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Sisters Of Suffocation - Humans Are BrokenSisters Of Suffocation - Humans Are Broken

(Napalm Records)

 
Der Zweitschlag "Humans Are Broken", der ehemaligen All Girl Deather SISTERS OF SUFFOCATION aus Eindhoven zeigt das Fivepiece mittlerweile ausgewogen, gereift und definitiv ready to wreck! Ihr Death Metal mit moderner, fein ausgeschmückter Handschrift äußert sich zumeist in technisch niveauvollem, brachialem und polyrhythmischem Highspeed-Geballer, welches durch die vielseitige und mehrstimmig vorgetragene Gesangsperformance der Frontergrowlerin Els Prins zu einem zeitgemäß gezockten Old School Hype avanciert. Die Band wurde aufgrund ihres Geschlechts anfänglich nicht immer ganz ernst genommen. Mit Aussagen wie „Death Metal ist pink“ (steht so auf der S.O.S. Bandcamp Seite) macht man sich aber auch nicht wirklich Freunde in diesem Genre. Wenn man S.O.S. jedoch von der rein musikalischen Seite her betrachtet, stehen die vier Mädels und ihr Kompagnon hinter der Schießbude ihren Men-dominated Death Metal Pendants in absolut nichts nach.

 

Ganz im Gegenteil. Mit ihrer wütenden, energetischen und aggressiven Death Metal Performance fegt die hölländische Neo-Death-Bratze jegliche Klischees mit einem Mal beiseite. Das dunkle, raue Death Roaring von Els mischt sich dabei mit teils abartigem, richtiggehend bösartigem, hellem Screaming. Photo Credit: Emmelie HerweghDie häufigen Geschwindigkeitswechsel, die disharmonischen Gitarrenauswüchse oder die morbiden Gesangsausbrüche sind über jeden Zweifel erhaben. Diese Death Combo spielt ganz weit oben in der ersten Liga und zeigt so manch reiner Stehpinkler Band den Mittelfinger. Im Jahre 2014 fand das Krachkommando aus der Provinz Nordbrabant im Süden der Niederlande erstmals urkundlich Erwähnung und legte die Titulierung als all-female-band mit der Rekrutierung von Schlagwerker Kevin van den Heiligenberg (AWAKENING SUN) im letzten Jahr endgültig ab.

 

Der titelgebende Opener "Humans Are Broken" macht den Anfang. Ein wütendes, thrashig angehauchtes Blastmonster voller Aggressionen. Das Eindhovener Extrem Death Quintett hat aber beispielsweise mit dem darauffolgenden "Wolves" auch etwas ruhigere, dafür nicht minder energiegeladene Groovemonster an Bord, die auch gerne mal die ein oder andere Melodie mit einbeziehen. Der wuchtige, derbe Modern Death Metal Style tritt dennoch verdammt krass Arsch und so geht es auch gleich mit "War In My Head" brachial und groovy weiter. Els Prins macht in ausgewählten Passagen Gebrauch von klarem, aber absolut passendem Heavy Metal Gesang und wenn man es ein manches Mal kaum glauben mag, es sind gänzlich die Vocals einer Frau, die da die Mikromembranen zerhächseln. Kevin van den Heiligenberg, der sprichwörtliche Hahn in Korb, beschränkt sich lediglich auf sein Drumspiel. Mit ihrem Highspeedgeknüppel durchbrechen S.O.S regelmäßig die Schallmauer, kehren aber immer wieder mal zu ruhigeren, teils groovigen, teils klar gesungenen Passagen zurück, um anschließend wieder straight forward mit dem Kopf durch die Wand zu gehen. Bei Els Prins brutalen Gesangstechniken wird so manchem Manne angst und bange. Fetzig, thrashig, ja fast schon punkig legt der fünfte Track "What We Create" vor. Der Song besitzt eine wilde und interessante Attitüde, die jegliche Assoziationen mit der Begrifflichkeit „Langeweile“ im Keim ersticken lässt. Mit dem Nachfolger "Liar" hat die Death Combo vergleichsweise ruhigen, doomig durchdringenden Todesmörtel angerührt, in den man immer wieder interessante Ideen einstreut.

 

SISTERS OF SUFFOCATION - LogoEin weiteres Highlight stellt "Little Shits" dar. Ein Todes-Groove-Stampfer, der zum Schluss hin so richtig schön garstig wird und mit zugänglichen, gar melodischen Sequenzen gewürzt, die feinen Kontrastierungen zur ansonsten enorm brutalen Gangart hervorhebt. Zu diesem Track gibt es weiter unten auch ein Lyric Video. Die Band meint über den Song: “This song is about doing what you love and following your dreams, regardless of what other people may think of it. It is about diversity and equality, as well as having a passion for music and living for it to the fullest. It is about being yourself and trying to deal with people putting you down due to ignorant views and blatant prejudice. Finally, it is about overcoming negativity and putting your foot down, cause no one has to take shit from another person simply because they live their lives and love it. We hope you all enjoy it; we certainly do! Also: big shout out to Marc van Peski for the live pics in the video.”

 

The next big thing ist "The Next Big Thing". Ein ebenfalls eher geruhsamer Track mit Flow und Dynamik und dem ultimativen Beweis, dass Els auch dem seichten Gesang mehr als gewachsen ist. Wenn dann aber wieder ihre Death Attitüde voll durchschlägt, meint man eine wilde Bestie reiße eine ganze Nation entzwei. Das Doom Death Brett "Burn" dreht zwischenzeitlich mächtig auf, um dann wieder wie erkaltende Lava aus dem Speakern zu brodeln. Die Tulpenschlächter wechseln auch innerhalb der Songs gerne mal den Style, stoßen dabei aber niemanden vor den Kopf, denn der S.O.S Death bleibt stets eine handfeste und greifbare Einheit. Ohnehin haben SISTERS OF SUFFOCATION auf "Humans Are Broken" eine sehr abwechslungsreiche Songauswahl und -gestaltung getroffen, die zum Teil eine leicht progressive Ader aufweist. Bei "Every Little Fibre", sowie "For I Have Sinned"  handelt es sich um Bonus Tracks, die mir zum Zeitpunkt der Besprechung leider nicht vorlagen. Somit bringt es "Humans Are Broken" in der Vollversion auf insgesamt dreizehn Tracks und eine Halbwertszeit von 49:02 Minuten. Und dass Death Metal pink sei, widerlegen die Girls und der Boy mit "Humans Are Broken" ja dann doch höchst selbst! "Humans Are Broken" ist astrein produziert, arrangiert und arschtight umgesetzt. Was will man mehr?

(Janko)
 
https://www.facebook.com/sistersofsuffocation/

 

 

Checkt die Videos zu:

Little Shits (Lyric Video):
https://www.youtube.com/watch?v=6ubPrM2zr48&feature=youtu.be

 

Humans Are Broken feat. Martin Furia (Official Video):
https://www.youtube.com/embed/3K4H-nIqHXM


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