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DESPISED ICON - PurgatoryDESPISED ICON - Purgatory
(Nuclear Blast)


Die Deathcore Vorreiter DESPISED ICON aus Montréal in der Provinz Québec, veröffentlichen dieser Tage mit "Purgatory" ihr neuestes Studioinferno. Seit ihrer Entstehung im Jahre 2002 haben die Mitbegründer dieses Subgenres somit insgesamt sechs Alben unters Volk gebracht. Ende 2010 bis Anfang 2014 wurde die Band wegen beruflichen Burnouts und dem Bedürfnis nach einer kreativen Pause allerdings auch für einige Jahre auf Halte gelegt. Am 22.07.2016 veröffentlichte das kanadische Sextett dann endlich das lang erwartete fünte Extrem-Eisen "Beast". Ein Album, welches von allen Seiten in den Himmel gelobt wurde. Ob das neueste Fegefeuer aus dem Hause DESPISED ICON da mithalten kann, lest ihr in den nächsten Zeilen.
 
Nach einem ruhigen, gemächlichen Intro wird schwer und wuchtig drauf losgeballert. Der zweistimmig besungene, düstere und wuchtige Deathcore bezieht, neben seinen schrägen, spitz und squealy gezockten Gitarren, viele Überschneidungen zum Hardcore mit ein. Dynamisch und "bouncy" gehalten, ist der derbe DI-Style geradezu prädestiniert für einen körperbetonten Moshpit. Der wütende und aggressive Ausbruch an Emotionen ist schon ein ordentliches Pfund und liefert eine geballte Ladung Rage'n'Power. Many, many Blastbeats, eine bösefies gezockte Bassaxt, jede Menge Groove und eine absolut luftdicht verpackte Intensität vereinen sich zu einer immensen Schlagkraft. Mit ihrem Hardcore- und Deathcore-Gesang im schizophrenischen Dialog und dem brutal wummernden Gitarren-/Bass Konglomerat, haben die Deathcore Vorreiter DESPISED ICON eine energiegeladene Mischung am Start, die wahrlich ihresgleichen sucht. Photo Credit: Eric SanchezSo kann ich nicht zuletzt dem Titelsong "Purgatory", sowie der zweiten Singleauskopplung "Snake in the Grass", mit ihren wunderbar herausgebretterten Pig Squeals in verschiedenen Tonlagen, schon jetzt bezeugen, dass sie einem ekstatischen Schleudertrauma im Circlepit gleichkommen. Die brachial geballerte und gekrischene Aggronummer "Vies d'anges" hat es da genauso in sich, wie die Nummer "Light Speed", deren Titel bereits auf ihre ultraschnelle Auslegung hinweist.

 

Das kompromisslose Deathcore Sixpack, dem man seine nordamerikanische Ausrichtung durchaus anhört, ist härter, gleichwohl aber auch melodischer geworden. Der dynamische Flow der Rhythmusfraktion wird durch die beiden Sänger Alex Erian und Steve Marois zusätzlich enorm angeheizt. Die Rhythmusklampfen sägen einem den Verstand aus dem Schädel und klingen mit ihren technisch amoralischen Genickmassakern, so richtig schön fett und fleischig. Die abartig geile Technik von Schlagwerker Alex „Grind“ Pelletier ist ohnehin über alle Zweifel erhaben. "Purgatory" ist die wüste Entfaltung zielstrebiger Aggression und brennt ein Großfeuer der Emotionen ab. DESPISED ICON trümmern sie sich hierbei durch den toxischen Grenzstreifen zwischen technischem Deathcore, Hardcore und Brutal Death Metal. Des Weiteren gibt das zweistimmige Deathcore Schwergewicht auch immer wieder die unterschiedlichsten, saucoolen Gesangstechniken zum Besten. Das Ganze verhält sich ähnlich verheerend, wie das Zünglein an der Starkstromleitung. Diese akustische Essenz von Bosheit, Hass und Gewalt gereicht zum ultimativen Abreagieren nach einem absolut bekackten Arbeitstag.
 
Das 36:15-minütige "Purgatory", welches von Eric Jarrin, Alex Erian, sowie Ex-Gitarrist und Soundtechniker Yannick St-Amand (gilt inoffiziell als siebtes Bandmitglied) bombastisch produziert wurde, bietet neben vielen experimentellen Versatzstücken natürlich wieder diese unübertroffen mächtigen Breakdowns und abartigen Pig Squeals, für die die kanadischen Deathcore/Hardcore Bratze DESPISED ICON bekannt ist. Der Gesang wurde mit Antoine Lussier (ION DISSONANCE), einem engen Freund der Band aufgenommen. Um das Abmischen und das Mastern der elf neuen Tracks kümmerte sich anschließend CRYPTOPSY-Gitarrist Christian Donaldson. Das neue Werk der Deathcore Pioniere DESPISED ICON steht für das ureigene Fegefeuer, das in einem selbst lodert, unter dem man leidet, an dem man aber auch wächst. Es ist eine Art Prüfung, ein Lernprozess weg vom Negativen, hin zum Positiven und eine Herausforderung an das eigene Ich, in einer Welt, die es leider stark an Empathie unter den Mitmenschen missen lässt. Ein zuversichtlicher Blick in die Zukunft. Die Front des neuen Albums ziert auch ein dementsprechend umgesetztes Gemälde des renommierten israelischen Künstlers Eliran Kantor (BLOODBATH, FLESHGOD APOCALYPSE, ICED EARTH, KATAKLYSM, SODOM, SOULFLY, TESTAMENT, THY ART IS MURDER), der heute in Berlin lebt. Mit einem ALL SHALL PERISH, THY ART IS MURDER oder WHITECHAPEL nicht unähnlichen Style, sollten Fans der vorgenannten Bands DESPISED ICON und im Speziellen ihrem sechsten Brachialwerk "Purgatory" sicherlich ebenfalls so einiges abgewinnen können.
 
(Janko)

www.despisedicon.com
www.facebook.de/despisedicon

 

 

Begebt euch straight ins Fegefeuer:

Purgatory:
https://youtu.be/hsTdkJWvu3A
 
Snake in the Grass:
https://www.youtube.com/watch?v=SV9vbgAav38


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