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Zombie King – König der UntotenZombie King – König der Untoten

(Splendid)

 

Irgendwo in der britischen Pampa sieht sich ein zufällig zusammengetroffenes Grüppchen Nerds einer allgegenwärtigen Zombieplage ausgesetzt. Urheber dieses Infernos ist ein Loser namens Samuel Peters, der mittels dunkler Voodoo-Mächte seine verstorbene Frau aus dem Reich der Toten zurückholen will.
Zombie King – König der Untoten hat ganz sicher mit einigen Problemen zu kämpfen, doch das mit Abstand größte dürfte die Erwartungshaltung an den Film sein. Allein die Tatsache, dass sich Regie-Neuling Aidan Belizairethe offensichtlich nicht entscheiden konnte, ob er einen Zombiefilm oder eine Komödie drehen wollte, macht es für den Zuschauer problematisch. Mit sehr wenigen Ausnahmen erweisen sich sämtliche Gags als totale Rohrkrepierer, wobei im Prinzip gar nicht mal so viele Dialoge oder Szenen als gewollt witzig erkennbar sind. Ob nun aber die Lacher während der 97 Minuten schlicht von Natur aus rar gesät sind, oder ob ein Großteil der Gags einfach derart platt ist, dass man selbst auf Bodenniveau noch darüber hinwegsieht, wird wohl auf ewig das Geheimnis des Regisseurs bleiben. So oder so – die Ankündigung einer „Horrorkomödie á la Zombie Land und Shaun of the Dead“ auf dem Cover ist nicht nur ein paar Nummern zu hoch gegriffen, sondern wird auch unweigerlich zu herben Enttäuschungen unter der Käuferschaft führen. Gleiches gilt nebenbei bemerkt auch für die Ankündigung von „Guns, Guts und Gore“ sowie das einmal mehr nicht dem Hauptfilm entsprechende FSK 18-Logo. Selbst für die tatsächlich erfolgte 16er-Freigabe müssen schon echt strenge Maßstäbe angesetzt worden sein, denn die Handvoll Blutspritzer hat man in hunderten Familienfilmen ab 12 schon brutaler gesehen! Totale Fehlanzeige also in Sachen Guts und Gore… ein (!) Gewehr hat es aber immerhin in den fertigen Film geschafft. Ansonsten behelfen sich die Protagonisten mit weniger blutrünstigen Überlebensstrategien wie dem Abwerfen der Zombies mit leeren Milchflaschen. Ja, ganz recht, mit leeren Milchflaschen.
Ein weiteres Pfund, mit dem Zombie King zu wuchern versucht, sind die beiden ehemaligen Kinderstars (und in diesem Fall Nebendarsteller) Edward Furlong und Corey Feldman. Doch während sich die Screentime von Letzterem im Sekundenbereich bewegt, hat man einige Szenen des Terminator 2-Stars sicherheitshalber gleich mehrfach eingebaut, was zwar Zeit schindet, jedoch für alles andere als Kurzweil sorgt. Seine besten Momente hat Zombie King eindeutig, wenn sich im letzten Drittel die Handlung in eine gotische Kirche verlagert. Hier kommt nach den ewig gleichen angelsächsischen Wiesen und Landschaften zum ersten Mal eine recht dichte Atmosphäre auf und vor allen Dingen die größte Stärke des ganzen Films zum Tragen, wenn ein sturzbetrunkener Pfaffe im Rob Zombie-Look von der Apokalypse predigt und schließlich mit Kruzifix und Pulle bewaffnet gegen das Heer von Wiedergängern zu Felde torkelt.
Splendid Film bringt Zombie King in solider Qualität auf den Markt. Das Bild verrät zwar das geringe Budget, dürfte sich aber ziemlich nah am Master bewegen, während der Sound absolut in Ordnung geht. An der zum Teil recht eigenwilligen Synchronisation, die aufgrund der Lippenbewegung auch schon mal eine „fucking Hell“ zur „gefrorenen Hölle“ umfunktioniert, kann dieser schließlich nichts ändern. Bonusmaterial gibt es leider keines, dafür glänzt die Blu-ray im schwarzen Case mit gelungenem Cover.

 

(mosher)


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