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Mit seinem neuen Longplayer „Zuflucht vor dem Sturm“ enterte Ex-Onkelz-Gitarrist Matt „Gonzo“ Röhr die deutschen Charts und beeindruckte Fans und Kritiker gleichermaßen. Bevor er das Osnabrücker Publikum lautstark in den Karfreitag rockte, stand er dem Totentanz Rede und Antwort und erwies sich dabei als verdammt sympathischer Gesprächspartner.

 

Matt, heute steht hier in Osnabrück der vierte Gig der Tour an. Wie lief es bis jetzt?

 

Ich sehe solch eine Tour ja immer aus mehreren Blickwinkeln. Als erstes kommt es natürlich auf das Zusammenspiel mit den anderen Musikern an, und das klappt vom ersten Abend an ausgezeichnet. Das allerwichtigste ist für mich, Spaß mit den Jungs zu haben. Ich hasse nichts mehr, als festgefahren seinen Stiefel runterzuspielen. Ohne Variation, ohne Überraschung.

 

Also ist kein Gonzo-Konzert wie das andere?

 

Unsere Setlist steht natürlich, aber wir verändern durchaus auch mal etwas auf Zuruf. Und vor allem entwickeln sich die einzelnen Songs stets neu, dauern mal länger oder klingen anders. Wenn du dir zum Beispiel das Stück „Regen“ live anhörst, in dem wir das Publikum auf eine musikalische Zeitreise mitnehmen, verstehst du, was ich meine.

 

Ein anderer Blickwinkel auf den Tourverlauf wäre vermutlich der kommerzielle Aspekt.

 

So ist es, und auch da bin ich zufrieden.

 

Gilt das genauso für das Album, das von Fans und Presse ja praktisch unisono als großer Schritt nach vorne betrachtet wird?

 

Absolut! Ich sehe die englischsprachigen Alben, die mir eigentlich am besten gefallen, mal etwas außen vor, aber ansonsten ist der Eindruck der Entwicklung völlig richtig. Gerade die Produktion von „Zuflucht vor dem Sturm“ ist mit der von „Blitz & Donner“ nicht zu vergleichen. Doch selbstverständlich entwickelt man sich auch spielerisch immer weiter und kann beispielsweise seine musikalischen Vorlieben besser und besser einfließen lassen.

 

Wie schon der Vorgänger steht auch „Zuflucht vor dem Sturm“ ganz im Zeichen von Rebellion und Revolution. Allerdings ziehen sich auch die Themen Abschied und Aufbruch wie ein roter Faden durch das Album.

 

Beides hat mit Revolution zu tun. Bei jeder Revolution muss man von alten Strukturen Abschied nehmen. Einen Neubeginn wagen. Und das gilt nicht nur für den politischen Aspekt...

 

…denn die Texte lassen sich genauso gut als Liebeslieder verstehen.

 

Ganz genau, ich mag das Facettenreiche, das war ja auch schon bei den Onkelz so. Dass jeder in den Songs das sehen kann, das hineininterpretieren, was ihn beschäftigt. Etwas Politisches, das uns alle angeht oder etwas total Privates wie eine gescheiterte Beziehung. Und das findet sich auf dem ganzen Album immer wieder.

 

Also fast schon ein Konzeptalbum?

 

Haha, könnte man sagen, ja! Naja, ein Konzeptalbum ist es nicht, aber der Raum für Interpretationen und die matt-mosherVerschmelzung der Motive Revolution und Abschied haben schon Methode. Was mich übrigens reizen würde, wäre, irgendwann mal ein rein instrumentales Album aufzunehmen.

 

Mit „Megalithen bei Sonnenaufgang“ befindet sich ja bereits ein hammerstarkes Instrumentalstück auf dem aktuellen Album. In dem Song kommt auch eine wiederkehrende „Hells Bells“-Melodie vor. Ebenso wie zum Beispiel Onkelz-Anleihen auf dem Album auszumachen sind. Die erste Sekunde von „Gegen eure Lügen“ erinnert extrem an „Wieder mal nen Tag verschenkt“ und das Riff in „Wer nicht kämpft“ ähnelt dem in „Gehasst, Verdammt, Vergöttert“. Sind solche Parallelen Absicht, Zufall oder bemerkt man die gar nicht?

 

Bei „Wer nicht kämpft“ ist mir direkt beim Songwriting aufgefallen, dass die Stelle nach „Gehasst, Verdammt, Vergöttert“ klingt. Das ist okay. Manchmal fällt einem sowas aber gar nicht auf. Die anderen stoppen mich dann auch schon mal, wenn etwas zu sehr nach einem anderen Lied klingt. Die „Hells Bells“-Stelle ist mir allerdings nicht aufgefallen, den Song muss ich mir nachher mal genau anhören, haha.

 

(mosher)

 

www.gonzomusic.com/

 


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