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Secrets of the moon - Black house

(Prophecy)

 

Es hat eine Weile gedauert, ich hab lange gefremdelt, bis sich mir die überdurchschnittliche Klasse von „Black house“ erschlossen hat. Aber die Osnabrücker Ex-Schwarzmetaller machen es ihrer Hörerschaft auch nicht leicht. Denn ein Album, das mit einigen Abweichungen reinen Dark Rock bietet, war trotz stilistischer Vorboten wie „Dirty black“ nicht zu erwarten.

 

Metal? Fehlanzeige! Black Metal? Nicht mal winzige Spuren davon, trotz der Rückkehr von Urmitglied Daevas. Das mag manchen enttäuschen, aber bei kreativen Bands kann es halt passieren, dass man deren künstlerischen Weg als Fan irgendwann nicht mehr mitgehen kann. Hat hier jemand „Heritage“ gesagt? Zurück zu „Black house“, das trotz aller „Mangelerscheinungen“seinen Namen verdient, weil eine Menge Schwärze von dem Werk ausgeht. Wie schon auf „Sun“ erreicht man diese mit den unterschiedlichsten Mitteln. Dieses Mal sind es allerdings andere. Vom gotisch eingängigen „Don’t look now“ über den mürrischen Slowmo-Fiesling „He is there“ bis hin zum lakonischen Minimalismus in „Cotard oder dem grenzwertig mainstreamigen „Earth hour“ ist alles vertreten.

 

Unbedingt erwähnenswert ist auch der Titeltrack, der nicht nur wegen dem eindringlichen Refrain mit am meisten im Synapsengestrüpp oberhalb der Schulter hängenbleibt. Nur: was hat bitteschön dieser unsägliche, knapp halbminütige Lalala-Part in der Mitte dieses so gar nicht banalen Songs verloren? Widerlich! In einem solchen Liedmoment oder auch in den teil etwas glatten Refrains (im zum Ende hin wunderbar fiebrigen „Heart“ z.B. oder beim ansonsten tadellosen „Earth hour“) kommen meine anfänglichen Zweifel an dem Album wieder hoch. Weil man spürt, dass diese Band jeglichen Szenebezug verloren hat. Das ist natürlich primär nichts Schlechtes, für einen Fan der ersten Stunde aber manchmal nicht leicht zu verdauen.

 

Zumal „Black house“, wenn man ehrlich ist, nicht ganz über die alle Zweifel in Patchouli ertränkende Klasse von zum Beispiel In Solitudes „Sister“ verfügt. Nein, die ein oder andere Untiefe schleicht sich in die teils sehr deepen Arrangements ein und Phils immer leicht tranig, nölig klingender Gesang ist auf Albumlänge auch kein allzu schlagendes Kaufargument. Insgesamt dürften Fans des Sideprojekts Crone fast mehr Gefallen an dem schwarzen 80er-Jahre-Bau finden als altgediente Secrets of the Moon-Anhänger. Da ich letzteres bin (oder war), hält sich die Begeisterung in Grenzen. Die Enttäuschung aber auch, denn weite Teile von „Black house“ sind gehaltvoll arrangiert, wie in „Sanctum“ mit guten Leads versehen und auch insgesamt gekonnt umgesetzt. Gutes Album also, aber was kommt als nächstes? Vielleicht ein Akustik-Americana-Album? Hoffen wir’s mal nicht.

 

(Chris)

 

https://www.facebook.com/secretsofthemoonofficial

 


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