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Warpath - Filthy Bastard CultureWarpath - Filthy Bastard Culture

(Massacre Records)

Gerade mal eindreiviertel Jahre nach ihrem fünften Album „Bullets For A Desert Session“, haut die raue Hamburger Old School Thrash Metal Mean Machine WARPATH, mit dem starken Nachfolger "Filthy Bastard Culture", ihr sechstes Full-length raus. Seit 1991 on stage, verabschiedete man sich fünf Jahre später bereits in den Vorruhestand, aus dem man erst knapp zwei Dekaden später, nämlich im Jahre 2015 wie der Phoenix aus der Asche emporstieg. Die Ankündigung, nach annähernd zwanzig Jahren ein neues Album veröffentlichen zu wollen, faszinierte und polarisierte die Offiziellen des Heavy Metals und verhalf unter anderem zu einem Deal mit Massacre Records, sowie Auftritten beim Bang Your Head 2016 und dem Wacken Open Air 2017. Anno 2018 steht nun also mit "Filthy Bastard Culture" der sechstes Kriegspfad der Hanseaten in den Startlöchern. Und eines gleich vorne weg: der filthy WARPATH Bastard-Thrash ist noch einen Zacken Rock'nRoll-lastiger geworden, was erneut groovt wie sau. Dafür sind die Songs allerdings auch etwas sperriger, als noch zu "Bullets..."-Zeiten. Die schwere, treibende Härte bleibt aber auch auf "Filthy Bastard Culture" das Herzstück der Seele.

 
Mit der rauchverhangenen und so richtig schön abgefuckt räudigen Stimme von Frontkampfsau Dirk "Dicker" Weiss (u.a. ex-RICHTHOFEN), der thrashig-rock'n'rolligen Ausrichtung der Rhythmusfraktion und der oberlässigen Leck-mich-fett-Attitüde (die mich vom Coolness-Faktor durchaus an MOTÖRHEAD - nur eben deutlich härter - erinnert), mischen die Jungs von der Waterkant Thrash, Rock, Death und Doom zu einem dystopischen, wuchtigen und tiefergestimmten Old School Thrash Konglomerat. Durchaus schon mal als „brutaler, fieser Hate Metal“ bezeichnet, klärt Dirk „Dicker“ Weiss auf: „Es geht mir nicht darum, Hass zu verbreiten. Warpath-Texte sind lebensbejahend, vielschichtig und befassen sich mit Wut und Enttäuschungen - Dinge, die uns alle betreffen, aber auch persönlicher Natur sind.“ So handelt "Killing Fields" zum Beispiel von den Empfindungen und Reflektionen des Bassisten Sören Meyer, der die „Killing Fields“ genannten Stätten der Folter und des Massenmordes durch die Roten Khmer in Kambodscha besucht hatte. „Into the Dark“ hingegen handelt von Geronimo (eigentlich Goyaałé „der Gähnende"), dem Kriegshäuptling der Bedonkohe-Apachen, der sich lange und erbittert gegen die Besetzung seines Landes durch die neuen Siedler, sowie die Truppen der USA und Neu Mexikos zur Wehr setzte. Das Thrash'n'Roll Foursome WARPATH hat mit dem Titelsong des neuen Albums „Filthy Bastard Culture“ und „Violent Starr“ aber auch zwei Nummer für den 2019 erscheinenden, gleichnamigen deutschen Horror-Fantasy-Sci-Fi Film "Violent Starr" geschrieben. Auch hält mit dem Digipak Bonus "Nebelkrähe" erstmalig die deutsche Sprache Einzug in den WARPATH Sound.

Dickers morbider, verruchter und zermürbender Thrash Gesang klingt so richtig schön assig, während er sein dunkles, klargesungenes Timbre in manchen Sequezen wie Peter Steele (†14. April 2010; TYPE O NEGATIVE) oder Michelle Darkness (END OF GREEN) einsetzt. Dieser düstere, gleichwohl warm klingende, klare Gesang (bei "Back To Zero", dem Übersong "Believe in Me", "Violent Starr" und dem balladesken "St. Nihil"), wird allerdings nur an ausgewählten Stellen und sehr dezent gesetzt, denn nach wie vor sind gute 95% den derben Thrash-Gesangslinien vorbehalten. Flint Razorheads Riffing ist schartig, die seltenen Leads häufig resigniert dystopisch. Das Schlagwerk von Norman Rieck ist stets der Situation angepasst, aber recht variabel und drückend gebolzt, wobei die Grundausrichtung eher im Midtempo liegt, was den Jungs durch die tragische Schwere ihrer Songs auch astrein zu Gesicht steht. Zum Schluss hin wird das Tempo ein wenig rausgenommen, dafür wird man nachdenklicher und emotionaler, wenn man davon bei dieser Art von Musik überhaupt sprechen kann. Bei dem allgemein dramaturgisch gehaltenen Aufbau der Tracks sind die Bridges häufig mit ruhigeren Gitarren- und Keyboardsequenzen ausgefüllt, die Refrains ungeschliffen, aber defitnitiv zugänglich und der raue, staubige Sound verbreitet eine Art Mad Max Charme. Kleinere Ausfälle, wie das hardcorepunkige "F.U." oder das bereits angesprochene "Killing Fields" gibt es jedoch auch zu vermelden. Bei ganzen vierzehn Tracks, die eine Gesamtspielzeit von 62:15 Minuten für das Digipak und 47:18 Minuten für die LP-Version bereithalten, fallen die beiden Songs jedoch nicht weiter ins Gewicht. Der leicht assige zweite Bonustrack und endgültige Rausschmeißer "For the First Time" dreht mit seiner punkigen Thrash Ausrichtung noch mal kurzzeitig auf, bis eine zweiminütige Keyboardsequenz das gelungene "Filthy Bastard Culture" letztlich abrundet.


Die Produktion zu WARPATH 6.0 übernahmen die Hanseaten höchst selbst, ließen sich dabei aber von ihrem langjährigen Freund und Produzenten Eike Freese (Sänger und Gitarrist von DARK AGE; arbeitete u.a. mit ALICE COOPER, APOCALYPTICA, DEEP PURPLE, GAMMA RAY und HEAVEN SHALL BURN) in dessen Chameleon Studios im Hamburger Stadtteil Dulsberg anleiten. Für Mix und Mastering zeigte sich Sounddesigner Eike Freese dann aber komplett verantwortlich. Eike hat hier eine echt lebendige und differenzierte Atmosphäre eingefangen. Lediglich kleinere elektronische Veränderungen wie (Nach-)Hall oder auch mal unterstützende Keyboardsequenzen wurden am Sound vorgenommen. "Es war manchmal unerträglich laut", so Dirk "Dicker" Weiß. "Wir wollten kein zu Tode editiertes glattes Album, sondern die Band so klingen lassen, wie sie live rüberkommt: wuchtig, laut und dreckig!" Na denn Prost, you Filthy Bastard Culture!


(Janko)

https://www.warpath-germany.com
www.facebook.com/WarpathHamburg

 

 

Checkt doch gleich mal die neuesten WARPATH Videos:

St. Nihil:

https://youtu.be/2iN3iHlUMgo

 

Into The Dark:

https://youtu.be/pkOzqgxe4F0

 

F.U.:

https://youtu.be/7r9_d2wW6dY

 


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