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Ayreon - The Theory Of EverythingAyreon – The Theory Of Everything

(Inside Out)

 

Vor fünf Jahren schloss 01011001 die große Sci-Fi-Saga ab, die 1995 mit dem Debüt The Final Experiment gestartet worden war. Mastermind und Multi-Instrumentalist Arjen Lucassen gönnte sich im Anschluss erstmal eine Pause und widmete sich anderen Projekten, bis er im letzten Jahr schließlich den Faden zur Komposition des inzwischen achten Ayreon-Albums aufnahm. Vielleicht hat der Niederländer diese kreative Pause gebraucht, vielleicht auch die Einsicht, dass sich Ayreon im Lauf der Zeit etwas wiederholt haben - auf jeden Fall ist The Theory Of Everything nicht weniger als Lucassens Meisterstück geworden. Inhaltlich markiertdas Album einen Neuanfang: Es erzählt die unter anderem von Rain Man und A Beautiful Mind inspirierte, dramatische Geschichte eines zunächst verkannten Genies, dem es schließlich gelingt, die Weltformel zu erarbeiten, eine Formel also, die alle physikalischen Phänomene erklären kann. Vom Aufbau her bleibt sich Lucassen seinem Konzept treu: Wie schon die Vorgänger ist auch The Theory Of Everything wieder eine als Konzeptalbum angelegte Rock/Metal-Oper, die ihre Geschichte als Dialog zwischen den handelnden Charakteren erzählt. Nur ist dieses Album um Einiges kompakter und homogener geraten als alles, was Lucassen bisher komponiert hat. Es besteht aus vier etwa 20-minütigen Songs, die sich in insgesamt 62 Tracks aufteilen. Dabei gibt es nicht eine einzige Pause: The Theory Of Everything ist ein einziger unaufhörlicher Strom aus fulminantem, experimentierfreudigem, komplexem und progressivem Rock mit dem typischen Ayreon-Sci-Fi-Sound, immer wieder durchsetzt mit Geige, Klavier oder Hammond-Orgel, wobei sich solche Instrumente organisch in die Gesamtkonzeption fügen – siehe etwa das umwerfende, als Dreiteiler aufgebaute Titelthema mit Flöte im Jethro Tull-Stil. Das alles ist mit der Könnerschaft und unbeirrbaren Konsequenz eines gereiften, erfahrenen und perfektionistischen Musikers durchgeführt, der nie aufgehört hat, sich beständig weiterzuentwickeln und der außerdem weiß, wen er sich zur Unterstützung an Bord holen muss, um seine Vorstellungen umzusetzen: Diesmal sind unter anderem JB (Grand Magus), Marco Hietala (Nightwish), Jordan Rudes (Dream Theater), Keith Emerson (ex-Emerson, Lake & Palmer) und Steve Hackett (ex-Genesis) mit von der Partie, und so ist diese Platte auch und gerade in Sachen instrumentale Fertigkeiten ein Hörgenuss. Atemberaubende Gitarren- und Keyboardsoli, eine enorm breite Palette unterschiedlicher Keyboard-Sounds, vielfältige und stimmungsvolle Orchestrierungen und eine glasklare, differenzierte und zugleich fette Produktion sorgen dafür, dass man den neunzig Minuten dieses Doppelalbums vom ersten bis zum letzten Ton andächtig und mitunter ungläubig lauscht. The Theory Of Everything ist nicht mehr und nicht weniger als die Quintessenz von Ayreon.

 

(Torsten)

 

http://www.arjenlucassen.com/content/

 

 

 


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