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Distressed To Marrow - La ViolenciaDistressed To Marrow - La Violencia

(Eigenproduktion)

Seit Ende 2008 stellt „La Violencia” das insgesamt fünfte auditive Lebenszeichen der Melodic Doom Deather DISTRESSED TO MARROW aus Karlsruhe dar. Das Baden-Württembergische Quartett hat insgesamt sieben neue Tracks auf ihre 68:16 Minuten rotierende Kunststoffdrehscheibe gepackt. Das verspricht ausladende Tracklängen von 08:27 bis 12:04 Minuten. Den Doomanteil indes etwas in den Hintergrund gedrängt, konzentriert man sich nunmehr auf diverse moderne, teils gar psychedelische Einflüsse, nebst bösen, tiefergestimmten Gitarrenbollwerken. Das deutsche Schwergewicht DISTRESSED TO MARROW kann schnell, wie langsam, fühlt sich aber im Midtempo am besten aufgehoben. „La Violencia“ ist von den Geschwindigkeitsdynamiken her gesehen ohnehin breit aufgestellt. Antonio “Toni” Robinas’ Angry Death Growls geben sich mit brummeligem Grunting die Klinke in die Hand. Der epische, doombehaftete, schwere Oldschool Death, verdaut spacige Leads, voluminöse Gitarrenbänke und einen facettenreichen, technisch recht anspruchsvollen Drumsound zu einem homogenen Konglomerat. 

Los geht es mit „Violencia Is Born”, einer raubeinigen, düsteren Todeswalze mit ordentlich Groove und Pfeffer im Hintern. Gefolgt vom schwermütigen Beginn von „Absorbing Maggots“, das im weiteren Laufe ordentlich Fahrt aufnimmt und zu einem abwechslungsreichen Oldschool Doom Death Brecher mit starker Gitarren- und Bassarbeit avanciert. An dritter Stelle steht das monströse Ungetüm „Phalance” mit seinen spacigen Leads. Mit dem Nachfolgetitel „Right Foot Killer“ haben DISTRESSED TO MARROW einen feinen Akustikbeginn mit ehrlichen Licks geschaffen, die ich persönlich sehr schätze und zu keinem Zeitpunkt wegproduziert, bzw. wegretuschiert wissen will. Distressed To Marrow - BandDoch dann geben die Karlsruher ordentlich Gas und lassen das starke Anfangsritual alsbald im Gedankenmeer versinken, um letztlich im Mittelteil von einer episch aufgebauten Dramaturgie infiltriert zu werden. Starker Song! „Metric Medusa“ in seiner thrashigen Auslegung ist wohl einer der schnellsten und abwechslungsreichsten Tracks des Albums, obschon auch hier ein ausufernder Mittelteil, sowie ein vergleichsweise ruhiger Epilog für gehörige Kurzweil sorgen. Das anschließende Psycho Doom Brett „Lick My Bayonet” besticht mit einer psychedelischen Anfags-, sowie Endsequenz und der sinisteren Gesangsdarbietung von Toni Robina. Für mich einer der stärksten Tracks des Albums. Als Rausschmeißer fungiert „Violencia Is Dead”, das mit seiner epischen Grundauslegung, den schweren, undurchdringlichen Riffmauern und dem ab und an stark kontrastierenden Hochgeschwindigkeitsdrumming einen krönenden und vor allem würdigen Abschluss zu „La Violencia“ bildet.

Die musikalische Ausrichtung soll laut Ankündigung der Band in Zukunft in eine etwas brutalere Richtung gehen, was der Originalität und Individualität hoffentlich noch eine kleine zusätzliche Energiespritze verpasst. Die Produktion, die man in den Green-Corner- Studios in Karlsruhe vorgenommen hat, ist offen, ehrlich, erdig und absolut homogen. Das komplett eigenproduzierte „La Violencia“ kommt inklusive 12-seitigem Booklet. Fans von ASPHYX, PARADISE LOST oder DAMNATION DEFACED sollten hier mal reinhören. „La Violencia“ ist ein solides Album geworden, das zwar  keinerlei Innovationen aufwirft und von daher vielleicht auch nicht wirklich weltbewegend ist, andererseits ist DISTRESSED TO MARROW 5.0 aber wirklich fein umgesetzt und sauber, dennoch roh eingespielt worden.

(Janko)

www.distressedtomarrow.com
https://de-de.facebook.com/Distressed-to-Marrow-210849182295530/


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