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Berlin ’45Berlin ’45

(Polyband)

 

Unter dem Titel Berlin ’45 veröffentlicht Polyband die beiden Spiegel-TV-Dokumentationen „Sturm auf Berlin“ und „Der erste Sommer in Frieden“. Der erste Film zeichnet die sowjetischen Truppenbewegungen Richtung Westen und die erbitterten Häuserkämpfe auf Berliner Stadtgebiet nach. Dabei wird ausschließlich auf russisches Bildmaterial zurückgegriffen und die räumliche Einordnung mittels einer farbigen Landkarte veranschaulicht. Allerdings darf beides als eher unspektakulär bezeichnet werden, scheinen sich die Kameraleute der Roten Armee doch nicht besonders nah an die Frontlinien herangewagt zu haben – weshalb man in erster Linie Truppenbewegungen und Instandhaltungsarbeiten, vermischt mit sowjetischem Propagandamaterial, zu Gesicht bekommt – und auch die Karten-Animation haut einen nicht unbedingt vom Hocker. Insgesamt eine nicht uninteressante Doku, die allerdings an der Auswahl der Bilder und an deren Zusammenstellung krankt. Dazu kommt, dass der Kommentar wenig bis gar nicht neues zu berichten weiß, was „Sturm auf Berlin“ am Ende zwar mehr oder weniger kurzweilig werden, aber eben auch genauso schnell in Vergessenheit geraten lässt.

 

Leider kann auch die zweite Dokumentation die Qualität nicht gravierend steigern. „Der erste Sommer in Frieden“ bedient sich diesmal bei den Amerikanern, die in einem speziellen Filmprojekt die Ausmaße der Zerstörungen in der ehemaligen Reichshauptstadt Berlin festgehalten haben. Diese Aufnahmen sind im übrigen in Farbe gefilmt, allerdings auch von äußerst schwankender Qualität und ähnlich wie in Doku Nummer eins nicht immer die spannendsten. Als reiner Anschauungsbericht, in dem man sich einfach mal den Berlin-Look der Nachkriegszeit vor Augen führen will, funktioniert das ganze prächtig, besonders tiefe neue Erkenntnisse oder nie dagewesene Filmaufnahmen sollte man aber nicht erwarten.

 

In Polybands Spiegel-TV-Reihe, die wie immer im schmucken Slim-Digi-Schuber gereicht wird, reiht sich Berlin ’45 eher hinten ein, was aber keinesfalls bedeuten soll, dass man lieber die Finger davon lässt! Hier kann eben nur nicht mit pompösen Aufnahmen oder kaum gekannten Fakten aufgewartet werden, für die geschichtsinteressierte Kundschaft bietet sich aber natürlich dennoch genügend Futter für Augen und Ohren – außer im Bonusmenü, denn Extras fgibt es auf dieser Veröffentlichung leider keine.

 

(mosher)


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