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Vanderbuyst - Flying Dutchmen
Vanderbuyst – Flying Dutchmen

(Van)

 

Vanderbuyst, die dritte: Die Holländer bleiben ihrem Motto „one record a year“ treu und hauen auch 2013 wieder eine Scheibe raus. „Frivolous Franny“ startet die Platte mit einer Midtempo-Nummer im gewohnten Stil: Geradlinig und schnörkellos, mit eher zurückgenommenem, trockenem Sound. Alles wie immer also, aber man muss sagen: Obwohl es zwischen den ersten beiden Platten durchaus Entwicklung gab, hat man nach dem Song das Gefühl, Vanderbuyst machen es sich in ihrem angestammten Stil ein bisschen zu bequem. Da kommt das untypische „Waiting in the Wings“ gerade recht: Es beginnt mit barocken Gitarrenläufen und entwickelt sich zu einer epischen Nummer im Stil von Maidens „Phantom of the Opera“, die Vanderbuysts Songwriting-Konventionen durchbricht. Sehr überzeugend und sehr unerwartet - und die Überraschungen gehen weiter: Mit „Give Me One More Shot“ servieren die Holländer eine extrem eingängige, melodische und ergreifende Halbballade im Hannovaner-Style: Vanderbuyst goes Scorpions! Wie schon im Song zuvor scheinen auch hier wieder für einen kurze Augenblicke ausladende Klanglandschaften auf, die dem Stück eine besondere Tiefe geben. „The Butcher's Knife“ ist dann wieder eine typischere Nummer, die mit starkem Riffing und tollen Gesangslinien überzeugt. „Tears Won't Rinse“ geht stärker in Richtung Platte Nummer 1: Geradlinig, schnell, mit tollem Solo, aber auch ohne besondere Tiefe. „Never Be Clever“ erinnert an Van Halens „Jump“ und transportiert den entsprechenden Spaß-Faktor. Die Drei-Minuten-Nummer „In Dutch“, gewissermaßen der Titeltrack des Vorgängers, bleibt beim höheren Tempo und punktet mit einem umwerfenden Refrain, fantastischen Leads und einem Zwischenpart, der abermals eine ungeahnte Tiefe in Vanderbuysts Werk bringt. „Johnny Got Lucky“ kommt schleppend, schwer und bluesig daher, während „Lecherous“ mördermäßig groovt. Beides schöne Tracks, wenn auch beide nicht überragend. „Flying Dutchman“ und „Welcome to the Night“ warten dann noch mal mit höllisch starken Refrains auf und bringen das Album zu einem würdigen Abschluss. Vanderbuyst bleiben sich also treu: Sie konzentrieren sich auf kurze, straighte und eingängige Nummern zwischen drei und vier Minuten, die mit Rock'n'Roll-Feeling und starken Melodien überzeugen; schon bei diesen Songs hat man aber das Gefühl, dass die Versiertheit im Songwriting immer mehr zunimmt: Es ist nicht mehr nur die Lässigkeit und Rotzigkeit, die überzeugt, sondern es sind zunehmend auch ausgetüftelte Ideen. Bei den innovativeren Songs „Waiting in the Wings“ und „Give Me One More Shot“ zeigt sich das noch deutlicher. Dazu kommt, dass die Produktion weniger zurückgenommen wirkt als bei den Vorgängern, so dass die Platte entschiedener klingt und mehr Härte entfaltet. Meiner Ansicht nach werden Vanderbuyst's Platten jedesmal noch besser. Ich bin gespannt auf 2014!

 

(Torsten)

 

http://www.vanderbuyst.com/

 

 


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