstein und haben das ganze so vor 12 Jahren, also mit 15 Jahren begonnen. Daher jetzt wohl schon eine alternde Teenieband. Aber zu Beginn im Jugendzimmer unseres damaligen Bassers, der heute immer noch unser 6. Mann (Auswechselspieler) ist, geprobt und uns eher mit Biertrinken als mit Instrumenten beschäftigt. Die ersten Jahre waren wir dann auch nur regional als Coverband unterwegs. Wobei ich betonen muss, dass wir nicht die typischen Songs der Kirmes- und Dorffestbands gespielt haben, sondern das, wo drauf wir Bock hatten. Irgendwann fingen wir dann mit eigenen Songs an und sind damit jetzt national unterwegs und hoffentlich bald bisschen mehr international.

 

TT: Wie ist denn die Szene so in Idar-Oberstein? Gerade was den härteren Sektor sprich Metal oder Punk u.ä. betrifft?

 

SB: Also ich nehme das immer so wahr, dass man fast mehr Leute auf dem „Land“ bei einem Konzert zieht, wenn man da bekannt ist, da in Städten ein solches Angebot an Veranstaltungen besteht, dass dort wirklich nur die Szene-Fans kommen. In Idar-Oberstein kommt hingegen dann jeder, der irgendwelchen Rock hört, da es sonst keine andere Veranstaltung gibt. Szenen gibt es schon in Idar-Oberstein, wobei dann immer eine spezielle dominiert. In unseren Anfangstagen waren die meisten der Punkszene zugehörig. Das Szenenleben war in dieser Zeit aber noch stärker ausgeprägt, was sich durch viel mehr Bands und Konzerte in der Region gezeigt hat. Heute ist ein Großteil dem Metalcore zugehörig und die Banddichte ist schon stark abgesunken und damit auch die Anzahl der Konzerte. Wir sind glaub ich die längste bestehende Band in Idar-Oberstein, wobei wir dort auch nur noch ein-zweimal im Jahr ein Konzert veranstalten.

 

TT: In einem Gespräch nach oben erwähntem Konzert hörte ich raus, dass ihr lange Zeit nicht sehr heimatnah gewohnt habt bzw. teilweise immer noch weiter weg wohnt. Wie funktioniert das und ist regelmäßiges Proben überhaupt noch möglich?

 

SB: In unseren Studententagen waren wir schon in ganz Rlp verteilt. Mainz, Landau, Koblenz und natürlich Idar-Oberstein. Wir haben es trotzdem geschafft fast jedes Wochenende zu proben oder unterwegs zu sein. Heute lebt der Großteil nochmals in der Heimat, sodass sich das schon einmal verbessert hat. Dafür stehen heute berufliche Verpflichtungen manchmal im Weg. Leider hat es nicht ganz zum Berufsmusiker gereicht.

 

TT: Wie entstehen denn die Songs und wer ist für die Texte zuständig?

 

SB: Ach das ist ganz verschieden. Manchmal kommt einer von den Instrumentalisten an und hat einen kompletten Song mit Text fertig bzw. einen Song von der Musik und jemand anderes schreibt den Text, wobei das sogar oftmals der Drummer bei uns ist oder jemand hat eine Riff-Idee und wir basteln  gemeinsam daraus einen Song.

 

TT: Und was sind so eure Inhalte?

 

SB: Bei unserem ersten Album war ich noch ziemlich hauptverantwortlich für die Texte. Das sind Klischee Punk n' Roll Texte: Weiber, fette Karren, Bier, Mary Jane und Rock n' Roll, natürlich immer mit einem sarkastischen Augenzwinkern. Bei den neueren Songs versuchen wir noch sarkastischer zu sein: Weiber die auf Dinos reiten; Wie geil ein Stau ist; Das wir einen auf dicke Hose machen, aber in Wirklichkeit noch nichts gesehen und erlebt haben…. Wir versuchen eher humorvoll zu sein.

 

TT: Seid ihr auch noch in anderen Bands aktiv?

 

SB: Unser Drummer Addi und ich sind die einzigen, die komplett seit Anfang an, durchgängig bei den SpeedBottles waren und auch sonst in keiner anderen Band aktiv waren. Die Anderen hatten Bands, in denen sie zuvor gespielt haben. Das interessante daran ist, dass sie alle außerdem dort Sänger waren, was sich heute noch sehr positiv auf unsere Refrains auswirkt. Unser alter Basser und Austauschmusiker Christian Lehr ist momentan Solo auf der Akkustikgitarre unterwegs und wir selbst als komplette Band covern unsere eigenen Songs in den verschiedenen Genres (Folk, Ska, Ballade, Jazz) als WeedBottles mit Kontrabass, Banjos, Westerngitarre und Trompete.

 

TT: Was hörst du denn privat so für Musik?

 

SB: Ich höre beides: Country und Western. Angefangen habe ich eigentlich mit Punk: Strassenjungs und Die Toten Hosen und sowas. Bin dann im Laufe meiner Musiksozialisation zum „mainstream“ Hardrock (AC/DC, Black Sabbath, Iron Maiden) gewechselt und habe dann auf dem Lott-Festival „Boozed“ gesehen und deren Neuinterpretation vom Hardrock mit neuen Elementen hat mich einfach weggehauen und war auch Zünder dafür, dass wir eigene Musik machen wollten und die Mukke die uns gefällt neu zu  interpretieren.

 

TT: Was habt ihr für Pläne? Wollt ihr mal ne richtige Tour starten, Festivals oder neues Album in Angriff nehmen?

 

SB: Mit den beruflichen Verpflichtungen ist das natürlich echt blöd mit mehrwöchigen Touren und nicht nur am Wochenende aktiv zu sein. Aber ich und die anderen hätten schon mal Bock auf eine Tour im Ausland in den Sommerferien. In Deutschland waren wir schon Vorband auf einer Tour einer Band aus unserer Szene. Festivals sind natürlich auch immer mega, nur leider kommt man schwer mit unserer Musik an einen Slot, da auf den meisten Festivals doch andere Musikrichtungen den Takt angeben. Aber gerade dieses Jahr haben wir auf dem Lott-Festival gespielt, das ja mit dem Boozed-Auftritt die Initialzündung für unsere jetzige Bandtätigkeit ist.

 

TT: Dann nenn mir jetzt mal deine 5 Lieblingsalben nach heutigem Stand.

 

SB: Boozed – Tight Pants, Danko Jones – Sleep is the Enemy, AC/DC – High Voltage, Peter Pan Speedrock – Spread Eagle, Monster Magnet – Powertrip

 

TT: Jetzt eine Frage und die dazugehörige Antwort, die dir noch nie jemand gestellt hat, die du aber immer schon der Öffentlichkeit mitteilen wolltest.

 

SB: Was ist deine Lieblingszeichentrickserie? Ich kann jedem nur Empfehlen sich die Regular Show anzusehen; bombastischer Humor.

 

TT: Dann vielen Danke für das Interview und viel Erfolg weiterhin. Ich hab euch auf jetzt auf dem Radar, man sieht sich ;-)

 

(Röbin)

 


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