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The Charm The Fury - The Sick, Dumb And HappyThe Charm The Fury - The Sick, Dumb And Happy

(Arising Empire)

 

Eine junge, zierliche und ziemlich hübsche Frau als Fronterin zu haben, scheint sich generell auszuzahlen. Wenn diese aber noch einen derart versierten Klargesang mit morbidem Growling und aggressivem Roaring paart, dann ist das schon eher wie ein Sechser im Lotto. Seit 2010 beglücken uns die niederländischen Metalcore-/Post-Hardcoreler THE CHARM THE FURY, die viel Wert auf Melodie, aber auch auf bedingt charttaugliche Tracks mit enormer Durchschlagskraft legen. Natürlich ist das Soundgewand auf der Höhe der Zeit und dabei ebenso catchy wie effekthascherisch aufgebaut, weist aber neben der rabiaten Gangart dieses gewisse, einnehmende Flair auf. An den männlichen Vertretern ihrer Gattung hat sich das Genre ja mittlerweile satt gefressen, aber was THE CHARM THE FURY auf ihrem zweiten Album „The Sick, Dumb And Happy“ abliefern, ist doch recht weit entfernt von der weichgespülten Flennerscheiße, wie man sie bei manch einer Band dieses Bereichs finden kann.

 

Neben typischen Hardcore- und Thrashrhythmen werden schon mal ungewöhnlich schräge oder gar dissonante Töne angeschlagen. Dazu das ordentlich adrenalingeschwängerte Gegrunte und Gebrüll von Fronterin Caroline Westendorp, die dann kurz darauf in poppig anmutende Gefilde abdriftet, um selbige unter wütendem Protest sogleich wieder zu zertrampeln und zerstampfen. Es ist immer wieder erstaunlich und dankenswert, welch brutale Organe solch vergleichsweise zierliche Frauen entwickeln können. The Charm The Fury - BandAber auch der, teils gewöhnlich, teils extravagant gehaltene Klargesang, der diese interessante musikalische Architektur zusätzlich trägt, hat seinen Reiz, denn selbst die Halbballade „Blood And Salt“ oder die komplett klar gesungene Ballade „Silent War” strahlen eine gewisse Anmut aus. In 42:10 Minuten reißen unsere holländischen Nachbarn mit „The Sick, Dumb And Happy” elf recht derbe, aber eben nicht minder eingängige Tracks runter. Harte, stakkatohafte Riffs, astreine Hooklines, prägnante Refrains und obendrauf noch so einige fette Diversitäten aus Mathijs Tiekens' Schlagwerk gehören zu THE CHARM THE FURYs’ Spezialitäten. Was will man also mehr? Gerade mit dem überragenden Groove- und Headbang Monster „Weaponized” oder dem brutalen, thrashigen Hardcore Stampfer „Break And Dominate“ hat man so einige coole Sounds eingefangen.

 

THE CHARM THE FURY aus Amsterdam sprechen vielleicht eher jüngeres Publikum an, aber ihr hingebungsvolles, leidenschaftliches, aber auch grimmiges Album „The Sick, Dumb And Happy“ geht ins Ohr, bleibt im Kopf und dürfte durchaus auch Freunde in gesetzteren Altersklassen finden. Textlich bearbeitet man Themen wie Krieg, Ausbeutung, Korruption, Selbstzerstörung oder Ablenkung der Medien durch Meinungsmache. Die üblichen Verdächtigen halt. Das niederländische Quintett erschafft mit „The Sick, Dumb And Happy“ eine interessante und ausgewogene Mischung aus Hardcore, Thrash, Death, wilder Entschlossenheit, wütenden Ausbrüchen und filigranen, balladesken Momenten. Für mich ist das Ganze durchaus interessant aufgebaut und ausstaffiert, aber obwohl die Gesamtstruktur schon recht brachial rüberkommt, ist mir persönlich das Ganze letztlich etwas zu modern gezockt und trotz aller Vehemenz etwas zu sehr auf Metal-Radiotauglichkeit aus. Aber genau das ist der Grund, warum man von den Niederländern THE CHARM THE FURY noch so einiges hören wird.

 

(Janko)

 

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