Stygian Steel – Black Lotus Veil
(High Roller Records)
Bereits Anfang des Jahres im Eigenvertrieb digital erschienen, veröffentlichen High Roller das Debüt von STYGIAN STEEL nun noch einmal für die breitere Öffentlichkeit. Dabei sind STYGIAN STEEL nicht mit Stygian Ruin zu verwechseln, bei denen Gitarrist Erlend auch spielt. Exkurs 1: Oder den anderen 44 Bands, die zu diesem Zeitpunkt mit der Wortkombination „Stygian“ auf Metal Archives gelistet sind. Allein elf Bands heißen einfach „Stygian“. Wenn Robert E. Howard wüsste, was er da losgetreten hat…
Passend zu den Geschichten des amerikanischen Fantasy-Autoren ist STYGIAN STEELs mystisch angehaucht, oszilliert irgendwo zwischen Heavy Rock und Epic Metal. Stellt euch Blue Öyster Cult die auf mittelfrühe Manowar treffen. „A Fool‘s Errand“ kombiniert diese Elemente nahezu perfekt. Effektiv treibendes Riffing in den Strophen wird von einem atmosphärischer Zwischenteil unterbrochen, bevor das Stück in einem ausladenden Finale endet. Auch „The Serpent's Steel“ lädt zum Fist-Raisen ein, bevor es in die Traumlande entführt. Ein perfektes Beispiel dafür, dass sich STYGIAN STEEL ihres Instrumenteneinsatzes bewusst sind. Gesang, Gitarren und Keyboards überreichen sich gekonnt die Melodieführung.
Exkurs 2: Das Schöne an so vielen Promos ist, dass der eingebettete Player im Promotool die Lautstärke der Musik visuell abbildet. Dabei sieht man als Hörender sehr schnell, ob die in der Musik ruhiger dargestellten Passagen auch wirklich leiser sind. Oder ob der Mixing-Engineer die Regler auch in diesen Momenten auf Anschlag gezogen und damit jede Dynamik vernichtet hat.
Und bei STYGIAN STEEL passt die Kombination. Soll die Musik dynamisch wirken, so wird der Mix auch tatsächlich leise. Dies verleiht ihr, neben dem natürlich Klang der Instrumente, wesentlich mehr Atmosphäre und Tiefe. Gerade die beiden Instrumentalstücke, „Invocation I“ und „Een stygisk overtyre“ (okay, hier gibt es hier und da gesprochene Passagen) gewinnen dadurch deutlich an echter Dynamik und Dramaturgie.
So vergehen die gut 40 Minuten des Albums wie im Flug. Ein toller Soundtrack für Howards Geschichten, mit dem die drei Norweger episch Heavy Metal zwar wahrlich nicht revolutionieren, jedoch aber vortrefflich unterhalten.
(Manuel)
https://stygiansteel.bandcamp.com/






















































































