Insomnium - Netherworlds

Insomnium – Netherworlds
(Century Media)

Wie ein finnisches Uhrwerk veröffentlichen INSOMNIUM neue Musik. Von ihrer erprobten Formel weichen die fünf Herren dabei seit vielen Jahren nicht ab. „Netherworlds“ ist das zehnte Album der Band, das erste mit Tomy Laisto an der Gitarre. Stellt man sich als Hörer in seinem Kopf vor, wie das neue INSOMNIUM-Album klingen könnte, ist man sehr nahe dran, wie das neue INSOMNIUM-Album tatsächlich klingt. Wirkliche Überraschungen darf man nicht erwarten. Es gibt das Zusammenspiel aus Laut und Leise („Remembrance“, „The Banished“), schnelle, verspielte Brecher („Gleam In The Black“, „Arch Of The Sky“) und hymnische Ausbrüche („Ethereal Sleep“), in denen auch Laisto am Klargesang glänzen kann. Auch wenn alle Komponenten von INSOMNIUMs Musik altbekannt sind und lediglich die finale Zusammensetzung noch überraschen mag, macht „Netherworlds“ Spaß. Natürlich könnte Jens Bogrens Produktion etwas mehr Ecken und Kanten haben oder die Band sich wirklich mal in neue Territorien vorwagen. Sind wir ehrlich: Als Fan möchte man das häufig doch gar nicht. Lieber eine leicht veränderte Rezeptur eines gutschmeckenden Gerichts als wilde Experimente, die dann nicht zünden. Selbst das abschließende, sphärische „Journeys End“ fällt nicht aus dem Rahmen, sondern wirkt wie eine konkludente Weiterentwicklung des Sounds.

Einmal mehr spielen INSOMNIUM so – böse gesagt – ihren Stiefel herunter. Trotzdem fühlt sich „Netherworlds“ als Ganzes wie die ultimative, irgendwie frischere Version der Band an. Alle Elemente greifen nahezu perfekt ineinander, die Melodien funktionieren und wirken nie schmalzig oder anbiedernd. Fans werden das Album lieben, wer bisher noch keinen Zugang zur Band hatte, könnte dieses Werk gut als Einstieg nutzen.


(Manuel)

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