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Eine dänische Konstante!

 

Viel besser kann man Hatesphere nicht beschreiben. Die Band veröffentlicht seit 2001 sieben Alben, die ungehindert aller Besetzungswechsel, alle in die gleiche Kerbe schlagen. Gitarrist Peter Lyse Hansen (genannt Pepe), letztes Gründungsmitglied der Band, hält wohl alle Stränge in der Hand. Anders ist es nicht zu erklären, dass sich zum einen der Sound von Hatesphere nie großartig verändert hat, sowie die Qualität der Veröffentlichungen nie nachgelassen hat. Im Dezember waren Hatesphere für eine kurze Tour als Headliner unterwegs, kurz danach gab Pepe breitwillig Auskunft…

 

 

TT: Pepe, Ihr habt mit “The Great Bludgeoning” euer mittlerweile siebtes Album veröffentlicht. Ist ein neues Album für dich immer noch was besonders oder hat sich doch etwas Routine eingestellt?

 

Pepe: Jedes Album immer etwas Besonderes, weil es eben die Zeit reflektiert, in der es geschrieben und aufgenommen wurde. Da gibt es keine Ausnahme. Die Band fühlt sich eben wieder wie eine starke Einheit an, es sind die richtigen Leute und eines der besten Alben in der Hatesphere Karriere.

 

TT: Bei Hatesphere gab es seit jeher viele Wechsel im Line Up, der Sound hat sich aber kein bisschen verändert, was ich absolut Klasse finde. Ist es für dich schwer den Stil der Band so beizubehalten, obwohl das Line Up dauernd wechselt? Du bist der Hauptsongwriter und musst dich ständig mit anderen Leuten rumschlagen.

 

Pepe: Offensichtlich habe ich damit kein Problem…haha. Das neue Line Up weiß, was es erreichen will. Da auch alle neuen Mitglieder alte Hatesphere Fans sind, schlägt sich das auch im Sound nieder. Jeder weiß wie die Band zu klingen hat. Wir schreiben die Songs einfach, wie sie uns gefallen. Da ich fast die komplette Musik bei Hatesphere schreibe, ist es natürlich logisch, dass unsere typischen Trademarks immer vorhanden sind.

 

TT: Die Band begann im Jahre 2001, nach einer Umbenennung (vorher Necrosis), mit dem Namen Hatesphere. Ihr habt also sieben CDs innerhalb von 10 Jahren veröffentlicht. Das sind mehr CDs und auch kontinuierlicher als die meisten anderen Bands. Wenn man die Line Up Wechsel und die vielen Tourneen dazurechnet, kommt da ein immenser Zeitaufwand zusammen, unter dem die Kreativität, die man zum Songwriting braucht, nicht leiden darf. Ich denke nicht, dass die Band genügend abwirft, das man davon leben kann?

 

Pepe: Nein, leben kann man davon leider nicht, aber wir haben viele großartige Erfahrungen mit der Band gemacht und es werden bestimmt noch einige folgen. Wir haben viel geschafft, auf das wir stolz sein können. Wir sind zwar nicht unter den größten Bands der Welt, aber wir können immer noch regelmäßig Alben aufnehmen und touren. Es gibt viele Leute, die uns mögen und dafür bin ich einfach dankbar.

 

TT: Wie und wann schreibst du Songs? Die ganze Zeit oder nur zu Hause?

 

Pepe: Nun, wenn es wieder Zeit wird ein Album aufzunehmen, spiele ich einfach so vor mich hin. Etwas mehr als ich normalerweise spiele. Das kann zu Hause oder im Proberaum sein. Im Moment denke ich nicht an neue Songs, wir haben schließlich gerade ein neues Album aufgenommen. Ich denke, dass wird aber schon bald wieder losgehen. Ich kann zwar nicht mehr so oft spielen und jammen wie ich will. Ich versuche aber dauernd mir Songideen auszudenken, die ich dann später ausarbeite.  Auf der Arbeit, auf dem Fahrrad oder beim trainieren… wo auch immer.

 

TT: Ich denke Hatesphere sind schon eine der wenigen Bands mit einem eigenen Sound und Riffing. Es klingt einfach seit der ersten CD nach Hatesphere. Hast du jemals darüber nachgedacht, den Stil etwas zu ändern oder gar mit melodischen Vocals zu arbeiten?

 

Pepe: Wir haben nie darüber gesprochen, wie die Musik klingen soll. Wir schreiben einfach die Songs, die wir zu dieser Zeit mögen. Meiner Meinung nach waren wir schon immer gut darin, von Song zu Song etwas zu variieren. Man muss den Stil nicht drastisch verändern. Das könnte dazu führen, dass die Band dadurch zerstört wird. Nicht jeder Fan möchte dauernd Mal etwas Neues vorgesetzt bekommen…einfach weil er einen bestimmten Sound mag. Aber noch einmal, man muss - und ich denke wir machen das ganz gut – seine Songs variabel halten und jedes Mal eine Kleinigkeit hinzufügen. Das sind kleine Rock-Parts, langsame Breaks, echte Heavy Parts oder Melodien und so weiter. Das sind die kleinen Dinge, welche die Songs besonders machen. Wir werden keine  Clean-Vocals auf das ganze Album packen, nur um was anderes zu machen. Das würde unseren Sound killen. Das hätte nichts mit variieren zu tun, dass wäre ein Wechsel…ein Wechsel hin zum Schlimmsten. Wir haben aber schon kleine cleane Parts in den Songs, auch wie akkustische Gitarren und auch Keyboards. Das machen wir aber nur, wenn es wirklich in den Song passt und nicht um uns neu zu erfinden.

 

TT: Ihr seid recht viel unterwegs. 2010 wart ihr das erste Mal in den U.S.A. unterwegs. Sind die U.S.A. konzerttechnisch ein großer Unterschied zu Europa? Liegen die Unterschiede eher bei den Fans oder den Clubs?

 

Pepe: Man hat uns gesagt, das die Clubs und Sachen wie das Catering zum Teil wesentlich schlechter seien als in Europa, dass war aber nicht der Fall…außer beim Catering, das war übel…Haha! Die Fans waren aber wirklich cool. Die Leute sind zwar total ausgeflippt, haben aber nicht so viel Merchandise gekauft, wie erwartet. Aber wir können uns nicht beschweren. Es waren unsere ersten beiden US-Tourneen mit The Black Dahlia Murder und Nevermore und es war fantastisch.

 

TT: Wie verhält es sich bei euch mit den CD Verkäufen in den letzten Jahren? Illegale Downloads sind ein großes Thema.  Habt ihr überhaupt nennenswerte legale Downloads über große Portale und hatte ihr große Einbußen bei euren CD Verkäufen? Es gab eine News, dass die großen Plattenfirmen die CD Verkäufe einstellen wollen und Musik nur noch per Download und Streaming vertreiben wollen. Echte CDs soll es nur noch als spezielle Sammlereditionen geben. Hast du davon gehört und wie denkst du darüber?

 

Pepe: Da habe ich überhaupt keine Idee, wohin sich das entwickeln soll. Natürlich bekomme ich mit, dass die CD Verkäufe einbrechen. Ich hoffe natürlich, dass die CD überleben wird, ich habe selber genug zuHause…haha. Ganz im Ernst, wenn ich Musik höre, will ich was in der Hand halten. Es gibt auch immer noch Vinyl, obwohl es schon totgeredet wurde. Ich denke auch, das die meisten Leute was Richtiges in der Hand haben wollen.

 

TT: Wenn du auf 10 Jahre Hatesphere zurückblickst, was waren die schönsten Momente?hatesphere_pepe

 

Pepe: Das ist schwer zu sagen. Das ganze Jahr 2005 war sehr aufregend. Wir waren jung und sind getourt wie verrückt. Damals hatten wir 120 Shows, jeden dritten Tag. Wir sind mit Morbid Angel, Soilwork, Chimaira, Dark Tranquillity und Kreator getourt…nicht schlecht für eine Band wie uns. Auch die Trips nach China, Japan und einige Shows auf richtig großen Festivals waren absolute Highlights.

 

TT: Gab es auf der anderen Seite mal einen Moment, wo du für dich oder die Band eine falsche Entscheidung getroffen hast? Hast du mal ein Angebot von einer anderen, größeren Band bekommen oder ausgeschlagen.

 

Pepe: Es wird immer mal schlechte Entscheidungen geben und es gab definitiv welche. Der Trick ist, dass so etwas nicht noch einmal passiert…haha. Damit muss man halt leben und sie helfen auch beim Weg durch das Business. Am Ende machen sie dich stärker. Ein Headhunter einer größeren Band hat sich aber noch nicht bei mir gemeldet…bis jetzt…haha.

 

TT: Hast du eine Lieblingsband oder einen Musiker, mit dem du mal auf der Bühne stehen willst?

 

Pepe: Oh ja, meine alten Helden Def Leppard (den alten Kram)…mit ihnen mal ein paar Songs spielen, wäre schon das Größte.

TT: Ihr habt schon einige Coverversionen aufgenommen. Ich erinnere mich besonders an „Ill Will“ von DAD. Gibt es einen Song, den du gerne mal spielen würdest oder einen, wegen dem dir der Rest aus der Band an den Hals geht, wenn du ihn wieder vorschlägst?

Pepe: Ich habe schon über einige Hardrock Songs nachgedacht…auch einige Pop-Songs. Songs die so richtig gar nix mit uns zu tun hätten wären am besten, weil die Leute so was nicht erwarten…es ist schön, auch mal zu überraschen. Man kann es auch als Herausforderung sehen, etwas das völlig anders klingt, zu etwas Eigenem zu machen. Aus einem Pop-Song einen Hatesphere Song zu machen, wäre eine Herausforderung, der wir uns gerne stellen würden…mal sehen.

 

TT: Ihr wart gerade auf Tour unterwegs, als ich die Fragen geschickt habe. Wie ist die Tour gelaufen und was steht für 2012 noch an?

 

Pepe: Die Tour lief soweit ganz gut. Es war unsere eigene Headliner Tour, also waren es recht kleine Läden, zumindest meistens. Das ist kein Problem, wir mögen kleine Clubs und jeden Tag 600km zu fahren. Die Tour endete mit zwei wirklich guten Shows in Essen und Paris, das war perfekt als Jahresabschluss. Wir haben einige Pläne für Frühling 2012, die wir hoffentlich auch bald veröffentlichen können. Shows in Ost-Europa, Dänemark, Schweden und einige Sommer Festivals. Bisher stehen das Summer Breeze und das Protzen Open Air für 2012. So, hoffentlich sehen wir einige von euch dort. Thanks for supporting!

 

 www.hatesphere.com

 

(Schnuller)


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