Forbidden_ForbiddenForbidden – Forbidden

BLKIIBLK Records

 

Nach den famosen Reunionshows von FORBIDDEN war die Erwartungshaltung auf ein neues Album groß. Gitarrist und Chef im Ring ist nach wie vor Craig Locicero, der es nicht ganz leicht hat, sein Baby mit einem stabilen Line Up am laufen zu halten. Immerhin ist mit Matt Camacho am Bass noch ein alter Mitstreiter an Bord, der aber auf der aktuellen US Tour, wie auch Drummer Chris Kontos, temporär ersetzt werden muss. Das neue Album ist schlicht „Forbidden“ betitelt und bietet eigentlich alles, was FORBIDDEN ausmacht. Das sind in erste Linie die genialen Riffs von Mr. Locicero, aber auch die Vocals von Sänger Norman Skinner können Ur-Sänger Russ Anderson absolut Paroli bieten. Das letzte Album „Omega Wave“ hat mittlerweile schon schlappe 16 Jahre auf dem Buckel und rangiert in der Banddiscographie bei mir auf Rang drei. Das wird auch nach „Forbidden“ so bleiben. Das sechste Album ist mit klapp über 60min ein ordentlich langer Brocken. Einige Songs sind sehr üppig arrangiert und mit vielen Details garniert. Das ist im Einzelfall zum Zungeschnalzen, wirkt über die Albumlänge gesehen etwas zu verkopft. Der Opener „Single Point Failure“ ist eine starke Thrash-Granate, die durchaus Erinnerungen an „Follow Me“ vom Debut aufkommen lässt. „Burning The Lungs Of Earth“ schlägt in eine ähnliche Kerbe und schürt die Freude auf einen neuen Klassiker. „Divided By Zero“ ist etwas vertrackter, etwas hektischer und geht auch noch gut ins Ohr. „DCLXVI“ kommt sehr schleppend und etwas zäh aus den Boxen, ist eine gelungene Abwechslung, kann aber mit „Dragging My Casket“ von „Omega Wave“ nicht mithalten. Danach mag mir so einiges nicht so gut ins Ohr gehen. Am ehesten noch das akustische „Jisei“ oder „Sycophantasy“, das etwas an „One Foot In Hell“ (Gesangslinien!) erinnert, was auf „Twisted Into Form“ allerdings nicht gerade das Highlight war. „The Burden“ und „Sol Grave“ bieten auch starke Riffs und tolle Melodien, wollen sich aber nicht richtig festsetzen. Das abschließende „Flower Of Life“ schafft es a dann trotz der üppigen 9 Minuten das Ruder noch einmal herumzureißen. Endlich wird das Gaspedal noch mal ordentlich durchgetreten und die ab der Hälfte einsetzenden Streicher geben dem Song einen schönen Twist.

„Forbidden“ ist sicherlich keine Enttäuschung, aber auch nicht der große Knaller, den ich mir erhofft habe. Immerhin hat es deutlich mehr Drive und Speed als „Distortion“ (1994) oder „Green“ (1997), die nach wie vor nicht zu meinen Faves gehören. Welcome Back Jungs! Bitte mehr als nur dieses eine neue Album!

 

(Schnuller)

 

https://www.forbiddenreborn.com/

 


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