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Unter Freunden – Komm, lass uns spielenUnter Freunden – Komm, lass uns spielen
(Tiberius Film)

 

Wenn Bernadette zu einer Dinner-Party einlädt, dann steht der Abend stets unter einem bestimmten Motto. Diesmal soll es darum gehen, in einer Art Rollenspiel durch unterschiedliche, im ganzen Haus hinterlassene Spuren einen Mord aufzuklären. Doch kaum sind die ersten Hinweise ausgewertet, erweist sich die Gastgeberin als irre Folter-Knechtin, die ihre durch Drogen bewegungsunfähig gemachten Besucher auf deren dunkelste Geheimnisse stößt und für diese bestraft.


Unter Freunden beginnt rein optisch wie der hinterletzte Amateur-Streifen und lässt wirklich Böses erahnen. Doch auch wenn das Budget tatsächlich eher im Bereich Low bis No anzusiedeln sein dürfte, entwickelt sich aus dem kunterbunt-albernen Intro dann letztlich doch noch ein richtiger Film. Für diesen zeichnet Danielle Harris als Regisseurin verantwortlich, die Genre-Fans als Darstellerin aus zahlreichen Horror-Reihen wie Halloween oder Hatchet bestens vertraut sein sollte. Hier liefert sie nun ihr Debüt hinter der Kamera ab und verfilmt dabei wiederum ein Drehbuch der Bernadette-Darstellerin Alyssa Lobit. Im Rest des Casts tummeln sich weitere Weggefährten wie Jennifer Blanc-Biehn (The Victim) und Kane Hodder (Hatchet, Jason X). Die neue Aufgabe, bei der ihr im Gegensatz zu ihrem Dasein als Scream-Queen ihr süßes Aussehen nicht zum Vorteil gereichen kann, meistert Danielle Harris durchaus ebenso ansehnlich. Mag sein, dass die Story in ähnlicher Version bereits mehr als einmal aufgelegt wurde und darüber hinaus nur so vor Logiklöchern strotzt. Doch wenn man – und genau das legen der Look, die Kostüme und die Inszenierung von der ersten Sekunde an überdeutlich nahe – die ganze Chose nicht übertrieben ernst nimmt, sorgt Unter Freunden mit seiner schrillen Art und seinem schwarzen Humor für überdrehte Unterhaltung und manchen makabren Lacher.


Dabei mutet die 18er-Freigabe ob der zahmen, ausschließlich bekleidet stattfindenden Liebesszenen und der zwar bösartigen, aber eher comichaften Verstümmelungen etwas übertrieben an. Denn auch wenn es der Handlungsverlauf und das rote FSK-Siegel nahelegen, ist Unter Freunden meilenweit von dem entfernt, was landläufig als Torture Porn durchgeht. Hier steht eindeutig der Spaß an erster Stelle, womit solche Kinkerlitzchen wie Schauspielkunst, Spannung oder Atmosphäre in den Hintergrund treten. Wer mit derlei Geschmacklosigkeiten nichts anzufangen weiß, der sollte ganz einfach die Finger von Unter Freunden lassen. Wer ein Partyspiel allerdings erst abfeiert, wenn mindestens ein paar Finger, Genitalien und Skalps dabei dran glauben müssen, der ist hier genau an der richtigen Adresse.


Tiberius bringt den Film ohne nennenswertes Bonusmaterial (Trailer, Trailershow) auf den Markt. Das Bild erinnert dank der Verwendung von HD-Kameras ein wenig an typischen TV-Look, zeugt ansonsten aber von sehr guter Qualität. Auch der Ton (deutsch, 2.0, englisch 5.1) kann sich hören lassen.

 

(mosher)


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