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Napalm Death – Throws of joy in the jaws of defeatism

(Century Media)

 

Wenn eine der betagten Extrem Metal-Bands ganz sicher nicht zum alten Eisen gehören, ja nicht mal in mikroskopischen Dimensionen Rost angesetzt haben, sind das Napalm Death. Die Birminghamer sind immer noch kreuzgefährlich, angriffslustig, experimentierfreudig und Barney hat vielleicht sogar mehr denn je Schaum vor dem Mund. Es gibt ja auch immer mehr Dinge über die man sich aufregen kann, aber das ist ein anderes Thema.

 

Thema hier ist der von Silberscheitel Shane quasi im Alleingang komponierte Output Nummer 16 (Live-Alben, Splitveröffentlichungen, 7-Inches und clevere Polit-Statements nicht mitgerechnet) und der zeigt die Band auf dem absoluten kreativen Zenit. Was umso bemerkenswerter ist, weil das Album ohne Gitarrist Mitch Harris entstanden ist. Das bedeutet übrigens auch, dass die schrillen Screams entfallen,  die mir persönlich im Grindcore immer auf den Zeiger gehen. Aber Grindcore ist inzwischen höchstens noch eine ideele Basis, auf der völlig unterschiedlich geartete Stücke entstehen. Das Spektrum ist dabei weiter denn je. Da wird gecrustet, dem Punk gefrönt, Killing Joke gehuldigt, früher Industrial eingebunden und vor allem mit Sinn und Verstand geballert, dass es eine wahre, wahre Pracht ist. Erfreulicherweise spielt dabei auch wieder Death Metal eine Rolle, wie man überhaupt den Eindruck hat, Mr. Greenway hat sich mit der mittleren Veröffentlichungsphase versöhnt.

 

Dem Album tut das in jedem Fall gut. Unfassbar, was hier an Ideen abgefeuert wird. Krass, wie varianten- und fintenreich die extremen Songs sind. Stark, wie selbst die sperrigsten Tracks Hooks entfalten. Selbst, wenn dafür auch mal ein Synthesizer herhalten muss – so geschehen beim knüppeldicken und dennoch atmosphärischen Opener „Fuck the factoid“. Wo war ich grade? Ach ja, beim Staunen und Schwärmen. Speziell die ersten Tracks sind qualitativ komplett am Anschlag – besser und schlauer kann man diese Musik nicht spielen.

 

Hier trifft geballtes Charisma, auf ungehemmte Spielfreude und das Ergebnis ist nichts weniger als berauschend. 

 

(Chris)

 

https://napalmdeath.org


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