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Iron Bastards - Fast & DangerousIron Bastards - Fast & Dangerous

(FDA Rekotz)

 

We are IRON BASTARDS and we play Rock’n’Roll!

Was sich hier ausnimmt, wie eine MOTÖRHEAD Coverband ist gar keine, denn das Trio aus dem Elsass, das sich am 15.05.2013 zu einer bissigen, energiegeladenen Doublette verschwor, spielt eigene Songs, die man nahezu 1:1 als Schablone für den MOTÖRHEAD Sound heranziehen könnte. Die zweite Studiobratpfanne „Fast & Dangerous“, der French Dirty Rollers aus Straßburg, wurde nach ihrer musikalischen Ausrichtung benannt. Die IRON BASTARDS fahren nämlich einen derben Style, sind überwiegend schnell und bleiben stets gefährlich. Der schnelle, dreckige und rotzige Rock’n’Roll, atmet förmlich den Spirit von MOTÖRHEAD. Da ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass die IRON BASTARDS eben diese legendäre Rockband, die ihre Ursprünge im Vereinigten Königreich hatte, als hauptsächlichen musikalischen Einfluss nennen.

 

Mit ein klein wenig Blues angereichert, bekommt die potentielle Hörerschaft auf „Fast & Dangerous” definitiv keinen plumpen oder durchgekauten Abklatsch vorgesetzt. Die einwandfreie Adaption der klassischen MOTÖRHEAD Melodieführung kommt richtig gut rüber, tritt Arsch und macht verdammt viel Laune. David BourDie kernigen Tracks der Rock’n’Roll Bastards werden frisch von der Leber weg gezockt, die Texte sind cool, die Refrains klasse gewählt, das knarzige Songwriting und die Arrangements wurden tadellos umgesetzt. Dabei ist die rauchig versoffene, Whiskey triefende Stimmlage von David Bour, derjenigen von Ian Fraser Kilmister gar nicht mal so unähnlich, Bours‘ Stimmfarbe ist allerdings auf der einen Seite nicht ganz so voluminös, wie die von Lemmy, auf der anderen Seite auch noch nicht so versiert. Dennoch hat man gerade was das Zusammenspiel von Bass, Gitarre und Drums anbetrifft, einen wirklich sehr authentischen Sound eingefangen. Der Nachfolger des Debüt Albums „Boogie Woogie Violence“ wummert, dröhnt, groovt, schallt und scheppert nur so aus den Boxen, dass es eine helle Freude ist. Astrein gespielte, messerscharfe Soli, eine omnipräsente Bassklampfe und anspruchsvolle Drumfiguren besiegeln dieses astreine Klangspektakel.

 

Sie stellen selbstverständlich keinen hundertprozentigen Ersatz für einen der schwersten Verluste der Metalwelt in den letzten Jahren dar, aber die IRON BASTARDS lassen alle Hemmung fallen und kämpfen sich genauso unbarmherzig, wie unersättlich durch elf Tracks und eine Gesamtspielzeit von 43:01 Minuten. Ein Ohrwurm nach dem anderen schraubt sich bis in die hintersten Winkel der Gehirnwindungen. Der ein oder andere, überwiegend deftige und schnelle Track, hätte sich so oder so ähnlich durchaus auf einem der älteren MOTÖRHEAD Alben befinden können. Die dynamischen Rock Nummern sind generell an ihren Vorbildern orientiert, wirklich gut arrangiert, sauber gezockt und hätten in der Form durchaus auch von MOTÖRHEAD selbst stammen können.

IRON BASTARDS - Logo

 

Wer nicht bis zum endgültigen Wiedersehen mit dem Großmeister des harten Rock’n’Roll warten will, kann sich die Zeit bis zum eigenen Ableben ja mit den IRON BASTARDS ein wenig versüßen. Die Elsässer lassen die Legende Lemmy und MOTÖRHEAD wieder auf- oder weiterleben. Starke Akustiksektion, starker Sänger, starke Band. Das fetzige Rockrund kommt mit 12-seitigem Booklet und einem gelungenen Coverartwork von dem genialen, unabhängigen Illustrator mit dem Pseudonym "Misanthropic-Art".

 

(Janko)

 

www.facebook.com/ironbastardsrocknroll


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