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Rivers Of Nihil - The WorkRivers Of Nihil - The Work

(Metal Blade)

 

Die Progressive Death Metaller RIVERS OF NIHIL aus Reading, Pennsylvania haben auf ihrem vierten Opus "The Work" abermals eine deutliche stilistische Evolution durchlaufen. Seit der Bandgründung im Jahre 2009 hat man seine geistigen und musikalischen Tentakel immer tiefer in progressive Gefilde gestreckt. Zwar noch immer ein Stück weit dem Death Metal, vielleicht aber auch einer Art Post Death Metal verschrieben, hat das Quintett aus dem Berks County elf experimentelle Tracks voller Leidenschaft, monumentaler Größe und einer enorm breitgefächerten Emotionalität auf ihr neuestes Studio-Album "The Work" gebannt. Ein Longplayer, der sich mit seiner Gesamtspielzeit von 64:23 Minuten selbiges Prädikat definitiv anheften darf und der vor Innovationen geradezu strotzt. Die seltsamen und ungewöhnlichen musikalisch-atmosphärischen Klangwelten sind dabei aber recht komplex gehalten und daher auch nicht immer ganz leicht zu verstehen oder zu verarbeiten. Es ist somit alles andere als leicht dem geneigten Hörer zu vermitteln, welch interessante Vermischung der verschiedenen Stilelemente sie oder ihn auf RIVERS OF NIHIL 4.0 erwarten wird.

 

"The Work" ist das etwas andere Hörvergnügen, das mit seinen schrägen Sound-Loops gerne extrovertiert nach Aufmerksamkeit heischt, aber auch mit langgezogenen, instrumentalen Passagen ganz introvertiert zum Nachdenken anregt. Zerklüftete, disharmonische, meist epische Soundlandschaften und hoffnungsvolle, bockstark arrangierte Ausbrüche in andere Galaxien zeichnen RIVERS OF NIHILs apokalyptischen Post Death Metal anno 2021 aus. Die vielschichtigen, epischen Klangkosmen prallen geradewegs aufeinander und verschmelzen mit leisen, mal lauten Tönen zu einer einmaligen Achterbahnfahrt der Gefühle, die selbstredend nicht mehr länger als Death Metal zu bezeichnen ist. So ballert "Dreaming Black Clockwork" nicht zuletzt im Mittelteil ganz ordentlich, während man bei der anschließenden ProgRock Nummer "Wait" vermehrt auf ruhige Pianoklänge und spacige Synthesizer-Sounds setzt. Der oftmals dramaturgische Aufbau lotet das Fremdartige aus, wandelt dabei schon mal auf rockig-progressiven, gar jazzigen Pfaden oder wird regelrecht zerbrechlich balladesk, um anschließend wieder in alarmierenden, gutturalen oder gekrischenen Eruptionen zu explodieren. Foto: Mike TruehartDiese können dabei schon mal in Hardcore-, Math Metal- oder gar Djent-Gefilde abdriften, steuern aber selten über Midtempo Niveau hinaus. Das häufig von präsenter Keyboarduntermalung begleitete "The Work" verarbeitet innerhalb seines epischen Geschehens die verschiedensten Gemütslagen, weidet jedoch größtenteils in melancholischen Bereichen.

 

Die lyrischen Essenzen aus der Feder von Bassist und Background Sänger Adam Biggs, die auf "The Work" oftmals auch im elektronisch bearbeiteten, einfühlsamen Klargesang vorgetragen werden, entstammen teils esoterischen Gedankenspielen über die menschliche Natur, seine Selbstreflexion, den Kosmos und die stoffliche, wie auch die nichtstoffliche Welt. Es ist ein extrem vielschichtiges Album voller Hoffnung, Wärme und Anmut, aber auch Isolation, Einsamkeit und Trauer geworden. Das dazugehörige Coverartwork, des britischen Künstlers Dan Seagrave, der heute in Toronto, Kanada lebt, spiegelt die Stimmung des Albums in perfekter Weise wider. Mit einem visionären Ausblick auf künftige Projekte haben RIVERS OF NIHIL mit Grant McFarland einen Cellisten (bei "The Void from Which No Sound Escapes") und ihrem langjährigen Freund Zach Strouse einen Saxofonisten als Gastmusiker an Bord geholt, der die Klangkreationen der US Neo-Deather mit dem Einsatz von Bariton-, Sopran- und Altsaxofon noch breiter aufstellt. Nicht zuletzt dieser, nicht als gering einzuschätzender psychedelischer Effekt erzeugt diesen anspruchsvollen, atmosphärischen Sog, dem sich der openminded Metal Fan kaum entziehen kann. Mit ihrer kontrastreichen Musik betreten die US-Amerikaner in ähnlicher Weise neue Terrains wie sie OPETH, KATATONIA oder teilweise auch ENSLAVED bereits für sich erschlossen haben. Doch obschon ich "The Work" eine gewisse Spiritualität zugestehe, muss ich zugeben, dass ich den 2018er Vorgänger "Where Owls Know My Name" der neuen RIVERS OF NIHIL Scheibe trotzdem noch vorziehen würde.


(Janko)

https://www.riversofnihil.com

https://www.facebook.com/riversofnihil

 

 

Audiovisuelles Futter gibt es hier:

Focus:

https://youtu.be/9XluT0SpbDI

 

Clean:

https://youtu.be/BxqsmeRx04s


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