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Amon Amarth - BerserkerAmon Amarth - Berserker

(Sony Music)


Zu Anfang konnte ich mich nicht sonderlich für ein Review zu "Berserker", dem gefühlt 200sten AMON AMARTH Album begeistern, aber mit Anspielen der ersten Tracks sah die Sache für mich schon wieder etwas anders aus. AMON AMARTH sind und bleiben eben einfach eine Bank und ein Garant für groovige, eingängige Melodic Death Metal Hymnen mit eigenem Charakter, die einen wahrlich exzellenten Flow entwickeln. Das schwedische Melodic Death Five Piece, das von 1988 bis 1992 noch unter dem Banner SCUM Grindcore zockte und sich erst im Jahre 1992, als Sänger Johan Hegg zur Band stieß in AMON AMARTH (nach dem Schicksalsberg, wie selbiger in der Sindarin-Form in J.R.R. Tolkien's "Der Herr der Ringe" heißt) umbenannte, hat seinen eigenen Stil über die Jahre geprägt und kontinuierlich zu dem gemacht, was er heute ist. Melodic Death Metal auf dem Olymp dieses Genres!

Das elfte Studioalbum "Berserker", der Stockholmer Melodic Death Metal Institution ist zwar in gewisser Weise „business as usual“ und reiht sich munter und mehr oder weniger unauffällig in den Backkatalog der Nordmännner ein, dennoch muss man AMON AMARTH bescheinigen, dass sie ein unfassbar sicheres Händchen für starke Nummern auf höchstem Niveau haben. Fronter Johan Heggs unverkennbar kraftvolles, tiefdunkel brodelndes und raues Organ, hebt sich durch seine rohe Interpretation fast schon vom übrigen musikalischen Geschehen ab. Die Produktion zu "Berserker" (von Jay Ruston, der bereits für ANTHRAX, STONE SOUR und STEEL PANTHER produzierte) ist aber derart sauber und differenziert, dass der Hüne die zwölf neuen Songs problemlos anführen kann und selbige mit seiner klaren Linienführung ausfüllt. Das Songverhalten gestaltet sich, mit klassisch gezockten Gitarren und dem präzise angesteuerten Schlagwerk (seit 2016 von Jocke Wallgren / ex-ASTROPHOBOS, ex-OCTOBER TIDE, ex-VALKYRJA), welche sich selbstredend eher im Heavy Metal Bereich, denn in Death Gefilden tummeln, durchgängig catchy.

"Fafner's Gold" eröffnet die erste Hälfte zu "Berserker“ (man nimmt heute an, dass sich das altnordische Wort „Berserker“ auf einen, im vorsätzlich herbeigeführten Rausch befindlichen, wütend und voller Raserei kämpfenden Krieger gehandelt hat). Ein dynamischer Song, der Johan grobschlächtig und misslaunig wie einen eben solchen Wikinger zeigt. Gefolgt wird dieser von einem machtvollen Stück voller Würde und Erhabenheit, den die Melodic Death Veteranen aus Tumba (einem kleinen Vorort der schwedischen Landeshauptstadt Stockholm) "Crack the Sky" getauft haben. Das nachfolgende "Mjolner, Hammer of Thor" ist ein grooviger Titel, der so richtig Laune macht und die Vorfreude schürt, AMON AMARTH einmal wieder live zu sehen. AMON AMARTH - BandDas vierte Stück "Shield Wall" ist ein powergeladener, epischer Song, mit harten, wie lowen Passagen und einem extrem coolen Mitgröl-Refrain. Die, mit 03:46 Minuten Lauflänge kürzeste Nummer des Albums, wird live sicherlich zum Dauerbrenner. Das Follow-Up "Valkyria" ist mir in seiner Gesamtheit etwas zu langweilig und unspektakulär. Schon wesentlich aggressiver und deftiger geht es mit dem zugänglichen Riff- und Melodic Death Monster "Raven's Flight" weiter, zu dem die Viking Fans auch ein Video produzieren ließen, das man sich weiter unten zu Gemüte führen kann. Aufgrund seiner enormen Bekömmlichkeit, die logische und konsequente Singleauskopplung. 

Die zweite Hälfte des Albums beginnt mit "Ironside", welches mir mit seinen weichgespülten Melodiebögen, Johanns Klargesang und dem Chorgesang wiederum etwas zu soft und klischeehaft rüberkommt. Das zu Anfang balladesk anmutende "The Berserker at Stamford Bridge" bietet einen interessanten Aufbau, der sich in seiner Härte steigert, wie ein Berserker nach der Einnahme seines schmerzbefreienden, bewusstseinserweiternden Berserkertrunks. Der neunte Song "When Once Again We Can Set Our Sails", ein authentisch klingender, episch aufgebauter Wikinger Song, bei dem man spürt, wie einem Wind und Gischt ins Gesicht schlägt, drückt Abenteuerlust, Sehnsucht und eine warmherzige Brüderlichkeit aus. Der Grundtenor der Songs bleibt, wie man es von AMON AMARTH gewohnt ist, stets im Midtempo behaftet. Lediglich "Skoll and Hati", sowie das darauffolgende, leider etwas eingleisig geratene "Wings of Eagles" brechen aus diesem Dogma ein klein wenig nach oben aus. Das hymnisch ausladende und durchgängig melodisch gehaltene "Into the Dark" besiegelt ein rundum gelungenes, aber keinesfalls als überragend zu bezeichnendes Album. 

In den insgesamt 56:45 Minuten Spielzeit die das Album zu bieten hat, erzählen die Skandinavier, die den Begriff Viking-Metal stets abgelehnt haben und dies nach wie vor tun („Wir spielen Death Metal. In unseren Texten geht es um Wikinger, also halten uns einige Leute für eine Viking-Metal-Band, aber ich habe keine Ahnung, was das sein soll.“ – Johan Hegg auf themetalweb.de), voller Würde und Inbrunst die Geschichte von Wikingern, Schlachten, Kriegern, Freiheit und Gewalt, gespickt mit ein wenig Mythologie und Historie. Und auch wenn mir im Falle von "Berserker" bis auf "Shield Wall", "Crack the Sky", "Fafner's Gold", und "Raven's Flight" die ultimativ als Hits zu bezeichnenden Kompositionen schon ein wenig abgehen, haben AMON AMARTH immer wieder gute Ideen, die sie liebevoll, tight und versiert umsetzen. Very open minded Extrem Metal Jünger könnten eventuell Gefallen an der melodisch rauen Veröffentlichung finden, die voraussichtlich (wie schon das Vorgängeralbum "Jomsviking") auf Platz 1 der deutschen Charts einsteigen wird. Melodic Death Metal Anhänger hingegen werden nur schwer an diesem glasklar produzierten Output vorbeikommen und für eingefleischte AMON AMARTH Fans ist "Berserker" ohnehin ein unvermeidbares Muss...so buy now or cry later!

(Janko)

www.amonamarth.com
www.facebook.com/amonamarth

 

 

Checkt die beiden neuen AMON AMARTH Videos:

Raven's Flight:
https://www.youtube.com/watch?v=H24S0nym-pE

Crack the Sky:
https://www.youtube.com/watch?v=5cLFdIzMhn8


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