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Spielbann - Die Ballade von der 'Blutigen Rose'Spielbann - Die Ballade von der 'Blutigen Rose'

(Trisol Soulfood)

 

Elektronisch unterstützen, charttauglichen Düster/Gothic Rock bieten uns SPIELBANN aus Saarbrücken auf „Die Ballade von der 'Blutigen Rose'“ an. In 55:35 Minuten bekommt der potentielle Hörer pseudomelancholisches Dark Rock / NDH Gewäsch mit leichten Mittelalteranklängen um die Ohren gehauen, wie man es schlimmer kaum produzieren kann. Man mische ein klein bisschen RAMMSTEIN mit DIE ÄRZTE, SUBWAY TO SALLY und LACUNA COIL, trenne die schlechtesten und durchgekautesten Bausteine aus deren musikalischer DNA heraus und bringe selbige in einem geordneten System in der eigenen Setzkastenmusik unter und schon hat man eine Band wie SPIELBANN. Die unausgegorene Mischung all der vorgenannten Bands ist eine auditive Beleidigung, die Hammer, Amboss und Steigbügel nur widerwärtig an die Hörschnecke weitergeben. Mit ihren zehn eingängigen, poppig ausgelegten und (vielleicht) charttauglich erscheinenden Songs greifen die Saarländer schwer daneben. Man kann es einfach nicht anders benennen. „Die Ballade von der 'Blutigen Rose'“ birgt viel zu einfach gestrickte, irgendwie schon tausendmal gehörte Musik, Texte zum rot werden und Fremdschämen, sowie Melodieführungen, die wohl eher die jüngere Klientel im Fokus hat.

 

Unterstützung erfährt die Band von Mr. ASP himself (Alexander "Asp" Frank Spreng), der den festgefahrenen Karren allerdings auch nicht mehr aus dem Dreck zu ziehen vermag. Hier stimmt einfach gar nichts. Die nervigen, deutschen Texte hat man zweistimmig vorgetragen. Den weiblichen Gesangspart übernimmt Nic Frost, den männlichen Seb Storm (welch geistreiche Namensgebungen!). Die dargebrachte Kindermusik kann in seiner Gesamtheit nur mehr als Fastfood für die breite Masse bezeichnet werden. SPIELBANN haben Märchen und Erzählungen als Vorbild ihrer Musik herangezogen. Für das Kindertheater mag das Ganze vielleicht gerade noch von Interesse sein, aber ich denke die Zielgruppe wird hauptsächlich im Bereich pubertierender Mädchen mit Gedanken an ihre langmähnigen, muskulösen und braungebrannten Traumprinzen zu finden sein. Die Todes-, Liebes- und Heldenromantik krankt bereits an Kleinigkeiten, wie den kaum zu Ende gedachten Strophen und Reimen, sowie dem miserablen Songwriting, wie aus dem Kaugummiautomaten. SPIELBANN locken mit ihrem angepassten musikalischen Grundgerüst höchstens picklige Teenager aus ihrer Smartphone-verliebten Lethargie. Für Genreanfänger, die es nicht ganz so hart und metallisch mögen, mag „Die Ballade von der 'Blutigen Rose'“ vielleicht noch einiges zu bieten haben, aber wirklich ernst zu nehmen ist diese Art der Unterhaltung wohl eher nicht. Dass sie es allerdings können, beweist die Halbballade „Heiße Asche“ recht eindrucksvoll. Das war es dann aber auch leider mit den positiven Erlebnissen.

 

Die Texte, wie auch die musikalische Grundausrichtig lassen mich völlig kalt und lösen maximal ein genervtes Kopfschütteln, ein müdes Gähnen oder ein schwaches, abwertendes Grinsen bei mir aus. Eine nervige CD, die direkt aus dem Player in die runde Ablage wandert. Von Charisma oder intelligentem Spielwitz ist hier kaum etwas zu spüren, vielmehr erscheint mir vieles als "schon mal gehört oder abgekupfert". Das einzige Märchen, das ich bei SPIELBANN entdecken konnte, war die Lobhudelei im Infosheet. In der normalen Version bringt das Jewelcase ein 24-seitiges Booklet inklusive aller Texte mit sich. Wer drauf steht, darf sich natürlich gerne auch das handsignierte, auf 1.999 Stück limitierte A 5 Digipak mit 32-seitigem Booklet, drei Bonustracks und handnummeriertem Zertifikat zulegen, wenn es der Band nicht bereits wie kostenloses Chrystal Meth auf ner Raveparty aus den Händen gerissen wurde.

 

(Janko)

 

www.spielbann.de


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